Forensische Psychiatrie in Hörstel

Die Zahl der Maßregelvollzugspatienten ist in den vergangenen Jahrzehnten sehr stark gestiegen. Deshalb will das Land Nordrhein-Westfalen fünf neue forensische Kliniken mit jeweils 150 Plätzen bauen: in den Landgerichtsbezirken Münster, Dortmund, Essen, Bonn und Wuppertal.

Für den Landgerichtsbezirk Münster wird bis voraussichtlich 2020 eine Maßregelvollzugklinik auf dem ehemaligen Nato-Flugplatz in Hörstel gebaut. Die Trägerschaft übernimmt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Auf diesen Internetseiten möchte der LWL über die geplante Maßregelvollzugseinrichtung in Hörstel informieren.

Das Fachkrankenhaus ist der Ersatzneubau für die LWL-Maßregelvollzugsklinik Rheine. Diese wurde bereits 2006 als Übergangsgangsklinik eröffnet, um der gestiegenen Patientenzahl gerecht zu werden.

LWL-Maßregelvollzugsklinik Rheine

Der Info-Film gibt Einblicke in Arbeit und Alltag in der Klinik



Aktuelles

LWL-Pressemitteilung vom 1. Dezember 2016


Land zeigt Planungsbeirat Hörstel erste Klinikentwürfe

LWL informiert mit neuem Internetauftritt über die zukünftige Einrichtung

Der Entwurf zeigt das künftige Klinikgelände auf dem ehemaligen Nato-Flugplatz Hopsten auf einer Fläche von etwa sechs Hektar aus süd-westlicher Perspektive: Herzstück der Klinik werden die beiden miteinander verbundenen K-förmigen dreistöckigen Patientengebäude sein. Nördlich davon befindet sich der geplante Reha-Bereich mit angeschlossener Turnhalle - beide Gebäude werden zusätzlich von einem Sicherheitszaun vom übrigen Teil des Klinikgeländes abgegrenzt sein. Der einzige Zu- und Ausgang der Klinik ist im Norden über die so genannte Pforte vorgesehen. Westlich davon liegen das Verwaltungsgebäude, ein Gebäude für die Arbeits- und Beschäftigungstherapie sowie ein Gewächshaus. Auch ist am südlichen Ende des Geländes ein Sportfeld vorgesehen. Grafik: agn Niederberghaus & Partner GmbH/Landesbeauftragter für den Maßregelvollzug NRW

Hörstel/Münster (lwl). Zwei dreigeschossige Patientengebäude, weitere für die Ergotherapie und für die Verwaltung, ein Gewächshaus, die Pforte, ein großzügiger Außenbereich und eine Reha-Station mit angeschlossener Turnhalle: Erste Plandarstellungen, wie die neue Maßregelvollzugsklinik in Hörstel später aussehen soll, sahen am Mittwoch (30.11.) die Mitglieder des Planungsbeirates im Rathaussaal in Hörstel-Riesenbeck. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Träger der geplanten Klinik, und der Landesbeauftragte für den Maßregelvollzug des Landes Nordrhein-Westfalen informierten anhand dessen über den aktuellen Planungsstand des Projektes. Zudem präsentierte der LWL den neuen Internetauftritt für die geplante Einrichtung in Hörstel.

Turnhalle: Land und LWL berücksichtigen Hörsteler Wünsche

Vorgestellt wurden die ersten Klinikentwürfe des Ibbenbürener Planungsbüros agn von Ulrich Scheinhardt, Baudezernent des Landesbeauftragten für den Maßregelvollzug. Dabei zeigte er nicht nur einen grafischen Überblick über das gesamte spätere Klinikgelände und erste virtuelle Ansichten einer Station, sondern auch die vorläufige Planung der klinikeigenen Turnhalle, die später von den örtlichen Sportvereinen mitgenutzt werden kann. "Das Land und der LWL haben bei den Planungen den Wunsch aus der Bevölkerung berücksichtigt, dass die Turnhalle auch von örtlichen Vereinen mitgenutzt werden kann", sagte Scheinhardt.

"Dass dies tatsächlich aufgenommen wurde, erfreut uns sehr", sagte Heinz Hüppe, Vorsitzender des Hörsteler Planungsbeirates. "Das ist eine charmante Sache, die auch dazu beitragen wird, dass die Klinik für die Hörsteler erlebbarer wird. Gleichzeitig wird dies für viel Akzeptanz in der Bevölkerung sorgen", fügte Hörstels Bürgermeister David Ostholthoff hinzu. 

