Während einer der frischgebackenen Tischlergesellen (i. Hintergrund) weiter an einem Werkstück feilt, freut sich sein Ausbilder Ralf Doerdrechter mit dem Leiter der Ergotherapie Peter Kaufmann und der therapeutischen Abteilungleiterin Dorothea Dewald (v.r.) über die erfolgreichen Gesellenprüfungen. Foto: LWL/SchuFi

Bessere Zukunft mit Gesellenbrief

Drei Forensik-Patienten bestehen Tischlerprüfung

01.09.2016

Lippstadt (lwl). "Tischler war immer mein Traumberuf", sagt der 36jährige Forensik-Patient im karierten Hemd, der seinen Namen nicht genannt sehen will. Gemeinsam mit zwei weiteren Patienten des LWL-Zentrums für Forensische Psychiatrie Lippstadt hat er im Sommer vor der Tischlerinnung Soest/Lippstadt seine Gesellenprüfung bestanden. Alle drei Absolventen haben zwar noch kein Entlassdatum - aber nun mehr Hoffnung auf eine bessere Zukunftsperspektive.

Drei Jahre hat die Ausbildung in den arbeitstherapeutischen Holzwerkstätten der Lippstadt-Eickelborner Klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) gedauert. Von anfangs sechs Interessenten haben drei die Ausbildung begonnen und beendet, einer sogar als einer der besten unter 34 Absolventen seines Jahrgangs aus ganz normalen Handwerksbetrieben des Innungsbezirks. "Eine reife Leistung", sagt Tischlermeister und Klinik-Arbeitstherapeut Ralf Doerdrechter und erklärt, dass es für viele Patienten eine große Herausforderung sei, langfristig an einer Sache dranzubleiben, Absprachen einzuhalten und Rückschläge wegzustecken.

Darauf ist auch der frisch gebackene Tischlergeselle sehr stolz. "Früher habe ich oft alles hingeschmissen, wenn´s stressig wurde. Hier habe ich gelernt, mich runter zu regulieren, wenn der Stress einsetzt", erzählt der Patient. Dabei habe ihm die Therapie sehr geholfen, direkt nach der Einweisung hätte er das nicht gepackt, ist er sich sicher. Seit acht Jahren ist der psychisch kranke Straftäter im Maßregelvollzug. Ziel der Behandlung ist es, ihn nach Möglichkeit soweit zu therapieren, dass er sich ohne weitere Straffälligkeit wieder in der Gesellschaft zurechtfinden kann.

"Für die Wiedereingliederung der Patienten ist die Ausbildung ein wichtiger Baustein", erklärt die therapeutische Abteilungsleiterin Dorothea Dewald. Ganz wichtig: Der Gesellenbrief verbessere natürlich die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt - aber die Ausbildung sei auch therapeutisch wertvoll. "Die Patienten können soziale Fähigkeiten ausbauen, neue Verhaltensweisen lernen und Selbstvertrauen gewinnen", sagt Dewald.

Die Patienten-Azubis müssen die gleichen fachlichen Anforderungen erfüllen wie die Auszubildenden draußen. Ein Berufsschullehrer kommt als Honorarkraft in die Klinik, Fachkunde-Unterricht gibt Doerdrechter selber. "Nur der direkte Kontakt zum Kunden ist nicht möglich - ebenso wenig die Montage vor Ort beim Kunden", sagt der Ausbildungsleiter. Bis zur späteren Entlassung arbeiten die Tischlergesellen weiter in der Holzwerkstatt der Klinik. Denn, was kaum jemand weiß: Hier werden auch Aufträge von außen zugesägt, gehobelt und geleimt - darunter Möbel nach Maß, Türen, Einbauschränke oder Teeküchen.

Insgesamt werden im forensischen LWL-Zentrum derzeit zurzeit 327 Patienten behandelt. Neben der Holzwerkstatt firmieren unter dem Sammelbegriff 'Ergotherapie‘ (Leitung Peter Kaufmann) eine Keramik- und eine Metallwerkstatt, ein Bürotraining, ein offenes Kunstatelier und eine industrielle Fertigungsabteilung.


Gisa Lieweris-Amsbeck ist zur Therapeutischen Leiterin der LWL-Klinik für Forensische Psychiatrie Dortmund, Wilfried-Rasch-Klinik berufen worden (Foto: LWL/Schulte-Fischedick)

Psychologin wird Leiterin der Dortmunder LWL-Forensik

Gisa Lieweris-Amsbeck zur Therapeutischen Leiterin berufen

Die psychologische Psychotherapeutin und forensische Sachverständige Gisa Lieweris-Amsbeck ist Mitte Juni (15.6.2016) zur Therapeutischen Leiterin der LWL-Klinik für Forensische Psychiatrie Dortmund, Wilfried-Rasch-Klinik, berufen worden. Der Gesundheits- und Krankenhausausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) wählte die 55jährige Diplom-Psychologin (Jg. 60) einstimmig zur Nachfolgerin von Ute Franz.

