Therapieverfahren

Ergotherapie

Wir unterstützen und begleiten Patient/innen, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist es, sie in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit, in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Spezifische Aktivitäten und Beratung tragen dazu bei, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.
Unter dem Begriff Ergotherapie werden zwei Bereiche zusammengefasst: Beschäftigungstherapie und Arbeitstherapie; beide werden in der LWL-Klinik Warstein angeboten.

Aufgaben und Bereiche der Beschäftigungstherapie

Beschäftigungstherapie ist eine Therapieform, bei der handwerkliche und kreative Beschäftigungen gezielt eingesetzt werden, um verloren gegangene körperliche oder seelische Fähigkeiten wieder aufzubauen oder Ersatzfunktionen einzuüben. Beschäftigungstherapeutische Interventionen orientieren sich grundsätzlich an den verschiedenen Klientengruppen unserer Einrichtungen und stehen unter den Oberbegriffen Aktivierung, Stabilisierung und ggf. Vorbereitung auf weitere rehabilitative Maßnahmen.
Zentrale Themen sind:

  • Erweiterung von Fähigkeiten im Bereich des Selbstbildes, z.B. Selbstvertrauen, Selbständigkeit, Rollenverhalten, Verantwortung
  • Förderung der emotionalen Fähigkeiten wie z.B. Initiative, Motivation, Interessen
  • Förderung von sozialen Fähigkeiten, z.B. Kontakt zu Einzelnen und Gruppen, Integration in Arbeitsgruppen und Kommunikation
  • Förderung der Aktivitäten des täglichen Lebens, besonders in der gerontopsychiatrischen Behandlung
  • Förderung der sensomotorischen Fähigkeiten wie z.B. Orientierung und Wahrnehmung.

Beschäftigungstherapie findet in Einzel- und Gruppentherapie sowie in Kleingruppen statt. Hierbei stehen verschiedene methodische Vorgehensweisen zur Wahl. Es werden kompetenzzentrierte, interaktionelle und ausdruckszentrierte ergo-/beschäftigungs¬therapeutische Maßnahmen durchgeführt.

Die Methoden orientieren sich grundsätzlich an den jeweiligen patientenbezogenen Therapiezielen unserer Klient/innen. Beschäftigungstherapeutische Angebote finden in allen Bereichen der LWL-Klinik Warstein statt.
 

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Ziele und Aufgaben der Arbeitstherapie

Die Arbeitstherapie dient der ressourcenorientierten Heranführung an berufliche Anforderungen und Belastungen. Ziel ist, die Belastungsfähigkeit zu erproben, wiederherzustellen und zu steigern. Damit sollen den Patient/innen realistische Perspektiven eröffnet werden, etwa im Hinblick auf die Erwerbsfähigkeit oder bei der Sicherstellung einer selbständigen Lebensführung.

Zu unseren Aufgaben gehört es, eine Arbeits- und Berufsanamnese zu erheben, Anforderungsprofile von beruflichen Tätigkeiten zu erstellen und Eignungs- bzw. Fähigkeitsprofile zu ermitteln. Wir stellen individuelle Förder- und Trainingsprogramme zusammen. Dabei wird besonders ein Schwerpunkt auf die Fähigkeit zum planerischen Handeln, Übernahme von Verantwortung und Bereitschaft zur Eigeninitiative gelegt. Die praktische Umsetzung erfolgt innerhalb unserer Angebotspalette, in ausgewählten Praktikumsbetrieben in der Region oder am eigenen Arbeitsplatz.

  • Wir trainieren Ausdauer, Konzentrationsvermögen, Merkfähigkeit und Gedächtnisleistung.
  • Wir überprüfen handwerkliche Fähigkeiten und Fertigkeiten.
  • Wir schaffen die Rahmenbedingungen für die Fähigkeit, mit Anderen zu reden und Kontakte aufzunehmen.
  • Wir unterstützen Selbstvertrauen, Entscheidungsfähigkeit und Durchsetzungsvermögen.
  • Wir üben gemeinsam rechnen, schreiben, planen und organisieren.
  • Wir optimieren Bewerbungsunterlagen und üben, Bewerbungsgespräche erfolgreich zu führen.
  • Wir beraten bei beruflicher Rehabilitation.
  • Wir halten Kontakt mit Integrationsfachdiensten, der Agentur für Arbeit und der Deutschen Rentenversicherung.
  • Wir testen und erfassen berufliche Kompetenzen.
  • Wir führen psychologisch diagnostische Testungen durch und trainieren und steigern Gedächtnisleistungen („Cogpack“).

Diagnostische Maßnahmen zur Abklärung von Arbeitsfähigkeit und beruflichen Perspektiven

Im Rahmen unseres Behandlungsauftrages und zur Vorbereitung unserer Klient/innen auf berufliche Rehabilitationsmaßnahmen ist es notwendig, schon frühzeitig im Behandlungsverlauf entsprechende diagnostische Verfahren einzusetzen. 

Bei beruflichen Entscheidungsprozessen kann eine diagnostische Unterstützung sehr hilfreich sein. „Mit dem ‚hamet 2’ steht ein Verfahren zur Verfügung, mit dessen Hilfe es möglich ist, praktische und soziale Ressourcen zu erkennen – Ressourcen, die mit den üblichen Papier-Bleistift-Verfahren nicht erfasst werden können. Berufliche Kompetenzen lassen sich mit dem ‚hamet 2’ anforderungsnah, handlungsbezogen und wissenschaftlich gesichert erkennen und fördern“ (Dieterich et.al., 2005). Die erwerbsbezogene Leistungsfähigkeit bezüglich Arbeitsqualität, Arbeitstempo und Arbeitsverhalten wird in einem individuellen Leistungsbild beurteilt. Die Ergebnisse werden in die beruflichen Entscheidungsprozesse einbezogen und können in der Zusammenarbeit aller Beteiligten (Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Kostenträger) zu mehr Orientierung und Transparenz verhelfen.

Weitere diagnostische Verfahren, die in der Ergotherapie genutzt werden, sind das „Kanadische Modell der Betätigungsperformanz“ (kurz: CMOP), die „Merkmalprofile zur Eingliederung leistungsgewandelter und behinderter Menschen in Arbeit“ (kurz: Melba) und das „Lübecker Fähigkeiten Profil“ (kurz: LFP).

Unser Team

Derzeit bilden 15 Mitarbeiter/innen das Team der Ergotherapie. Im Rahmen der Ausbildung zum/zur Ergotherapeut/in absolvieren außerdem regelmäßig Schüler/innen der Fachschulen ihre Berufspraktika in den ergotherapeutischen Abteilungen. Um die ständige Weiterentwicklung der ergotherapeutischen Behandlung in unserem Hause zu gewährleisten, nehmen wir an Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen regelmäßig teil.


Kontakt
Ansprechpartner
Dirk Saßenroth
Tel.: 02902 82-8101
E-Mail: dirk.sassenroth@wkp-lwl.org

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