#Wirbleibenzuhause

Die Altertumskommission im Homeoffice

Covid19 hat in den letzten Wochen unser aller Leben auf den Kopf gestellt. Hamsterkäufe, Ausgangssperren, Grenzschließungen, Reiseverbote und natürlich Homeoffice – all das schränkt uns nicht nur ein, es nimmt auch deutlich Geschwindigkeit aus unserem Alltag und der Gesellschaft. Zumindest bei den meisten. Andere arbeiten unter enormem Druck, machen Überstunden, riskieren ihre Gesundheit, nur um die Situation unter Kontrolle und alles am Laufen zu halten. Diese „Helden der Krise“ sollten wir unterstützen so gut wir können. Und das ist ganz einfach: Zuhause bleiben, Abstand halten, ruhig bleiben!

Deshalb leistet auch die Altertumskommission ihren Beitrag: Seit Mitte März befinden sich alle Mitarbeiter im Homeoffice. Wie sich das für uns anfühlt, wie wir uns damit arrangieren und wie wir trotz allem positiv bleiben und sogar Spaß am Zuhausebleiben zu haben, möchten wir gerne mit Ihnen teilen.

Also, viel Vergnügen mit unseren Berichten und bleiben Sie (zuhause) gesund!

Foto: V. Brieske

Geschäftsführerin Vera Brieske

Die Geschäfte der Altertumskommission für Westfalen werden nun größtenteils von Gievenbeck aus geführt. Dank des Server-Zugangs von zuhause aus erreichen mich alle Mails und wichtigen Infos, die ich an das AKo-Team weiterleiten kann. Also Arbeiten wie im Büro - sogar das gewohnte kreative Chaos auf dem Schreibtisch stellt sich langsam ein. Endlich ist auch Zeit für Forschung, denn ein wissenschaftlicher Aufsatz harrt seiner Vollendung. Riesiger Vorteil außerdem: Mittagspause auf der sonnigen Terrasse und zwischendurch noch ein paar Blumen und Kräuter in den Garten pflanzen.

Foto: R. Lassmann

Assistentin der Geschäftsführung Ute Lassmann

Die selbstgewählte Struktur im Homeoffice gibt mir Sicherheit. Es funktioniert sehr gut, meine Zeit sinnvoll zu managen und Prioritäten zu setzen. Im Homeoffice produktiv zu sein, aber auch gleichzeitig entschleunigen zu können und meine Mitmenschen und mich mit Abstand und Kontakteinschränkung zu schützen, gibt mir ein gutes Gefühl.

Foto: U. Steinkrüger

Wissenschaftliche Referentin Ulrike Steinkrüger

Da es relativ ruhig ist, kann ich meine Arbeitszeit gerade fast vollständig für die Wegeforschung einsetzen. Das meiste davon spielt sich drinnen am Computer ab, aber ab und zu ergibt sich die Gelegenheit, Unterlagen mit nach draußen auf die Terrasse zu nehmen und während der Arbeit Sonne und frische Luft zu tanken.

Foto: L. Klinke

Wissenschaftlicher Projektmitarbeiter Leo Klinke

Ich nutze die vorösterlichen Tage der Corona-Einschränkungen, um meinen Urlaub zu nehmen, in der Hoffnung, dass ein Großteil unserer AKo-Events (z.B. der Tag der Megalithik am 26.04.) in der zweiten Jahreshälfte nachgeholt werden können. Beim Urlaub im eigenen Garten finde ich die Zeit, um Fachartikel zu schreiben.

Foto: R. Kahlenberg

Wissenschaftliche Volontärin Deborah Priß

Mit viel Schoki, Kaffee und Energydrinks das Homeoffice rocken! Naja gut, so schlimm ist das Redigieren der Beiträge für die Archäologie in Westfalen-Lippe 2019 dann doch nicht ;) Die Corona-bedingten Einschränkungen haben mir eigentlich eher dabei geholfen, ein bisschen zurückzuschalten und alles etwas entspannter anzugehen. Während ich sonst versucht habe, nach der Arbeit noch möglichst viel Sozialleben, Sport und andere „Verpflichtungen“ unterzubringen,  kann ich jetzt deutlich weniger gestresst durch den Tag gehen. Den fehlenden Sport kompensiere ich zumindest ein wenig durch Joggen, Heimtraining und ausgedehnte Spaziergänge; Soziale Kontakte sind heutzutage zum Glück recht unkompliziert zu pflegen. Trotzdem ist es nicht dasselbe und mir fehlt schon einiges – aber es ist ja nicht für ewig und ich nehme es gerne in Kauf :)

Foto: F. Faasen

Studentischer Volontär Felix Faasen

Für mich bedeutet die Arbeit im Homeoffice, verstärkt die Arbeit an der Wegedatenbank „ViaDelos“ weiterzuführen. Außerdem beschäftige ich mich mit der Erstellung von 3D-Modellen. Gar nicht so einfach, eine Software-Schulung im Selbststudium durchzuführen. Das Homeoffice ist durchaus komfortabel, da man von der Yoga-Matte an den Schreibtisch wechseln kann und die eigene Küche eine deutlich bessere Nervennahrungsversorgung bietet als die Notfallschublade im Büro. Doch ist die Arbeit auch eintöniger und man wird leichter abgelenkt. Gut, dass ich hin und wieder ins Büro fahren kann, und sei es nur zum Aufräumen des Lagerraums. Auch einen Kaffee-Vollautomaten würde ich gerne fürs Homeoffice beantragen, doch leider hat die Hauptverwaltung noch keine entsprechenden Formulare zum Download bereitgestellt.

Foto: F. Jüngerich

Studentischer Volontär Florian Jüngerich

Ich transkribiere im Homeoffice alte Burgenakten aus der Zeit vor 1925. Dazu habe ich meine Paläographie-Unterlagen aus der Uni wieder rausgekramt, genauso wie meinen alten Bildschirm. Dort kann ich nämlich, wenn die Schrift sehr unleserlich ist, die eingescannten Handschriften vergrößern und genauer vergleichen. Dabei handelt es sich überwiegend um persönliche Korrespondenz zwischen Entdeckern, Vermessern, Lehrern, Pfarrern und den zuständigen "geheimen Bauräten" oder auch Vorständen der AKo bzw. den Uni-Professoren. Ich denke, dass so einige interessante und eventuell vergessene Einzelheiten wieder ins Gedächtnis kommen könnten. Daneben beschäftige ich mich mit SfM (Structure-from-Motion), mache mich mit den Programmen vertraut, lese Fachliteratur und erstelle eigene kleine 3D-Modelle.


Publikationsdatum: 14.04.2020

Themen: Was gibts neues?, Hinter den Kulissen, Bei der Arbeit