Die geborene Lüdenscheiderin wird ihr Amt voraussichtlich zum 1. September antreten. Nachdem Lieweris-Amsbeck 1993 ihr Studium der Rechtswissenschaften und 1996 das Studium der Psychologie in Bielefeld erfolgreich abgeschlossen hatte, zog es sie nach kurzen beruflichen Stationen unter anderem in der Krisenhilfe und Drogenentwöhnung in Essen und Flensburg in den Süden Deutschlands. Nach zwei Jahren an einer Fachklinik für Psychosomatik und Psychotherapie in Obersdorf arbeitete Lieweris-Amsbeck von 2002 bis 2010 in der Forensischen Klinik am Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren, ab 2004 als stellvertretende Direktorin der Klinik.

Zuletzt führte die erfahrene forensische Gutachterin eine Praxis als Psychologische Psychotherapeutin und Supervisorin in Kaufbeuren. Die verheiratete Mutter einer Tochter wird im Herbst nach Dortmund ziehen.


Sie gaben das Startsignal zum Bau des neuen Patientengebäudes: NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (v.l.) und Christof Sommer, Bürgermeister der Stadt Lippstadt, der Landesbeauftragte für den Maßregelvollzug NRW, Uwe Dönisch-Seidel, sowie Matthias Löb, der Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), und die Geschäftsführerin des BLB NRW Gabriele Willems bei symbolischen Spatenstich. Foto: LWL/ Hannig

Auftakt für Bau eines neuen Patientengebäudes

NRW-Gesundheitsministerin und LWL-Direktor geben Startsignal im LWL-Zentrum für Forensische Psychiatrie Lippstadt

Mit dem ersten Spatenstich haben am Montag (30.5.) die Arbeiten für den 69-Betten-Neubau des Landes NRW auf dem Gelände des LWL-Zentrums für Forensische Psychiatrie Lippstadt (Kreis Soest) begonnen. NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens und Matthias Löb, der Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), sowie der Landesbeauftragte für den Maßregelvollzug NRW, Uwe Dönisch-Seidel, und die Geschäftsführerin des BLB NRW Gabriele Willems gaben auf dem Baufeld das Startsignal für das Projekt.

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens: „Der Neubau ist ein wichtiger Schritt, um die Situation sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch für die Beschäftigten in der Klinik zu verbessern. Gleichzeitig werden damit in Lippstadt-Eickelborn Forderungen nach einer Unterbringung aller Patientinnen und Patienten innerhalb des Sicherheitszauns erfüllt. Wir schaffen in diesem Neubau zeitgemäße Bedingungen, die auch in Zukunft einen qualitativ hochwertigen Maßregelvollzug in der Klinik ermöglichen. Die Verbesserung der Unterbringungsstandards insgesamt im Maßregelvollzug in Nordrhein-Westfalen gehört zu den wichtigen Aufgaben des Landes.“

LWL-Direktor Matthias Löb bedankte sich in seiner Rede für das Vertrauen der Bürger Eickelborns, das sie der Betriebsleitung und dem LWL entgegenbringen. „Eickelborn ist das leuchtende Gegenbeispiel zu den Diskussionen und Protesten an anderen noch in Planung befindlichen Standorten“, so Löb. „Der entstandene Rückhalt ist auch das Ergebnis eines transparenten und offenen Umgangs zwischen den Bürgern, der Stadt und der Klinik – sei es im Beirat, der Sicherheitspartnerschaft oder im täglichen Miteinander.“

Das neue Patientengebäude entsteht im südwestlichen Zipfel des Klinikgeländes mit 69 Einzelzimmern auf drei Etagen. Die drei baugleichen Stationen werden aus jeweils zwei Wohngruppen mit elf, beziehungsweise zwölf Patientenzimmern bestehen. Jede Station wird über einen sogenannten Intensivbetreuungsraum verfügen, in dem Patienten in psychischen Krisen separat behandelt werden können.

Der Neubau ist Ersatz für das älteste forensisch-psychiatrische Klinikgebäude in Westfalen – das Haus 44, das sich außerhalb der Zaunanlage des Hauptgeländes befindet. Mit dem Umzug der dort rund 60 untergebrachten Patienten in das neue Gebäude wird der gesamte forensisch-psychiatrische Bereich künftig im Sicherheitsgelände des LWL-Zentrums für Forensische Psychiatrie Lippstadt integriert sein.  Dafür entsteht um das Gebäude ein 200 Meter langer Plexiglaszaun, der an die bereits bestehende 5,50 Meter hohe Zaunanlage angeschlossen wird.

Mit der Realisierung des Neubaus soll die Zahl der Eickelborner Patienten auf 335 begrenzt werden. Darauf hatten sich das Land, der LWL und die Stadt Lippstadt 2013 verständigt.

Nach derzeitigem Planungsstand kann das Gebäude mit 69 Therapieplätzen für die Behandlung psychisch kranker Straftäter im Frühjahr 2018 in Betrieb genommen werden.


LWL-Direktor besucht LWL-Klinik Schloss Haldem

LWL-Direktor Matthias Löb kam bei seinem Besuch in der Schule der LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem auch mit Patienten und Lehrerin Nicole Kamphues ins Gespräch. Foto: LWL/Hannig

Vom Alphabetisierungskurs bis zum Realschulabschluss

LWL-Direktor Matthias Löb lobt "in NRW einzigartiges Bildungsangebot" in forensischer Klinik

08.03.2016

Ein umfassendes Bild von der LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem hat sich der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Matthias Löb, gemacht. Bei seinem Antrittsbesuch informierte er sich jetzt vor allem über das breite schulische und berufliche Bildungsangebot der Klinik. „Die LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem hat ein hervorragendes Bildungsangebot im schulischen und berufsfördernden Bereich, für eine Suchtklinik absolut einzigartig in Nordrhein-Westfalen“, sagte Löb , als er die Holzwerkstatt und die Klinikschule besuchte.

