Über uns

 

Die Altertumskommission für Westfalen ist eine Forschungseinrichtung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Als eine von sechs Westfälischen Kommissionen für Landeskunde (WKL) ist sie für die Archäologie Westfalens zuständig. Seit dem Jahr 2000 beschäftigt sich die Kommission mit der Wegeforschung, zu der das Projekt „Wege der Jakobspilger in Westfalen“ gehört.

Zwischen 2002 und 2015 wurden mehrere mittelalterliche Strecken durch Westfalen erforscht und die Wege so authentisch wie möglich für heutige Pilger und kulturhistorisch Interessierte ausgeschildert sowie in Wanderführern einem breiten Publikum im wahrsten Sinne des Wortes zugänglich gemacht.

Das in den Räumlichkeiten der Geschäftsstelle der Altertumskommission in Münster angesiedelte Projektteam arbeitete unter der Leitung von Ulrike Steinkrüger. Ergänzt und unterstützt wurden die Mitarbeiter durch einen wissenschaftlichen Beirat.

Mit der Eröffnung des Pilgerweges auf historischen Spuren von Bielefeld nach Wesel am 8. Mai 2015 in Telgte ist das Projekt abgeschlossen. Eine Nachbetreuung findet jedoch weiterhin statt, so dass eine Nachhaltigkeit der entstandenen Wege gewährleistet ist.



Hintergründe

Die Pilgerfahrt zum Grab von Jakobus dem Älteren im nordspanischen Santiago de Compostela hat ihre Wurzeln im Mittelalter. Nach dem Märtyrertod des Apostels im Jahr 44 n. Chr. in Jerusalem wurden der Legende nach die Gebeine nach Spanien überführt und dort bestattet. Die Wiederentdeckung des angeblichen Grabes fällt in das 9. Jahrhundert. Erste Pilger aus Deutschland erreichten im 10. Jahrhundert die Stadt des Heiligen.

Im Jahr 1987 veröffentlichte der Europarat eine Deklaration, in der den Jakobswegen größte symbolische Bedeutung für die Entstehung Europas beigemessen wird. Er rief dazu auf, die Wege nach Santiago de Compostela wiederzubeleben und zu kennzeichnen, betonte aber mit Nachdruck die Notwendigkeit einer streng wissenschaftlichen Identifizierung von historischen Wegen.