Frühe Burgen in Westfalen (FBW)

 

In dieser „grünen“ Reihe werden seit 1983 kleine Einzelführer zu den unterschiedlichsten Burganlagen in Westfalen veröffentlicht.

Ursprünglich für die individuelle Erschließung früher Wallburgen und Motten von der Steinzeit bis ins frühe Mittelalter (bis ca. 1000 n. Chr.) gedacht, gesellte sich im Laufe der Zeit die eine oder andere Burg des Hoch- und Spätmittelalters (11.-15. Jh.) hinzu, was eine folgerichtige Ergänzung ist. Diese Anlagen werden zunehmend archäologisch untersucht, wodurch Erkenntnisse zu ihrer Entstehung über die historischen Quellen und die Baugeschichte hinaus möglich werden. Inzwischen liegt ein erster großformatiger Sonderband über die „Wallburgen in Westfalen-Lippe“ vor.

Die Hefte können sowohl einzeln für je € 3,50 (bzw. € 7,00 für den Sonderband) als auch in einem preisgünstigeren Abonnement direkt bei der Altertumskommission erworben werden.


Sonderband 1: Torsten Capelle, Die Wallburgen in Westfalen-Lippe (Münster 2010).

(vergriffen)

Dieser Sonderband befasst sich mit der Geschichte der westfälischen Wallburgenforschung. Das Archiv der Altertumskommission enthält zahlreiche Pläne aus dem Beginn der Burgenerfassung um 1900, sowie aus den 1930er- und den 1950er-Jahren, die bislang zum Teil noch nie publiziert wurden. Die Gegenüberstellung mit moderneren Vermessungsplänen dokumentiert in Einzelfällen drastisch die voranschreitende Zerstörung der Bodendenkmäler.


39: B. Sicherl, Die Befestigung auf den Schafsköppen bei Rüthen-Kallenhardt, Kreis Soest (Münster 2016).


38: F. Jürgens, Das Erdwerk in der "Rotenbreite" bei Borgentreich-Bühne, Kreis Höxter (Münster 2014).


37: J. Menne, Die Bumannsburg bei Bergkamen-Rünthe, Kreis Unna (Münster 2014).


36: E. Cichy, Die Eresburg, Marsberg-Obermarsberg, Hochsauerlandkreis (2. überarb. u. erg. Aufl. Münster 2016).

Hoch oben auf dem Tafelberg von Obermarsberg, mit Diemel und Glinde zu Füßen, thronte einst die sächsisch-fränkische Eresburg. Schon  Karl der Große soll hier 785 zusammen mit seiner Familie das Osterfest begangen haben. Er hat sich seinerzeit das Fest einiges kosten lassen. Karolingischen Schriftquellen zufolge benötigte er drei Eroberungsversuche, um die Eresburg in fränkischen Besitz zu bringen. Wer heute nach Obermarsberg kommt, der sieht von dem einstigen Machtsymbol allerdings kaum etwas. Dr. Eva Cichy hat sich auf Spurensuche begeben, um die Geheimnisse um die Eresburg und die Nutzung des Tafelbergs zu lüften.


35: R. Plöger, Burg Vlotho an der Weser, Kreis Herford (Münster 2013).

Weit oben über der Stadt auf dem Amtshausberg thronend liegen die Reste der Burg Vlotho, vielen bekannt als Ausflugsziel mit herrlichem Blick über die Weser. Diese Aussicht und vor allem die Kontrolle, die man dadurch an einem der wenigen Weserübergänge ausüben konnte, wussten schon im hohen Mittelalter die edlen Herren zu schätzen, die hier eine Burg erbauten. Was heute in Ruinen liegt, war einst eine gewaltige Burganlage in exponierter Lage, die schon von weitem auf jeden, der sich näherte, einen einschüchternden Eindruck gemacht haben muss.


34: T. Capelle, Die Jansburg bei Coesfeld-Lette, Kreis Coesfeld (Münster 2012).