Seit 2003 hat die Klinik ihr schulisches und berufliches Bildungsangebot massiv ausgebaut. Denn viele in den Maßregelvollzug eingewiesenen Patienten haben erhebliche Defizite gerade bei der Bildung. Jeder dritte hat keinen Schulabschluss und rund 70 Prozent keine abgeschlossene Berufsausbildung. „Weil der Großteil unserer Patienten im geschlossenen Vollzug lebt, was einen Schulbesuch oder eine Lehre außerhalb der Klinik unmöglich macht, wurde in diesen Bereich immer weiter investiert“, erklärte Dr. Ingbert Rinklake, Ärztlicher Leiter der LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem dem LWL-Direktor.  In der klinikeigenen Holzwerkstatt und Gärtnerei werden Qualifizierungsbausteine angeboten,  auch können neben internen und externen Praktika ein Schweißer- und Gabelstaplerschein gemacht und Grundkenntnisse für Fachkräfte in gastronomischen Berufen erworben werden. „Arbeit, ein Beruf, ist für das spätere Leben ehemaliger Patienten eine wichtige Konstante, um nicht wieder rückfällig zu werden“, so Rinklake.

Um dort hin zu kommen, ist es aber für viele nicht selten ein langer Weg. Denn oftmals fehlen schon einfachste Grundkenntnisse. „Unter den Patienten sind viele, die wegen ihrer Alkohol- oder Drogenabhängigkeit die Schule früh abgebrochen haben“, weiß Nicole Kamphues (49). Die Gymnasiallehrerin ist eine von vier Pädagoginnen in der Klinikschule, die Alphabetisierungs- und Leseförderkurse, Aufbaukurse in den Grundfächern Deutsch und Mathematik und Hauptschulkurse mit den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch, Biologie und Erdkunde anbieten. „Hier machen die meisten von ihnen zum ersten Mal positive Erfahrungen mit dem Lernen und mit Zeugnissen“, sagt Kamphues. 73 ihrer Schüler haben in den vergangenen zehn Jahren ihren Hauptschulabschluss nach den Klassen neun und zehn in Kooperation mit der Stemweder Bergschule, einer Hauptschule, absolviert, elf sogar ihren Realschulabschluss.

Intensiv ausgebaut wurde zuletzt das Fach Deutsch als Zweitsprache. Denn vermehrt werden der Klinik Patienten mit Migrationshintergrund zugewiesen. Seit 2014 gibt es deshalb ein E-Learning-Programm. Acht Stunden die Woche lernen die Patienten neben individuellem Sprachtraining vor Computern Deutsch und werden auf die Sprachprüfung A1 bis B1 vorbereitet. „Ich lerne hier zum ersten Mal Deutsch, obwohl ich schon sechs Jahre in Deutschland lebe“, berichtet ein Patient aus Polen.

LWL-Direktor Matthias Löb und LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg hatten sich Ende vergangenen Jahres in Budgetverhandlungen mit dem Land Nordrhein-Westfalen unter anderem dafür stark gemacht, dass auch weiterhin genügend finanzielle Mittel für den Bildungsbereich in Haldem zur Verfügung stehen. Löb: „Die schulische und berufliche Bildung spielt bei der Behandlung von Maßregelvollzugspatienten eine wichtige Rolle. Das Ziel ist, den Patienten nach der stationären Suchttherapie und der Entlassung aus dem Maßregelvollzug draußen Perspektiven zu bieten, sie auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren und so das Rückfallrisiko zu reduzieren.“ 


Forensik: Patienten bleiben immer länger - "Gefährliches Dilemma"?

LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg. Foto: LWL

LWL-Dezernent kritisiert widersprüchliche Erwartungen aus der Öffentlichkeit

04.03.2016

Mehr als ein Viertel der rund 8.000 Patienten im deutschen Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter sind seit zehn Jahren und länger per Gerichtsbeschluss dort untergebracht. Die durchschnittliche Unterbringungsdauer in forensischen Kliniken für schuldunfähige Täter ist bundesweit auf acht Jahre (2008: sechs Jahre) gestiegen. Darauf hat Tilmann Hollweg, Maßregelvollzugsdezernent des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), am Mittwoch (2.3.16) bei der Eröffnung der mit rund 500 Teilnehmern alljährlich größten deutschen Expertentagung der forensischen Psychiatrie (bis Freitag, 4.3.) im westfälischen Lippstadt-Eickelborn hingewiesen.

Zugleich sehe sich der Maßregelvollzug ebenso wie die einweisende Justiz inzwischen "extrem widersprüchlichen Erwartungshaltungen der Öffentlichkeit ausgesetzt", kritisierte Hollweg. Nach der jahrelangen Parole "Wegsperren für immer" sei jetzt die Klage darüber populär, dass Straftäter viel zu schnell in den Maßregelvollzug hinein kämen und viel zu lange drin blieben. Weshalb zum Beispiel Strafverteidiger im Unterschied zu früher alles daran setzten, für ihre Mandanten eine zeitlich begrenzte Gefängnisstrafe anstatt einer unbefristeten Klinikunterbringung herauszuholen.

