Teil der „Ausbeute“ aus dem Böschungsschutt mit RAIDER-Verpackung (Foto: Altertumskommission für Westfalen/K. Schierhold).

Tomb RAIDER mal anders...

Bereits im Frühjahr waren wir mit dem Geomagnetik-Gerät auf der Schafweide in Westerkappeln-Seeste unterwegs, um mögliche Reste des dort schon lange bekannten Megalithgrabes wieder aufzuspüren. Nun endlich bot sich die Gelegenheit, auch mit Bagger und Schaufel in den Boden zu schauen. Was anfänglich keiner recht glauben konnte, stellte sich im Lauf der Untersuchungen als Gewissheit heraus: dort, wo das Grab seit jeher verortet wurde, hat es offenbar nie gelegen! Denn wir fanden nicht den geringsten Hinweis auf Standspuren von Wandsteinen, Scherben, Flintwerkzeugen oder gar Knochen. Diese lassen sich sonst in großer Menge in Großsteingräbern nachweisen und werden häufig auch im Bereich stark gestörter Anlagen noch dokumentiert. Unsere zweite Hoffnung, die Untersuchung von Erdmaterial aus der Böschung, in der noch einige Findlinge des Grabes liegen, zerschlug sich ebenso: Das beim Bau eines Radweges vor einigen Jahren teilweise abgetragene und heute in einem nahen Steinbruch lagernde Material hat keinerlei jungsteinzeitliche Funde ergeben. Mit einem Augenzwinkern können wir aber mitteilen, dass die ausgesiebten Funde einen guten Überblick über die Geschichte der Böschung geben: neben Glasflaschen, Draht und Schlüsseln fand sich unter anderem auch die Verpackung eines RAIDERS, so dass der Wall bereits vor 1991 (dem Jahr der Umbenennung von RAIDER in TWIX) schon einmal mit modernem Schutt aufgefüllt worden sein muss.

Nichts desto trotz wird die Hoffnung nicht aufgegeben: auf einer leichten Anhöhe im benachbarten Acker fanden sich einige jungsteinzeitliche Lesefunde, die eventuell mit dem Grab in Verbindung stehen. In diesem Bereich soll noch im Herbst ein weiterer Auffindungsversuch starten. Wir sind gespannt und werden berichten!


Text: K. Schierhold

  • Einer der Sondageschnitte entlang der Böschung, im Vordergrund Störung mit modernem Schutt (Foto: Altertumskommission für Westfalen/K. Schierhold).

  • Schnitt durch die Böschung, links noch einer der Findlinge, die ehemals zum Megalithgrab gehörten (Foto: Altertumskommission für Westfalen/K. Schierhold).

  • Beim Sieben des Böschungsschutts (Foto: Altertumskommission für Westfalen/C. Ohrmann).


Publikationsdatum: 04.09.2017

Themen: Was gibts neues?, Hinter den Kulissen, Bei der Arbeit, Megalithik