Plakat zur Ausstellung, Foto: Michael Führs, Regionale 2016 Agentur GmbH, Design: arndt und seelig gbr

„Mein grünes Land. Kulturlandschaften des Westmünsterlandes im Aufbruch“

Eine Ausstellung des LWL-Museumsamtes für Westfalen begleitet die Regionale 2016

Beim Plaggenstechen im Zwillbrocker Venn, 1936. Quelle: © LWL-Medienzentrum für Westfalen, Slg. Dr. Hermann Reichling

Fragt man Auswärtige nach ihrem Bild vom Münsterland, so schwärmen sie sofort von grünen Wiesen, Weiden, Äckern, kleinen Waldbeständen und Wallhecken, die die Einzelhöfe umgeben. Es gibt lebendige Erinnerungen an sommerliche Radwanderungen durch wogende Felder. Das grüne Land prägt nicht nur die Außenwahrnehmung, sondern beherrscht bis heute auch das Selbstbild der Region. Doch der Wandel der Parklandschaft ist nicht zu leugnen. Siedlungen und Gewerbegebiete fressen sich immer mehr in die Landschaft, die Städte fransen an ihren Rändern aus. Weide­flächen sind zu Ackerland umgebrochen, nur selten sieht man Vieh. Maisflächen, Schweine­zucht, Biogasanlagen und Windräder dominieren das Bild.

Das WALDband von oben. Mit dem Projekt WALDband wollen die drei Initiatoren – 
der Naturpark Hohe Mark Westmünsterland, der 
Regionalverband Ruhr und der Landesbetrieb Wald 
und Holz NRW – modellhafte Antworten für die 
Entwicklung von Wald und Landschaft entwickeln. 
Über 15 Projektbausteine beschäftigen sich exemplarisch 
mit Problemen wie Nutzungskonflikten, Klimawandel 
und Erlebbarkeit von Natur. Foto: inceniofilm, Regionale 2016 Agentur

Viele dieser Elemente beeinträchtigen die Umwelt oder das Landschaftsbild und werden kontrovers diskutiert. Doch es gibt auch positive Trends. Herunter­gekommene Industriebrachen in den Städten werden zu attraktiven Stadtquartieren umgebaut, Flüsse werden renaturiert, Wildtiere kehren zurück, der Stadt­raum bekommt neue Lebensqualitäten. Das Münsterland befindet sich im Umbruch und im Aufbruch - und die Regionale 2016 unterstützt diesen Strukturwandel in den Kreisen Coesfeld, Borken und Teilen der Kreise Recklinghausen, Unna und Wesel durch modellhafte Projekte.

Die Üfter Mark bei Schermbeck. Hier will die Regionale 2016 ein Inklusionsprojekt verwirklichen. Quelle: © LWL-Medienzentrum für Westfalen | Foto: Greta Schüttemeyer

Die Wanderausstellung „Mein grünes Land“ des LWL-Museumsamtes für Westfalen begleitet die Regionale 2016 dabei und zeigt, wie sich das Gesicht der Region durch Siedlung und Wirtschaft in den letzten 150 Jahren verändert hat. Dabei wird deutlich: Den Garten Eden gab es im Münsterland auch in „der guten alten Zeit“ nicht. Immer haben Menschen ihre Umwelt genutzt, oft genug auch zerstört; die Moore sind nur ein Bespiel von vielen. Die Eingriffe von damals sind unsere Heraus­forderungen von Heute und Morgen.

Ein Dampfpflug kultiviert ein entwässertes Moor bei Lage/Bentheim, 1931. Quelle: © LWL-Medienzentrum für Westfalen, Slg. Dr. Hermann Reichling

Die Ausstellung gibt Antworten auf zentrale Fragen: Durch welche Entwicklungen hat die Landschaft im Westmünsterland ihr heutiges Gesicht bekommen? Welche dieser Verände­rungen bewerten wir positiv? Und welche Veränderungen haben sich als nicht tragfähig für die Zukunft erwiesen? Und was ist uns auf dem Weg dahin bereits gelungen? Andere Fragen können von der Ausstellung nur angestoßen werden: Wie wollen wir in Zukunft miteinander leben? Und welchen Preis müssen wir dafür zahlen?

Moorlandschaft im Zwillbrocker Venn, 1957. Quelle: © LWL-Medienzentrum für Westfalen | Foto: Hans Hild

Ersteröffnung der Wanderausstellung:

29. Mai 2016, 11.30 Uhr, Alter Hof Schoppmann, Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e.V., Am Hagenbach 11, 48301 Nottuln-Darup
Laufzeit in Nottuln-Darup: 29.05.2016 bis 17.07.2016
Öffnungszeiten: 10-18 Uhr täglich

 

Weitere Ausstellungstationen

Rathaus und Kulturzentrum Stadt Bocholt 
24.07.2016 - 11.09.2016

Biologische Station, Kreis Recklinghausen e. V. 
24.09.2016 - 27.11.2016

VHS Dorsten 
04.12.2016 - 12.02.2017

Haus Vogelsang / Großer Kornspeicher, Datteln
19.02.2017 - 09.04.2017

Münsterlandmuseum Burg Vischering, Lüdinghausen
16.04.2017 - 05.06.2017

Medizin- und Apothekenmuseum Rhede 
11.06.2017 - 13.08.2017

Kult, Vreden
20.08.2017 - 15.10.2017

 

 

Ansprechpartnerin:
Dr. Ulrike Gilhaus, Leiterin LWL-Museumsamt für Westfalen, Tel. 0251/591-4690, ulrike.gilhaus@lwl.org