Bedenkliche Weichenstellungen
Auch bei Entlassungen aus dem Maßregelvollzug könnten öffentliche Debatten bis hin zu aktuellen Reformüberlegungen der Bundesregierung zu bedenklichen Weichenstellungen führen, warnte Hollweg. Es sei zwar problematisch, wenn psychisch Kranke wegen vergleichbarer Straftaten deutlich länger untergebracht seien als gesunde Straftäter. Und es sei grundsätzlich richtig, bei Maßregelvollzugspatienten das Delikt, den Therapiestand und die Gefährdungsprognose auch nach dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz zu beurteilen. Allerdings: Laut Hollweg bergen die geplanten und zusehends schon praktizierten gesetzlichen Neuregelungen für die Maßregelvollzugsverantwortlichen im Einzelfall auch ein "gefährliches Dilemma - nämlich aufgrund eines Gerichtsbeschlusses einen Patienten entlassen zu müssen, obwohl die Klinikexperten eine Rückfallgefährdung nicht ausschließen können."

Als Verantwortlicher für einen der größten forensischen Klinikträger in Deutschland (aktuell rund 1.300 Patienten in sechs Kliniken) plädierte Hollweg dafür, "fachliche und sachliche Erwägungen wieder in den Vordergrund forensisch-psychiatrischen Handelns zu stellen und sich unabhängiger von gesellschaftlichen Zeitgeist-Strömungen zu machen."

"Eintagsfliege" Personalplus?
Für das "unbeirrbare Ziel, Patienten in möglichst kurzer Zeit mit fundierter Behandlung wieder in eine straffreies Leben zu bringen bei höchstmöglichem Schutz der Bevölkerung braucht es neben Menschlichkeit, der Vermittlung von Hoffnung und Vertrauen aber auch ausreichende Ressourcen", sagte Hollweg. Dem Land sei zu danken, dass es "für das Jahr 2016 eine bessere personelle Ausstattung der LWL-Kliniken angekündigt hat, nach Jahren der Einsparung und der Stagnation mit Therapieausfällen und Lockerungsdefiziten." Er hoffe, so Hollweg, "dass dies nicht nur eine Eintagsfliege bleibt."


Beraterin des polnischen Gesundheitsministeriums besucht Wilfried-Rasch-Klinik

Forensik-Beschäftigte Andrea Radandt und Johannes Berning (v.l.) führen die polnische Ministeriumsberaterin Inga Markiewicz (r.) durch die Wilfried-Rasch-Klinik, begleitet von Dr. Bernd Dimmek und Sabrina Wiecek von der LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie. Foto: LWL/SchuFi

Beraterin des polnischen Gesundheitsministeriums besucht Wilfried-Rasch-Klinik

Dortmunder LWL-Forensik bildet Auftakt zu fachlicher Rundreise

Die polnische Juristin und Psychologin Inga Markiewicz hat am Montag (29.2.2016) die LWL-Klinik für forensische Psychiatrie in Aplerbeck besucht. Angeregt durch die Zusammenarbeit in einem EU-Projekt hatte Dr. Bernd Dimmek von der LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie sie zu einer fachlichen Rundreise durch mehrere forensische Kliniken des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) eingeladen.

Zum Auftakt ließ Markiewicz sich in Dortmund vom stellvertretenden Ärztlichen Direktor (komm.) Johannes Berning und der Körperpsychotherapeutin Andrea Radandt bei einer Klinikführung insbesondere das abgestufte Ausgangssystem, die Risikobeurteilung und die ambulante Nachsorge für die Patienten erklären. Sie arbeitet in Warschau in der Abteilung für Forensische Psychiatrie am Institut für Psychiatrie und Neurologie und berät das polnische Gesundheitsministerium in einem Expertenkomitee bei der Zuordnung von forensischen Patienten in unterschiedlich hohe Sicherheitsstufen.

Besonders beeindruckt zeigte sich Markiewicz von den individuell ausgerichteten Behandlungsmaßnahmen und Sicherheitsbeurteilungen. „In Polen werden die Patienten in Einrichtungen mit drei verschiedenen Sicherheitsstufen zugewiesen, hier wird jeder Patient innerhalb einer Einrichtung individuell behandelt und beurteilt“, erklärt sie. Zum Abschluss ihrer Rundreise wird Markiewicz an den Eickelborner Fachtagung im LWL-Zentrum für Forensische Psychiatrie Lippstadt teilnehmen und dort am Donnerstag gemeinsam mit Dimmek und Martin Feißt von der Universität Witten/Herdecke erste Ergebnisse des gemeinsamen EU-Projektes zu den Unterbringungsbedingungen von Langzeitpatienten im Maßregelvollzug in 19 EU-Staaten vorstellen.


Ein Jahr LWL-Akademie für Forensik: Bildungsbaukasten und Brückenschlag

Teilnehmende eines Einführungskurses für neue Beschäftigte im Maßregelvollzug erarbeiten ethische Grundlagen im Umgang mit psychisch kranken Straftätern. Foto: LWL

Maßregelvollzugs-Beschäftigte profitieren von bundesweit vorbildlichem Angebot

10.12.2015

Hunderte Fortgebildete, Brückenschlag zwischen Berufspraxis und Wissenschaft: Ihr erstes Jahr im 'Echtbetrieb‘ hat die LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie (AfoPs) erfolgreich hinter sich. Jetzt geht in die nächste Etappe, was der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als großer kommunaler Klinikträger für seine derzeit mehr als 1.200 Beschäftigten im psychiatrischen Maßregelvollzug entwickelt hat. Das AFoPs-Bildungsangebot im Baukastensystem sucht seinesgleichen im Bundesgebiet.