Zwischen dem Merfelder Bruch und Weißem Venn liegt die Jansburg. Einst war die Anlage aus dem Mittelalter eine Wallburg mit ausgeprägten Erdwällen – heute ist sie fast gänzlich eingeebnet. Daher ist die Erhaltung ihrer letzten Spuren von großer Bedeutung. Ihre undurchsichtige Geschichte, die sich auf den Ortsheiligen Jan von Merveldt stützt, und die historische Bedeutung für den Coesfelder Raum werden in diesem Heft veranschaulicht.


33: A. Stiehl, Die „Hünenburg“ bei Gellinghausen, Gemeinde Borchen, Kreis Paderborn (Münster 2011).

Eindrucksvoll präsentiert sich die Hünenburg bei Gellinghausen oberhalb des Altenautals durch ihre gewaltigen Wallanlagen. Seit der Eisenzeit ist der Geländesporn befestigt und wurde schließlich im Mittelalter großflächig ausgebaut. Die bedeutenden Funde aus archäologischen Untersuchungen zeugen von der damaligen wichtigen verkehrspolitischen Lage der Burg.


32: U. Lehmann, Das "Germanenlager" im Havixbrock, Gemeinde Lippetal, Kreis Soest (Münster 2011).

Südlich von Beckum befindet sich inmitten des dicht bewaldeten Havixbrocks eine ausgedehnte Wallanlage. Schon früh vermutete die Geschichtsforschung eine besondere Bedeutung dieser Burganlage, da sie nahe der Lippe – der wichtigen römischen und frühmittelalterlichen Ost-West-Verbindung in Westfalen – liegt. Funde aus dem Inneren der Burg weisen auf weitläufige Handelskontakte im 9. Jahrhundert hin.


31: St. Leenen, Die Burg Ravensberg bei Borgholzhausen, Kreis Gütersloh (Münster 2010).

Die Geschichte der Burg Ravensberg lässt sich durch die Ersterwähnung in einer Urkunde von 1226 sicher zurückverfolgen. Über 200 Jahre lang nutzten die Grafen von Ravensberg die Stammburg für repräsentative und administrative Aufgaben. Nach dem Aussterben des Grafengeschlechtes wurde sie Teil des Herzogtums Kleve-Jülich-Berg-Mark-Ravensberg und bewahrte auch noch während der Soester Fehde im 15. Jahrhundert die Schätze des Klosters Marienfeld vor feindlichem Zugriff.


30: St. Leenen/St. Pätzold, Die Burg Blankenstein in Hattingen, Ennepe-Ruhr-Kreis (Münster 2009).

Die Gründung der Burg Blankenstein im Jahr 1226 durch Graf Adolf I. von der Mark steht in direktem Zusammenhang mit dem tödlichen Überfall auf den Kölner Erzbischof Engelbert I. im November 1225. Burg Blankenstein sollte seither die isenbergischen Besitztümer in Sichtweite zu deren ehemaliger Stammburg verwalten und wurde dadurch zu einem wichtigen administrativen und militärischen Stützpunkt. Sowohl die historische Entwicklung und Baugeschichte, aber auch die Umgestaltung der Burg im 19. Jahrhundert werden in dem Band erläutert.


29: M. Koch/A. König, Die Brunsburg bei Höxter-Godelheim, Kreis Höxter (2. überarb. u. erg. Aufl. Münster 2015).

Tonscherben und Steingeräte zeugen von einer ersten Besiedlung bereits während der Steinzeit. Eine Burg mit Gräben und Wällen existierte spätestens zur Zeit der Sachsenkriege, als Karl der Große hier im Jahr 775, so berichten es historische Texte, einen wichtigen Sieg und damit den Weserübergang erzwang. Auch für das nahegelegene Kloster Corvey war der Berg von Bedeutung: Im späten 12. Jahrhundert ließ man einen Teil des Bergplateaus als Landesburg des Abtes neu befestigen; nach ihrer Verpfändung wurde die Burg um 1300 zerstört.


28: St. Eismann, Die Burg Altena in Altena, Märkischer Kreis (Münster 2009).

