Die Preisträgerin Dr. Stephanie Menic (Mitte) mit LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (links) und Dr. Johann-Sebastian Kühlborn, stellvertretender Vorsitzender der Altertumskommission für Westfalen (rechts) (Foto: Altertumskommission für Westfalen/C. Ohrmann).

Karl-Zuhorn-Preis für Dr. Stephanie Menic

Alle drei Jahre zeichnet der Kulturausschuss der Landschaftsversammlung junge Wissenschaftler, die sich um die Erforschung Westfalens verdient gemacht haben, mit dem Karl-Zuhorn-Preis aus. In diesem Jahr folgte der Rat für Westfälische Landeskunde der Empfehlung der Altertumskommission und verlieh den Preis an Frau Dr. Stephanie Menic für ihre engagierte und umfassende Forschung zur vorrömischen Eisenproduktion im Siegerland.

Am vergangenen Donnerstag (12.07.2018) fand die feierliche Preisverleihung im Erbdrostenhof in Münster statt.

Die LWL-Kulturdezernentin begrüßte die anwesenden Gäste mit lobenden Worten über die Preisträgerin (Foto: Altertumskommission für Westfalen/C. Ohrmann).

In ihrer Begrüßung lobte die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger die verdienstvolle Arbeit von Stephanie Menic. Durch ihre Auswertungen zahlreicher Alt- und Neugrabungen ist das Siegerland nun nicht nur die größte urgeschichtliche Eisenproduktionsregion Mitteleuropas, sondern auch die am besten erforschte.

Anerkennende Worte fand auch Dr. Johann-Sebastian Kühlborn bei seiner Laudatio für die Preisträgerin (Foto: Altertumskommission für Westfalen/C. Ohrmann).

Bereits in ihrem Studium und während ihrer Examenszeit widmete sich Stephanie Menic der vorrömischen Eisenproduktion im Siegerland. In ihrer Dissertation stellte sie erstmals den gesamten Herstellungsprozess bei der Eisenproduktion dar und „arbeitete konsequent interdisziplinär mit archäometallurgischen, anthrakologischen und bodenkundlichen Quellen“, so Dr. Johann-Sebastian Kühlborn, stellvertretender Vorsitzender der Altertumskommission in seiner Laudatio. Neben ihrem „großen Engagement bei echter archäologischer Kernarbeit“, lobte Kühlborn weiterhin ihre „sinnvolle Integration von Forschungsansätzen privater Forschungsinitiativen und Heimatforscher, die sie stets respektvoll in ihre Arbeit einbezieht“.

Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger überreichte Dr. Stephanie Menic den Karl-Zuhorn-Preis (Foto: Altertumskommission für Westfalen/C. Ohrmann).

Nach der Preisübergabe durch die LWL-Kulturdezernentin stellte Stephanie Menic ihre Forschungsergebnisse in einem Vortrag vor und gab so den Anwesenden einen Einblick in die eisenzeitliche Montanlandschaft Siegerland.

Die Preistägerin gab mit ihrem Vortrag einen Einblick in ihre Forschungsarbeit (Foto: Altertumskommission für Westfalen/C. Ohrmann).

Die Arbeiten von Stephanie Menic haben zum Wirtschaftswesen in der Eisenzeit richtungsweisende Grundlagen geliefert. Wesentliche Entwicklungen des frühen Hüttenwesens in Mitteleuropa werden durch ihre Forschungen zu montanarchäologischen Fundplätzen in Südwestfalen erstmals im Detail nachvollziehbar. In ihrer Dissertation lieferte sie eine große Palette neuer Ansätze, Fragen und Hypothesen, die Gegenstand zukünftiger archäologischer Forschung sein werden.

(Text: C. Ohrmann).

Die Preisverleihung wurde musikalisch von Prof. Gregor Hollmann am Cembalo begleitet (Foto: Altertumskommission für Westfalen/C. Ohrmann).

Publikationsdatum: 16.07.2018

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