Tilmann Hollweg. Foto: LWL

Gegründet im Dezember 2014 hat die AFoPs seither rund 850 Teilnehmende in 55 Einzelseminaren und knapp 20 Inhouse-Angeboten fortgebildet. Durch den dreigliedrigen Aufbau der Akademie mit den Sparten "Bildung", "Forschung" und "Qualitätssicherung" ist der angestrebte Brückenschlag zwischen den Anforderungen der Praxis und den Erkenntnissen der Wissenschaft vorstrukturiert."Die Kompetenz der Mitarbeiter ist das Fundament der Sicherheit im Maßregelvollzug für psychisch kranke Rechtsbrecher", sagt LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg. Zwar gehe es im Wesentlichen um zeitgemäße fachliche Inhalte, aber auch ethische Fragestellungen und die Persönlichkeitsbildung der Teilnehmenden würden nicht vernachlässigt.

Mehr als die Hälfte der rund 60 eingesetzten AFoPs-Referentinnen und -Referenten arbeitet selber im LWL-Maßregelvollzug. Der Bezug zur Praxis ist Programm: "Die Kurse sollen fundierte und praxistaugliche Inhalte vermitteln. Wer könnte das besser als gut ausgebildete Fachleute, die die Arbeit im Maßregelvollzug aus eigener Erfahrung kennen", sagt Hollweg. Da "Können und Lehren nicht immer Hand in Hand" gingen, biete die Akademie auch Hilfestellung bei der adressatengerechten Vermittlung der Inhalte an, so Hollweg weiter.

Harald Kolbe. Foto: LWL/Cord

Das Besondere ist der modulare Aufbau des Bildungsangebots: "Die Teilnehmenden können einerseits kontinuierlich Kompetenzen aufbauen, andererseits aber auch einzelne Themen- und Kompetenzfelder gezielt vertiefen", erklärt AFoPs-Bildungsmanager Harald Kolbe. Die besondere Herausforderung bestehe darin, sowohl für die Anfängerin als auch für den erfahrenen Mitarbeiter, sowohl für den Pfortenkollegen als auch für die Fachärztin relevante Bildungsangebote zu machen. Insbesondere im Pflegedienst - der zahlenmäßig stärksten Berufsgruppe im Maßregelvollzug - sei eine immer breitere Aufgliederung der Qualifizierungsebenen vom Pflegeassistenten über die Fachpflegerin bis hin zum studierten Pflegemanager zu beobachten. "Steigende fachliche Anforderungen können nur durch passgenaue und wissenschaftlich fundierte Fortbildung auf allen Ebenen erfüllt werden", sagt Kolbe.

Die mit Geschäftsführung in Herne angesiedelte, aber dezentral arbeitende LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie geht auf ein dreijähriges Vorläufer-Bildungsprojekt (Ende 2011 bis Ende 2014) beim LWL zurück, das mit EU- und Bundesmitteln finanziert wurde. Dabei wurden erstmals klinikübergreifend Bildungsangebote entwickelt, die einerseits die notwendigen Basiskompetenzen vermitteln, andererseits gezielt den Bildungsbedarf auch von langjährig Beschäftigten aufgreifen. Inzwischen nehmen auch externe Interessenten das Angebot in Anspruch. Nach dem erfolgreichen Verlauf des ersten Akademiejahres erscheint nun Ende Dezember der zweite Fortbildungskatalog für 2016.

Hintergrund:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sorgt mit seinen sechs forensischen Kliniken in Lippstadt, Dortmund, Herne, Marsberg, Stemwede/Haldem und Rheine für die fachgerechte Therapie und Sicherung von insgesamt rund 1.200 psychisch kranken und suchtkranken Straftätern und Straftäterinnen. Auch für die vom NRW-Gesundheits-ministerium geplanten neuen Kliniken in Hörstel, Lünen und Haltern (je 150 geplante Plätze) wird der LWL die Trägerschaft übernehmen. Für die stabile Eingliederung von entlassenen Patienten unterhält der LWL ein westfalenweites Netz von forensischen Nachsorgeambulanzen.


Erfolgreicher Abschluss

Die frisch examinierten Pflegeexperten der LWL-Maßregelvollzugskliniken erhielten am Freitag (23.10.) im Beisein von LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg, den Pflegedirektoren der LWL-Maßregelvollzugsklinken sowie der Rektorin der Fachhochschule der Diakonie, Hilke Bertelsmann, Prof. Michael Schulz und Prof. Michael Löhr ihre Zeugnisse. Foto: LWL/Hannig

Studierte Pfleger für die Forensik

Erste Absolventen in bundesweit einmaligem Kooperationsprojekt zwischen dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Fachhochschule der Diakonie

Acht Pflegekräfte aus Maßregelvollzugskliniken des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben ihren ‚Bachelor‘ gemacht –  berufsbegleitend im dreijährigen Studiengang „Psychische Gesundheit/Psychiatrische Pflege“ an der Fachhochschule (FH) der Diakonie in Bielefeld. Ihr Schwerpunkt „Psychiatrische Pflege im Berufsfeld Forensik“ befähigt die frisch examinierten Pflegeexperten, wissenschaftliche Forschungsergebnisse verstärkt im forensisch-psychiatrischen Pflegealltag umzusetzen. Sie sind  die ersten Absolventen eines bundesweit noch beispiellosen Kooperationsprojekts zwischen den derzeit sechs LWL-Maßregelvollzugskliniken und der FH der Diakonie. Am Freitag (23.10.) erhielten die Pflegeexperten in einer Feierstunde in Bielefeld ihre Zeugnisse.