Einst Besitz der Grafen von der Mark, gegründet im 12. Jahrhundert, fiel die Burg später unter preußische Herrschaft. Es folgte eine Zeit des Niedergangs und allmählichen Verfalls. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts, als auch die älteste Jugendherberge der Welt hier gegründet wurde, baute man die Anlage nach dem damals herrschenden Idealbild einer mittelalterlichen Burg wieder auf.


27: D. Bérenger/E. Treude, Die Wallburg auf dem Tönsberg bei Oerlinghausen, Kreis Lippe (Münster 2007).

Es finden sich zwar keine schriftlichen Erwähnungen der Befestigung, doch die beherrschende Stellung der Burg für das Umland ist unbestritten. Die Wallburg auf dem Tönsberg war in der Eisenzeit (3.-1. Jh. v. Chr.) und dem frühen Mittelalter nicht nur ein gut geschützter Siedlungsplatz, sie stellte außerdem einen wichtigen strategischen Stützpunkt dar. Warum die Burg jedoch von ihren Bewohnern verlassen wurde, bleibt bis heute ein Rätsel.


26: W. Best/H. Rüthing, Die Iburg bei Bad Driburg, Kreis Höxter (Münster 2006).

In den fränkischen Reichsannalen für das Jahr 753 wird das „Castrum Iuburg“ erstmals erwähnt. Im 10. Jahrhundert bestand hier eine Einsiedelei mit frommen Frauen. Die hochmittelalterliche Burg mit ihrem heute noch erhaltenen Bergfried, der Ruine der Peterskirche und weiteren Gebäuderesten wurde unter Bischof Bernhard II. (1188-1204) ausgebaut, um die Herrschaft der Paderborner Bischöfe im Gebiet östlich des Eggegebirges zu sichern. Vermutlich wurde die Burg im Laufe des 15. Jahrhunderts im Zuge der zahlreichen spätmittelalterlichen Fehden niedergebrannt.


25: St. Leenen, Die Burg Isenberg in Hattingen, Ennepe-Ruhr-Kreis (Münster 2005, 2. überarb. Aufl. 2009).

Lediglich 10 Jahre lang bestand diese eindrucksvolle Anlage 80 m über der Ruhr. 1216/1217 von Friedrich von Isenberg erbaut, wurde sie bereits 1225/1226 in Folge der Ächtung Friedrichs wegen des Überfalls auf den Kölner Erzbischof Engelbert I. zerstört. Mit Ausnahme des im 19. Jahrhunderts inmitten der etwa 250 m langen Burganlage errichteten Haus Custodis hat die Ruine keine weiteren baulichen Veränderungen erfahren. Archäologische Untersuchungen förderten über 10.000 mittelalterliche Funde zutage.

25: St. Leenen, Die Burg Isenberg in Hattingen, Ennepe-Ruhr-Kreis (Münster 2005, 2. überarb. Aufl. 2009).

Lediglich 10 Jahre lang bestand diese eindrucksvolle Anlage 80 m über der Ruhr. 1216/1217 von Friedrich von Isenberg erbaut, wurde sie bereits 1225/1226 in Folge der Ächtung Friedrichs wegen des Überfalls auf den Kölner Erzbischof Engelbert I. zerstört. Mit Ausnahme des im 19. Jahrhunderts inmitten der etwa 250 m langen Burganlage errichteten Haus Custodis hat die Ruine keine weiteren baulichen Veränderungen erfahren. Archäologische Untersuchungen förderten über 10.000 mittelalterliche Funde zutage.


24: Torsten Capelle, Der Turmhügel Barenborg, Kreis Coesfeld (Münster 2005).

In einem weitläufigen Feuchtgebiet östlich der Dinkel liegt ein heute noch etwa 3 m hoher Turmhügel mit einem Durchmesser von 25 m. Diese auch als „Motte“ bezeichnete Anlage ist urkundlich für 1379/1381 mit Sicherheit als Lehnssitz bezeugt. Der Fund eines Kruges aus Siegburger Steinzeug weist ebenfalls in das 14. Jahrhundert.


