Aufbaubildungsgang Fachkraft für inklusive Bildung und Erziehung

Mit dem Inkrafttreten der Behindertenrechtskonvention in der Bundesrepublik (26.02. 2009) ist Inklusion gesetzlicher Auftrag geworden.

 

Fachkräfte für inklusive Bildung und Erziehung übernehmen in ihren Arbeitsfeldern – Schule, Tageseinrichtung für Kinder, Offener Ganztag sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe – eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des neuen pädagogischen Leitbildes. Leitziel ist dabei die Angleichung der Lebenschancen und -perspektiven von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in den genannten Handlungsfeldern.

 

Basis der pädagogischen Arbeit ist eine respektvolle, wertschätzende Haltung gegenüber Heterogenität, eine inklusive Grundhaltung gegenüber denen, deren Entwicklung von Exklusion gekennzeichnet oder bedroht ist: Kinder und Jugendliche mit Behinderungen, Lernstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Migrationshintergrund und junge Flüchtlinge.

 

Neben der Entwicklung einer Haltung sind auch konkrete Umsetzungsprozesse in den Einrichtungen notwendig. Die Gestaltung von Raum und Umgebung, die Bereitstellung entwicklungsfördernder Materialien sind wichtige Bestandteile der pädagogischen Arbeit. Alltagsbezogene, pädagogische Handlungskonzepte für inklusiv zu gestaltende Arbeit werden unterrichtlich aufbereitet. Die Kooperation im Team, die Zusammenarbeit mit Eltern, Angehörigen und / oder gesetzlichen Betreuern als wichtige Bausteine der Arbeit werden ebenso thematisiert wie die Zusammenarbeit in Netzwerken, die Kooperation mit anderen Einrichtungen.

 

Der Aufbaubildungsgang soll letztlich einen Beitrag leisten, die konzeptionelle Arbeit im Sinne inklusiver Pädagogik in den Einrichtungen weiter zu entwickeln. Es sollen Wege aufgezeigt werden, wie die Implementierung von Strukturen und Prozessen gelingen kann.

Dauer und Organisation der Weiterbildung

Der Aufbaubildungsgang umfasst 600 Stunden und wird in internetgestützter Teilzeitform angeboten. Er erstreckt sich über 2 Schuljahre, im letzten Schulhalbjahr findet die Abschlussprüfung statt.

Der Unterricht ist in Form eines Blended Learning (gemischtes Lernen)  Konzeptes organisiert. Präsenzphasen des Lernens vor Ort in Hamm werden mit Distanzlernphasen, Phasen des Lernens, die online übers Netz stattfinden, gemischt. Basis für die Distanzlernphasen ist die Lernplattform ‚Fronter‘. Inhalte werden den Studierenden über gestaltete Themenseiten zugänglich gemacht. Sie erhalten von den Lehrkräften individuelle Rückmeldungen zu ihren Bearbeitungen und tauschen sich untereinander über Foren und Chats aus. Durch zusätzliche Regionalgruppenarbeit lernen die Studierenden andere inklusiv arbeitende Systeme, Einrichtungen und deren Arbeitsweisen sowie Konzeptionen kennen.

Das Angebot zielt darauf ab, MitarbeiterInnen in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern, die auf ein flexibles Weiterbildungsangebot angewiesen sind, ein adäquates Bildungsangebot zu machen.

 

Insgesamt gibt es in den ersten 3 Schulhalbjahren jeweils 5 Präsenztage vor Ort in Hamm. Hinzu kommen – über den Zeitraum der Weiterbildung verteilt – 8 Tagesblöcke, in denen Einblicke in gewählte Methoden gegeben werden: Psychomotorik, sensorische Integration, Spiel, Snoezelen / Basale Stimulation und Kommunikation.

 

Im 4. Halbjahr finden an zwei Tagen die Prüfungen statt.

Lehrplan

Aufnahmevoraussetzungen

Eine abgeschlossene Fachschulausbildung im Sozial- und Gesundheitswesen. Über Ausnahmen entscheidet die Schulleitung im Einvernehmen mit der Bezirksregierung.

Prüfung / Abschluss

Im Rahmen der Prüfung ist ein durchgeführtes und Projekt zu verschriftlichen und zu präsentieren.

Nach bestandener Prüfung erhalten die AbsolventInnen ein Zertifikat, das ihnen bescheinigt, als Fachkraft für inklusive Bildung und Erziehung an verantwortlicher Stelle tätig sein zu können.

Bewerbungsunterlagen

Es sind beizufügen:

  1. ein Lebenslauf
  2. zwei Lichtbilder
  3. der Nachweis des Abschlusses einer Fachschule des Sozialwesens oder andere pädagogische vergleichbare Abschlüsse (FH, Universität).
    Über Ausnahmen entscheidet die Schulleitung im Einvernehmen mit der Bezirksregierung.
  4. ein erweitertes Führungszeugnis

der Nachweis einer Beschäftigung in einem inklusiv orientierten Arbeitsfeld

Kosten der Ausbildung

Es besteht Schulgeld- und Lehrmittelfreiheit. Im Einzelfall kann ein Rechtsanspruch auf Förderung nach den Bestimmungen des SGB III (Förderung der beruflichen Weiterbildung) gegeben sein.

Unterkunft und Verpflegung

Es ist möglich, in dem der Schule angeschlossenen Gästehaus zu übernachten und sich dort selbst zu verpflegen.

Anfragen und Bewerbungen

LWL Berufskolleg

Heithofer Allee 64, 59071 Hamm

 

Sekretariat

Adelheid Wortmann

Tel.: 02381 893-8504

Fax  02381 983-8531

adelheid.wortmann@lwl.org

 

Nina Keßler

Tel.: 02381 893-8505

Fax: 02381 8938531

Nina.kessler@lwl.org

 

Schulleitung

H.- Joachim Büker, OStD

Stellv: Margret Schumacher, StD‘