Mit den ersten so genannten Pflegeexperten in der Forensischen Psychiatrie will der LWL-Maßregelvollzug nationale und internationale Forschungsergebnisse künftig stärker in die Alltagspraxis der Maßregelvollzugskliniken einbinden. Gemeinsam mit ihren Kollegen sollen die studierten Pflegekräfte so den LWL-Maßregelvollzug aktiv weiterentwickeln.

Auf den Weg gebracht hatte der LWL-Maßregelvollzug die Kooperation mit der Fachhochschule der Diakonie auf Initiative der Pflegedirektoren der LWL-Maßregelvollzugskliniken in Abstimmung mit dem LWL-Gesamtpersonalrat.

Die acht akademisierten Pflegeexperten hatten ihr berufsbegleitendes Studium 2012 am Lehrstuhl Psychiatrische Pflege an der FH der Diakonie in Bielefeld begonnen. Voraussetzung für die Zulassung zum Studiengang war eine abgeschlossene Berufsausbildung als staatlich anerkannte Pflegekraft, Erzieher, Heilerziehungspfleger sowie eine mindestens zweijährige Berufserfahrung in einem psychiatrischen Arbeitsfeld. 

Wir gratulieren: Tatjana Frank und Irina Ott (LWL-Zentrum für Forensische Psychiatrie Lippstadt), Juliane Rumpke und Christoph Althoff (LWL-Maßregelvollzugsklinik Haldem), Jennifer Kuhnt und Werner Nolte (LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Marsberg), Stefan Grunde (LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne) und Bodo Richard (LWL-Maßregelvollzugsklinik Rheine).


Gemeinsam für die Sicherheit: 6. Fachtagung des LWL und des OLG Hamm am 24.09.2015 im OLG Hamm

Die Referentinnen und Referenten der gemeinsamen Fachtagung Diskutierten über den Umgang mit dem „nichtgeständigen“ Täter/Patienten im Maßregelvollzug und dem „unbehandelten“ Haftentlassenen (v.l.) : Chefärztin Dr. Beate Joachimsmeier, Richter am OLG Hamm Holger Dirks, Ärztliche Direktorin des LWL-Zentrums für Forensische Psychiatrie Lippstadt Dr. Nahlah Saimeh, Vizepräsident des Oberlandesgerichts Hamm Thomas Helmkamp, Sozialamtfrau Sandra Heisiep, LWL-Maßregelvollzugsdezernent Landesrat Tilmann Hollweg, Oberstaatsanwältin Carola Jakobs, Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Hamm Wilhelm Sasse, Rechtsanwältin Ursula Knecht und Leitender Ministerialrat Falk Schnabel (Foto: ©WA/Rother)

Am 24.09.2015 tagten Experten aus den Bereichen der forensischen Psychiatrie und der Justiz zum Thema „Herausforderung für Maßregelvollzug und Justiz: Der ‚nichtgeständige‘ Täter/Patient – Der ‚unbehandelte‘ Haftentlassene“.


Grafik: mehrere Exemplare des Berichts der Beschwerdekommission Maßregelvollzug

Tätigkeitsbericht der Beschwerdekommission Maßregelvollzug für das Jahr 2014

Am 09. September 2015 ist der Tätigkeitsbericht der Beschwerdekommission Maßregelvollzug für das Jahr 2014 vom LWL-Gesundheits- und Krankenhausausschuss beraten worden.


2. Bundeskonferenz der forensisch-psychiatrischen Pflege "Sicherheit durch Kompetenz" am 13. und 14. Juli 2015 in Dortmund

Grafik: Titelseite des Visuakisierungsprotokolls

Mehr Selbstbewusstsein für forensische Pflege gefordert

150 Teilnehmer erörtern künftiges Berufsbild und Aufgabenspektrum - "Schließer gibt es nicht mehr"

 

"Der Pflege- und Erziehungsdienst ist eine der tragenden Säulen für die Therapie und Sicherheit im Maßregelvollzug. Darum sollte die forensische Pflege ihre Anliegen mit mehr Selbstbewusstsein vertreten." Das hat LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg bei der zweitägigen Bundeskonferenz der forensisch-psychiatrischen Pflege "Sicherheit durch Kompetenz" in Dortmund gefordert. 150 internationale Pflegewissenschaftler, Pflegepraktiker, Patienten und Angehörige erörterten auf Einladung der Pflegedirektoren der sechs LWL-Maßregelvollzugskliniken (Dortmund, Herne, Rheine, Haldem, Marsberg, Lippstadt-Eickelborn) Anfang der Woche (13./14. Juli) im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern die künftigen Schlüsselqualifikationen in der forensischen Pflege. ...