23: Ch. Ruhmann, Die Hünenburg bei Stadtlohn, Kreis Borken (Münster 2004).

Das kleine, rechteckige Kernwerk der Hünenburg, etwa 3 km nordwestlich von Stadtlohn, wird umgeben von einem größeren, annähernd quadratischen Außenwerk. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Maße scheinen die Wälle zu unterschiedlichen Zeiten errichtet worden zu sein. Die archäologischen Funde und Befunde belegen eine Nutzung des Areals vom ausgehenden 8. Jahrhundert bis in das 9./10. Jahrhundert.


22: K. Niederhöfer, Die mittelalterliche Befestigungsanlage Alt-Schieder bei Schieder-Schwalenberg, Kreis Lippe (Münster 2004).

Die Reste der Befestigungsanlage, bestehend aus Vor- und Hauptburg, liegen nur wenige hundert Meter östlich des Ortsrandes von Schieder am Westhang des Kahlenberges. Während archäologische Funde eine Besiedlung vom 11. bis 13. Jahrhundert belegen, weisen Schriftquellen bereits in das 9. Jahrhundert. Es ist wohl von einer Zweiphasigkeit der Anlage auszugehen, wobei aus dem Vorburgareal keine datierenden Funde vorliegen.


21: H.-W. Peine/C. Kneppe, Haus Horst im Emscherbruch, Stadt Gelsenkirchen (Münster, 2. Aufl. 2006).

Umfangreiche Ausgrabungen in den 1990er-Jahren erschlossen erstmals die wechselvolle, lange Baugeschichte an der Stelle des heutigen Schlosses Horst: von einer einfachen Hofstelle im 11. Jahrhundert, über eine Holzburg mit Gräfte und zwei steinerne Wasserburgen bis hin zu dem Renaissancebau des 16. Jahrhunderts, der zum Teil noch erhalten ist. Zu dem Band wurde eine CD-Rom veröffentlicht, auf der 3D-Rekonstruktionen der verschiedenen Bauphasen enthalten sind.


20: B. Knoche, Das jungsteinzeitliche Erdwerk von Rimbeck bei Warbug, Kreis Höxter (Münster 2003).

Die neolithische Siedlungslandschaft Ostwestfalens ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Erdwerken, Grabensystemen und Großsteingräbern. Zu diesen Komplexen zählt auch das Erdwerk von Rimbeck in der Warburger Börde. Die Anlage wurde bereits in den 1980er-Jahren umfangreich durch Geländearbeiten und naturwissenschaftliche Methoden untersucht. Die Nutzung während des Jung- bis Spätneolithikums (3.-4. Jahrtausend v. Chr.) ist wahrscheinlich. Eine Besonderheit stellt das Großsteingrab innerhalb der Anlage dar.


19: G. Eggenstein/A. Haasis-Berner, Die Homburg und die Burg Mark, kreisfreie Stadt Hamm (Münster 2002).

Zwei der größten mittelalterlichen Burgen entlang der Lippe befinden sich im Gebiet der heutigen Stadt Hamm. Die ehemals an der Lippe gelegene Burg Homburg war bereits im 19. Jahrhundert Gegenstand der Altertumsforschung. Zahlreiches Fundmaterial des 12. Jahrhunderts beweist die historisch bedeutende Stellung der Burg für die Entwicklung der Stadt. Ebenso trug die weiter östlich gelegene Burg Mark, eine der eindrucksvollsten Motten Westfalens des 13. Jahrhunderts, maßgeblich zur westfälischen Landesgeschichte bei.


18: V. Brieske, Die Haskenau bei Handorf-Dorbaum, kreisfreie Stadt Münster (Münster 2001).

Zwischen der Werse und der Ems befindet sich auf münsteraner Stadtgebiet die Burg Haskenau. Die Reste der Turmhügelburg mit ihrem umlaufenden Befestigungssystem stammen aus dem 11. Jahrhundert. Ihre Geschichte reicht bis in karolingische Zeit (9. Jahrhundert) zurück. Heute präsentiert sich die Anlage mit einem noch 5-6 m hoch erhaltenen Burghügel von fast 40 m im Durchmesser und zahlreichen Gräben mit vorgelagerten Wällen.