Patienten werden in Einzelzimmern untergebracht sein

Das forensische-psychiatrische Krankenhaus wird auf einem etwa sechs Hektar großen Gelände im südlichen Bereich der einstigen Start- und Landebahn des ehemaligen NATO-Flugplatzes Hopsten (Kreis Steinfurt) entstehen. Die 150 Patienten werden auf sechs Stationen mit jeweils drei Wohngruppen in Einzelzimmern untergebracht. 

Neben regulären Behandlungsstationen sind auch zwei Intensivbehandlungs-Wohngruppen sowie eine Reha-Station geplant. Für Krisenfälle werden außerdem reizarme Spezialräume eingerichtet - sogenannte Kriseninterventionsräume. In den verschiedenen Therapiebereichen entstehen unter anderem Räume und Flächen für die Arbeits- und Ergotherapie, eine Sporthalle für die Bewegungstherapie, ein Kreativbereich, Schulräume sowie ein Gewächshaus, Grünflächen und ein kleines Außengehege für die bereits in der LWL-Klinik Rheine erfolgreich angewandte Tiertherapie. In einem sogenannten Multifunktionsraum wird eine Caféteria eingerichtet. Dieser Raum wird später auch für interne Veranstaltungen und die Sitzungen des Klinikbeirates genutzt. 
 

Generalplaner kommt aus der Region

Die gesamte Anlage wird von einem 5,50 Meter hohen Sicherheitszaun mit nur einem zentralen Ein- und Ausgang umgeben sein. Diese Pforte ist als Sicherheitsschleuse angelegt. Der gesamte Klinikkomplex wird als ein nach außen hin geschlossenes System gebaut.

Zuständig für den Bau der geplanten Maßregelvollzugsklinik ist das Land Nordrhein-Westfalen. Derzeit läuft die konkrete Planungsphase für den Neubau. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes NRW hat das Ibbenbürener Planungsbüro agn als Generalplaner mit dem Projekt beauftragt. Das Planungsbüro agn erarbeitet aktuell Grundrisse und Ansichten in enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn, dem Land NRW, und dem LWL als künftigem Träger der Klinik. Auch mit der Stadt Hörstel werden die Planungen eng abgestimmt.  

LWL informiert mit neuem Internetauftritt über die Klinikpläne

Über die geplante Einrichtung wird der LWL ab sofort mit einem Internetauftritt informieren. Die Seiten sind lesbar über: http://www.lwl.org/LWL/Gesundheit/Massregelvollzug/Kliniken/Hoerstel 

"Unser Ziel ist es, sachlich, aktuell und umfangreich über die künftige Maßregelvollzugsklinik zu informieren", sagt LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg. "Denn die Resozialisierung psychisch und suchtkranker Straftäter ist nur mit der Gesellschaft möglich und nicht gegen sie." Um das Verständnis für den Maßregelvollzug aktiv zu fördern, setze der LWL auf Information und größtmögliche Transparenz.


LWL-Pressemitteilung vom 16. September 2016

Christoph Winkeler vertritt ab sofort die katholische Kirchengemeinde St. Reinhildis im Planungsbeirat für die geplante Maßregelvollzugsklinik in Hörstel-Dreierwalde. Foto: privat

Christoph Winkeler engagiert sich im Forensik-Beirat

LWL-Ausschuss beruft Hörstel Pfarrer in das Mitwirkungsgremium

Münster/ Hörstel (lwl). Die Mitglieder des Gesundheits- und Krankenhausausschuss des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) haben am Mittwoch (14.9.) in Münster Christoph Winkeler in den Planungsbeirat für die geplante Maßregelvollzugsklinik in Hörstel-Dreierwalde (Kreis Steinfurt) berufen.

Der Pfarrer der Hörsteler Gemeinde St. Reinhildis nimmt damit ab sofort einen Platz in dem Mitwirkungsgremium ein. „Der Beirat ermöglicht, sich nicht nur frühzeitig über die geplante Maßregelvollzugsklinik zu informieren, sondern auch beratend bei ihrer Entstehung mitzuwirken“, sagt Winkeler, der im Beirat die Nachfolge von Diakon Peter Siefen antritt. Siefen, der bislang die katholische Kirchengemeinde im Mitwirkungsgremium vertrat, wechselte zum 1. Juni zur Gemeinde St. Antonius von Padua nach Rheine.