LWL-Tagung über Probleme in der Behandlung suchtkranker Straftäter

Organisatoren und Referenten der 2. LWL-Fachtagung "Maßregelvollzug und Sucht" an der LWL-Klinik Herten (v.l.): Dr. Ulrich Kemper (LWL-Klinikum Gütersloh), Dr. Herbert Steinböck (Isar-Amper-Klinikum München-Ost), Prof. Dr. Dr. Thomas Schnell (Medical School Hamburg), Dr. Bernd Dimmek (Forschungsgruppe „Sucht“ des LWL-Maßregelvollzugs), Dr. Jan Querengässer (Zentrum für Psychiatrie Reichenau), Elke Harzhauser (Sozialmedizinisches Zentrum Ost - Donauspital, Wien), Anja Mercedes Westendarp (AWO-Psychiatriezentrum, Königslutter), Sabrina Wiecek (LWL-Maßregelvollzug), Doris Sarrazin (LWL-Koordinationsstelle Sucht), Dr. Janine Breil, Markus Stremmel-Thoran (Behandlungszentrum Deerth, AWO). Foto: LWL/Hannig

Platzmangel und Sprachbarrieren

2. Fachtagung „Maßregelvollzug und Sucht“ der LWL-Maßregelvollzugsabteilung Westfalen

Kaum mehr Plätze, immer mehr Patienten - der Aufnahmedruck bei  gerichtlich zugewiesenen suchtkranken Straftätern in den forensischen-psychiatrischen Kliniken des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) steigt. Die Anzahl der wegen einer Abhängigkeitserkrankung untergebrachten schuldunfähigen Verurteilten hat sich dort seit 1997 um fast 70 Prozent auf heute rund 420 erhöht. In den beiden LWL-Suchtfachkliniken in Marsberg und Stemwede-Haldem gibt es aber nur rund 290 Behandlungsplätze für so genannte 64er-Patienten. Suchtkranke Patienten sind daher auch in den LWL-Maßregelvollzugskliniken für psychisch kranke Straftäter untergebracht sowie in der Allgemeinpsychiatrie.

„Der Belegungsdruck ist ein bundesweites Problem und damit eine Herausforderung, der nicht nur wir uns in unseren LWL-Maßregelvollzugskliniken stellen müssen. Daher ist es sinnvoll, sich über Träger- und Landesgrenzen hinweg auszutauschen“, sagt Dr. Bernd Dimmek, Leiter der Forschungsgruppe „Sucht“ des LWL-Maßregelvollzugs. Diese hatte Ende Juni zu einem interdisziplinären Austausch eingeladen – zur 2. Fachtagung „Maßregelvollzug und Sucht“ der LWL-Maßregelvollzugsabteilung Westfalen. ...


30. LWL-Expertengespräch „Psychiatrie und Recht“ am 15.06.2015

Die Teilnehmenden des 30. Expertengesprächs "Psychiatrie und Recht"

Tetralog im Maßregelvollzug

Besser geht nicht? Oder doch?


Unter diesem Motto stand das

30. Expertengespräch
„Psychiatrie und Recht“

am 15. Juni 2015 im
LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster.

Während der „Trialog“ ein in der Fachwelt seit vielen Jahren etabliertes Verfahren in der Allgemeinpsychiatrie ist, hat diese Form der Beteiligungskultur im Bereich des Maßregelvollzuges noch kaum Einzug gehalten. Das sollten wir ändern! So der LWL-Maßregelvollzugsdezernent Landesrat Tilmann Hollweg. ...


Beiratsbroschüren

„Brücken zu den Bürgern“

Neue Broschüre informiert über die Beiräte im LWL-Maßregelvollzug

Akzeptanz für den Maßregelvollzug kann sich nur entwickeln, wenn das, was in den forensischen Kliniken passiert, nach außen hin sichtbar gemacht wird. Das Wichtigste dabei ist ein offener Dialog mit den Bürgern. Daher gibt es an allen LWL-Maßregelvollzugskliniken Beiräte. Sie sind als Mittler zwischen Klinik, Träger und Landesregierung auf der einen Seite und der Bevölkerung auf der anderen Seite unverzichtbar. Sie sind Auge, Ohr und Stimme der Öffentlichkeit, aber auch Berater der Klinikleitungen.

Die LWL-Informationsbroschüre „Brücken zu den Bürgern – Beiräte im LWL-Maßregelvollzug“ gibt jetzt einen Überblick über die Arbeit der Forensik-Beiräte; über ihre Aufgaben, ihre Möglichkeiten der Mitgestaltung, ihre Entstehungsgeschichte und die rechtliche Grundlagen. Zudem wirft die Broschüre mit Beiträgen erfahrener Mitglieder einen ganz persönlichen Blick auf die reale Beiratsarbeit.

Über die folgende Verbindung können Sie die Informationsbroschüre anschauen und als PDF-Datei herunterladen:

Foto: Prof. Dr. Boris Schiffer Prof. Dr. Boris Schiffer. Foto: LWL/Schulte-Fischedick

Neue Therapeutische Leitung für Forensische LWL-Klinik Herne

Prof. Dr. Boris Schiffer ist neuer Therapeutischer Leiter der LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne. Der 39-jährige Diplom-Psychologe mit Fachzertifikat für Rechtspsychologie ist am Mittwoch (18.2.) in Münster vom Gesundheits- und Krankenhausausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) einstimmig berufen worden. Er tritt sein Amt, das er seit Mitte vergangenen Jahres bereits stellvertretend ausübt, zum 1. März an.