17: B. Sicherl, Die Befestigung auf dem Schweinskopf bei Brochterbeck, Stadt Tecklenburg, Kreis Steinfurt (Münster 2001).

Nordwestlich des Ortsteils Brochterbeck erstreckt sich auf einer „Schweinskopf“ genannten Bergkuppe des Osnings/Teutoburger Waldes ein länglich-ovales Befestigungswerk. Ausgrabungen belegen eine Datierung der Anlage, die in der frühen Bronzezeit (18. Jahrhundert v. Chr.) durch einen Brand ihr Ende fand. Feuersteingeräte weisen auch auf eine Nutzung während der Steinzeit hin. Regulär besiedelt war das Areal jedoch wahrscheinlich nicht, vielmehr diente die Befestigung der Kontrolle über den Brochterbecker Pass.


16: H.-W. Peine/C. Kneppe, Der Desenberg bei Warburg-Daseburg, Kreis Höxter (Münster 2014, 2. überarb. u. erg. Aufl.).

Auf einem Basaltkegel in der Warburger Börde präsentiert sich heute dem Besucher eine malerische Burgruine. Sie geht auf einen Erstnachweis des 11. Jahrhunderts zurück und gelangte im 13. Jahrhundert in den Besitz der Familie von Spiegel zum Desenberg. Grabungen erbrachten die Grundrisse einer Haupt- und Vorburg mit zahlreichen Gebäuden. Ab dem 15. Jahrhundert verfiel die militärisch bedeutende Burg.


15: Ph. R. Hömberg, Die Hohensyburg, kreisfreie Stadt Dortmund (Münster 2000).

Oberhalb der Ruhr befindet sich auf einem markanten Geländesporn die mit Wallanlagen abgeriegelte Hohensyburg mit ihrer steinernen Haupt- und Vorburg. Die Befestigung war bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert Gegenstand des Forschungsinteresses und konnte in jüngerer Zeit in kleineren Ausgrabungen untersucht werden. Trotz der starken baulichen Überprägung der teilweise abgebrochenen hochmittelalterlichen Anlage lassen sich die Wurzeln der Burg bis in karolingische Zeit (8. Jahrhundert) zurückverfolgen.


14: Ph. R. Hömberg, Die Hünenburg bei Liesborn, Stadt Lippstadt, Kreis Soest (Münster 1999).

Östlich der Glenne bei Liesborn liegt ein kleiner, annähernd rechteckiger Ringwall, der als „Hünenburg“ oder „Altes Lager“ bekannt ist. Kleinere Ausgrabungen der Anlage fanden bereits um die Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert statt; 1968 erfolgte eine von der Altertumskommission für Westfalen finanzierte archäologische Untersuchung. Hinweise auf die Zeitstellung der Anlage liefern lediglich Scherbenreste des späten 9./10. Jahrhunderts.


13: Ph. R. Hömberg, Der Kindelsberg – Stadt Kreuztal, Kreis Siegen-Wittgenstein (Münster 1998).

Der auf einer kleinen Kuppe des Kindelsbergs gelegene Ringwall zeichnet sich durch seine gut erhaltenen Mauerfundamente der ehemaligen Bebauung aus. Die bisher unpublizierten Grabungsergebnisse finden hier in einer ausführlichen Beschreibung Platz. Die Abwesenheit von datierenden Funden nebst historischen Quellen macht eine chronologische Einordnung ins Hochmittelalter des Ringwalls nur mit Hilfe von Analogien zu anderen Burgen in näherer Umgebung möglich.


12: D. Bérenger, Die Wallburg Babilonie, Stadt Lübbecke, Kreis Minden-Lübbecke (Münster 1997).

