Prorektor Prof. Dr. Michael Quante und Monika Koop von der WWU Münster mit den Vertretern der Gewinner-Teams des WWU-Citizen-Science-Wettbewerbs (Foto: WWU Münster/Kathrin Kottke).

AKo-Projekt gewinnt Citizen-Science-Wettbewerb

Virtuelle Rekonstruktion der Düwelsteene mit 5000 € gefördert

Anfang des Jahres schrieb die Universität Münster erstmals den Citizen-Science-Wettbewerb aus. Citizen Science ist ein Ansatz, die Zusammenarbeit von hauptamtlichen und ehrenamtliche Forschern zu unterstützen und zu fördern, um neue Erkenntnisse zu Fragestellungen im geistes-, natur- und sozialwissenschaftlichen Bereich zu gewinnen. Gefördert werden sollten bei dem Wettbewerb bis zu zwei Projekte mit einer Gesamtsumme von 10.000 €, bei denen Wissenschaftler der Universität gemeinsam mit BürgerInnen zu einem konkreten Thema forschen.

Die Forscher der Altertumskommission bewarben sich zusammen mit der Universität Münster und Vertretern der Stadt Heiden, des dortigen Heimatvereins sowie der Bürgerinitiative Düwelsteene mit dem Projekt „Stein für Stein zurück in die Vergangenheit. Bürgerwissenschaft unterstützt die Rekonstruktion des Großsteingrabs Düwelsteene“ – und zwar mit Erfolg! Die innovative Idee und die modernen Methoden überzeugten die Jury:

Das Megalithgrab wurde 1932 nach den damaligen Vorstellungen restauriert, wobei massiv in die Bausubstanz eingegriffen und das ursprüngliche Aussehen stark verändert wurde. Eine Rekonstruktion des ursprünglichen Zustandes ist heute nicht ohne archäologische Ausgrabungen möglich, die aus denkmalschutzrechtlichen Gründen nicht durchgeführt werden können.

Dies war zumindest der allgemeine Tenor, bis die Altertumskommission von BürgerInnen der Stadt Heiden auf zwei Fotos aus der Zeit vor 1932 aufmerksam gemacht wurden, die die Düwelsteene vor den Restaurierungsmaßnahmen zeigten. Dadurch kam die Idee auf, mithilfe weiterer historischer Aufnahmen ein Image-Based-Model des Grabes anzufertigen und daraus eine virtuelle Rekonstruktion zu entwickeln. Es folgte ein Zeitungsaufruf im Rahmen des „Tags der Megalithik“ 2018 an den Düwelsteenen, der in zahlreichen Berichten und Anekdoten zu den Steinen mündete. Das Potenzial privater Fotosammlungen ist vielversprechend und sollte unbedingt ausgenutzt werden.

 

 

Nach dem Fototermin feierten die Gewinnerteams - mit dem Heidener Uhlen-Dröppken, hergestellt mit Zuaten aus der Umgebung der Düwelsteene (Foto: WWU Münster/Kathrin Kottke).

Aus den Daten soll – ähnlich wie bei den Großen Sloopsteenen in Westerkappeln (s. Blogbeitrag) – ein Film entstehen, in dem sich das Grab von seinem heutigen in den ursprünglichen Zustand zurückverwandelt. Er wird als Highlight einer Wanderausstellung gezeigt werden, die die Ergebnisse des Projekts zusammenfasst und der Öffentlichkeit präsentiert. Diese sollen ebenfalls in der Zeitschrift „Archäologie in Westfalen-Lippe“ (LWL-Archäologie für Westfalen/Altertumskommission für Westfalen), der Zeitschrift „Wissen/Leben“ (WWU Münster) sowie in diversen anderen Medien und über verschiedene Kommunikationskanäle zugänglich gemacht werden. Von Seiten der Universität Münster findet im September die Tagung „Forum Citizen Science“ statt, bei der das Projekt ebenfalls vorgestellt wird.

Da die Resonanz bei den BürgerInnen bereits sehr positiv war, freuen wir uns auf umfangreiches Material, um diese Idee in Kooperation mit allen Beteiligten umzusetzen und die Düwelsteene zu neuem Leben zu erwecken.

 

Text: Deborah Priß


Die Düwelsteene bei Heiden

  • Die Düwelsteene vor der Restaurierung (Foto: Kreisachiv Borken).

  • Die Düwelsteene während ihrer Rekonstrukiton (Foto: Kreisarchiv Borken).

  • Das Großsteingrab Düwelsteene in seinem heutigen Zustand (Foto: Altertumskommission für Westfalen).

Publikationsdatum: 23.07.2019

Themen: Was gibts neues?, Megalithik