Seine derzeitige Tätigkeit für die Herner Forensik nahm Schiffer Ende 2012 auf, zunächst als leitender Psychologe. In Verbindung damit folgte er dem Ruf auf eine Juniorprofessur für Forensische Psychiatrie an der Ruhr-Universität Bochum in Kooperation mit dem LWL-Universitätsklinikum Bochum. Eine Konstellation, die der approbierte Psychotherapeut und international vernetzte Wissenschaftler seither nach dem "Bochumer Modell" zur Förderung einer engen Verzahnung zwischen Praxis und Forschung in der forensischen Psychiatrie nutzt.

Nach dem Psychologie-Studium in Wuppertal und Bonn und der Promotion an der Ruhr-Universität Bochum im Jahr 2005 war Schiffer bis 2012 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Forensische Psychiatrie des LVR-Klinikums Essen, Universität Duisburg-Essen, tätig. Im Rahmen der Psychotherapeutenausbildung arbeitete er vorher zwei Jahre in der Abteilung für Forensische Psychiatrie der LVR-Klinik Langenfeld. Schiffer lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Essen.

Foto: Dr. Mareike Schüler-Springorum Dr. Mareike Schüler-Springorum. Foto: Privat

Dr. Mareike Schüler-Springorum neue Ärztliche Direktorin der LWL-Forensik Marsberg

Als neue Ärztliche Direktorin des LWL-Therapiezentrums für Forensische Psychiatrie Marsberg hat Dr. Mareike Schüler-Springorum am 1. Dezember ihr Amt angetreten. Die 43-jährige Fachärztin mit einem Zusatzzertifikat für Forensische Psychiatrie ist Ende September vom Gesundheits- und Krankenhausausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) berufen worden. Sie tritt die Nachfolge von Anja Mercedes Westendarp an.

Frau Dr. Schüler-Springorum leitete zuletzt eine Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Kassel als Klinikdirektorin. Zuvor war sie dort als Oberärztin tätig. Erfahrungen in der Behandlung von forensischen Patienten bringt die gebürtige Göttingerin aus ihrer zweijährigen Tätigkeit als Assistenzärztin in der Klinik für Forensische Psychiatrie Haina mit. Nach dem Abschluss ihres Medizinstudiums 1997 in Marburg und anschließender Promotion arbeitete Frau Dr. Schüler-Springorum zunächst bis 2003 im Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie der dortigen Universitätsklinik. 2004 wurde sie als Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie anerkannt, 2009 folgte das Zusatzzertifikat in Forensischer Psychiatrie des Kindes- und Jugendalters.

Frau Dr. Schüler-Springorum ist Mutter von drei Kindern und lebt mit ihrer Familie in Niedenstein (Schwalm-Eder-Kreis).

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Grafik: Bild LWL-MRVK Herne

Arbeit hinter den Mauern
Kurzfilm über die LWL-Maßregelvollzugsklinik in Herne

Mindestens zwei der fünf vom NRW-Gesundheitsministerium geplanten forensischen Kliniken in Nordrhein-Westfalen wird der LWL als Träger übernehmen. Um den Menschen insbesondere in den künftigen Standort- Kommunen ein realistisches Bild vom Maßregelvollzug zu vermitteln, präsentiert der LWL einen Kurzfilm über die Arbeit im Maßregelvollzug. In der neuesten, 2011 eröffneten LWL-Maßregelvollzugsklinik in Herne hat ein Drehteam die Therapiefachleute und ihre Patienten begleitet.


Foto: Textausgabe des MRVG (Broschüre)

Fremdsprachige Übersetzungen des MRVG NRW und der VO MRVG in aktualisierter Fassung

Im Zuge einer durchgeführten Patientenbefragung wurde die Notwendigkeit der Übersetzung des nordrhein-westfälischen Maßregelvollzugsgesetzes (MRVG NRW) in mehrere Sprachen deutlich. Wir haben dies zum Anlass genommen, sowohl das MRVG NRW als auch die Verordnung zur Umsetzung des Maßregelvollzugsgesetzes (VO-MRVG) in die englische, französische, türkische und russische Sprache übersetzen zu lassen. Die Übersetzungen liegen nunmehr in aktueller Fassung (Stand: 31.12.2012) vor und können im Internet eingesehen werden. Die Übersetzungen sind nichtamtlich. Maßgeblich ist allein der Wortlaut der amtlichen Fassung.

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Grafik: mehrere Exemplare der Informationsbroschüre über den Maßregelvollzug in Westfalen-Lippe

Mit Sicherheit für die Menschen - Maßregelvollzug in Westfalen-Lippe

Dies ist der Titel der neuen, gerade in 2. Auflage vom LWL herausgegebenen Informationsbroschüre, die den Maßregelvollzug im Landesteil Westfalen-Lippe für die Bürgerinnen und Bürger verständlicher machen will.
Die Broschüre ist aktualisiert worden und erscheint numehr in größerem, besser lesbarem DIN-A4-Format.

Über die folgende Verbindung können Sie die Informationsbroschüre anschauen und als PDF-Datei herunterladen.

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