Auf einem Vorberg am Nordhang des Wiehengebirges bei Lübbecke erstrecken sich die weitläufigen Befestigungslinien der Babilonie. Der komplexe Aufbau aus einer Vielzahl von Wällen, Gräben, Vorwällen und vorgelagerten Terrassenkanten zeigt vieleBauperioden. Archäologische Untersuchungen der Anlage lassen auf eine erste Besiedlung während der vorrömischen Eisenzeit schließen. Die weiteren Bauperioden sind wahrscheinlich in sächsische und karolingisch-ottonische Zeit einzuordnen.


11: R. Plöger, Die Wittekindsburg an der Porta Westfalica, Kreis Minden-Lübbecke (Münster, 2. überarb. u. erg. Aufl. 2005).

Die archäologischen Untersuchungen auf der Wittekindsburg bezeugen ihre lange wechselvolle Geschichte. Vom frühen Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert wurde die auf dem Kamm des Wiehengebirges liegende Burg für fortifikatorische und vor allem für religiöse Zwecke ausgebaut und genutzt. Die jüngst freigelegte Kreuzkirche stellt ein seltenes und eindrucksvolles Beispiel antiker Bautradition im westfälischen Raum dar.


10: K. Günther, Die Nammer Burg bei Porta Westfalica, Kreis Minden-Lübbecke (Münster 1990).

Die Entwicklungsgeschichte der Burg kann anhand von Grabungen und Funden in die Kupferzeit (4. Jahrtausend v. Chr.) und mit eindeutigem Schwerpunkt in die vorrömische Eisenzeit bis in die römische Eisenzeit (2. Hälfte 1. Jt. v. Chr. bis 1. Hälfte 1. Jt. n. Chr.) zurückverfolgt werden. Zeugnisse dieser Befestigung sind die Reste von Holz-Erde-Mauern mit tiefen Gräben und Wällen. Bedeutsam ist die Burg in ihrer Funktion als lokale Fluchtburg.


9: K. Günther, Die Dehmer Burg, Stadt Bad Oeynhausen und Porta Westfalica, Kreis Minden-Lübbecke (Münster 1986).

Eine spannende Wallanlage stellt diese Befestigung am Südhang des Wiehengebirges dar. Die Wallkonstruktion spricht für eine Erbauung in der Vorrömischen Eisenzeit. Jedoch machen naturwissenschaftliche Ergebnisse eine Errichtung in der Zeit der Einwanderung der Sachsen nach Westfalen im 4.-5. Jahrhundert n. Chr. wahrscheinlich.Eine große Frage ist die Art der Innenbebauung und der Nutzung der Burganlage.


8: Ph. R. Hömberg/H. Laumann, Burg bei Aue, Stadt Bad Berleburg, Kreis Siegen-Wittgenstein (Münster 1986).

Die Burg bei Aue kann als eine eisenzeitliche Höhenbefestigung mit dem typischen Fundspektrum latènezeitlicher Ware des Mittelgebirges angesprochen werden. Die Freilegung des Zugangstores bezeugt eine eindrucksvolle Wallbefestigung mit einer Holz-Erde-Konstruktion, welche das Siedlungsareal in der Spornlage abriegelte. Eine Einordnung der Burg in die regionale eisenzeitliche Siedlungslandschaft weist auf ein intensiv genutztes Gebiet in vorgeschichtlicher Zeit hin.


7: I. Pfeffer, Der Gaulskopf bei Warburg-Ossendorf, Kreis Höxter (Münster, 2. überarb. u. erg. Aufl. 2015).

Auf einer vom Plateau des Asseler Waldes nach Osten zum Diemeltal abfallenden Bergzunge namens Gaulskopf liegt eine Wallburg, die seit über 150 Jahren als „Schanze“ bekannt ist. Archäologische Untersuchungen wurden am Osttor der Anlage vorgenommen, das sich als mehrphasiges Kammertor erwies. Während das Fundspektrum von der Jungsteinzeit bis in das frühe 9. Jahrhundert n. Chr. reicht, scheinen die Befestigungsphasen ausschließlich dem Frühmittelalter anzugehören.


6: M. Zeiler/E. Cichy, Der Wilzenberg bei Schmallenberg-Grafschaft, Hochsauerlandkreis (2. überarb. u. erg. Aufl. Münster 2016).

Die Wallanlage auf der lang ovalen Kuppe des Wilzenbergs gliedert sich in eine große Befestigung und einen kleinen Ringwall im Ostteil, in einer späteren Nutzungsphase. Erst der Zufallsfund von Schwertern und Lanzenspitzen im Jahr 1950 ermöglichte eine Datierung des großen Befestigungswerkes. Die Waffendeponierung kann der jüngeren vorrömischen Eisenzeit zugeordnet werden (1. Jahrhundert v. Chr. – Christi Geb.). Die Zeitstellung der inneren, kleinen Wallburg ist ungewiss; möglicherweise liegt sie im 9. Jahrhundert.


5: Ph. R. Hömberg, Jäckelchen bei Helden, Kreis Olpe (Münster 1985).

Die heute bewaldete Wallburg aus dem Hochmittelalter wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit genutzt, wie zahlreiches Fundmaterial beweist. Urkundlich wrid die Burg nicht erwähnt. Es handelt sich vermutlich um einen befestigten Herrensitz aus dem 11.-13. Jahrhundert. Einmalig ist die bauliche Verbindung von einer Wegsperre in Form eines Abschnittswalles mit Außengraben und der eigentlichen Burganlage.


4: K. Günther, Die Hünenburg, kreisfreie Stadt Bielefeld (Münster, 2. erg. Aufl. 2001).

Bei archäologischen Untersuchungen der Wallburg konnten die Reste einer Befestigungsmauer festgestellt werden, die durch eine Brandkatastrophe zerstört und anschließend wieder aufgebaut wurde. Wallkonstruktion, 14C-Daten sowie Keramikfunde belegen eine Nutzung während der vorrömischen Eisenzeit (4.-2. Jahrhundert v. Chr.). Wahrscheinlich diente die Anlage als Fluchtburg für die Bevölkerung im nördlichen Teil des Ravensberger Hügellandes.


3: B. Sicherl, Die Bruchhauser Steine bei Olsberg, Hochsauerlandkreis (Münster, 2. überarb. u. erg. Aufl. 2009).

Die vier teilweise bis über 90 m hohen Felsen bilden ein einzigartiges Ensemble von Natur- und Kulturdenkmal in Westfalen. Vorgeschichtliche Befestigungen liegen vor und zwischen den Felstürmen. Die Errichtung großer Teile der Wälle und hölzernen Palisaden fällt in die Eisenzeit (6.-3. Jahrhundert v.Chr.). Keramikfunde belegen weiterhin eine Nutzung im Hochmittelalter.


2: Ph. R. Hömberg, Borbergs Kirchhof bei Brilon, Hochsauerlandkreis (Münster, 2. erg. Aufl. 1998).

Ausgehend von einer frühmittelalterlichen Gründung mit einem stark befestigten Ringwall entwickelte sich die Anlage bis in das Hochmittelalter zu einer Vor- und Hauptburg mit zahlreichen Gebäudekomplexen. Die Forschungen konnten einen umfangreichen Kirchenkomplex mit einem Friedhof des 13./14. Jahrhunderts aufdecken.


1: Ph. R. Hömberg, Die Hünenburg bei Meschede, Hochsauerlandkreis (Münster 1983, vergriffen).

(vergriffen)

Zwischen 1909 und 1914 wurden von der Altertumskommission kleinere Grabungen auf der Wallburg durchgeführt. Schon damals stellten die Ausgräber fest, dass nicht alle Bestandteile der Befestigung zeitgleich angelegt worden waren. Eine Datierung der einzelnen Bauphasen gestaltet sich jedoch schwierig, da nur wenige datierende Funde vorliegen. Jüngere Untersuchungen lassen vermuten, dass die Anlage zu den karolingisch-ottonischen Burgen des frühen Mittelalters zu zählen ist.