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QUELLE

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DATUM1784-07-27   Suche   Suche DWUD
URHEBER/AUSSTELLERStein, Friedrich Karl Freiherr vom und zum Stein (1757-1831)
AUSSTELLUNGSORTWetter


TITEL/REGESTDenkschrift: "Der Ober Berg Rath von Stein überreicht die General Befahrungs Protocolle und thut verschiedene die Verbesserung des Märckischen Kohlen Bergbaues und Haushaltes betreffende Vorschläge"
TEXT[Macht Vorschläge zur technischen Verbesserung des Grubenwesens. Verlangt außerdem eine Verbesserung der staatlichen Aufsicht über den Kohlenbergbau aus volkswirtschaftlichen und sozialen Gründen und empfiehlt als Mittel dazu vor allem eine genaue Kontrolle des Grubenrechnungswesens bei den einzelnen Gewerken. Ihr durch schlechte Erfahrungen mit der Bergamts-Bürokratie begründeter Widerstand soll möglichst durch Belehrung und Beispiele überwunden, neue Belastungen des Bergbaus vermieden werden: "Der Geist des habsüchtigen Financiers findet in der Berg Ordnung keinen Vorwand mehr." Auf diese Weise hofft Stein, "das durch Sportelsucht und Eigennutz" der Behörden verloren gegangene Vertrauen der Gewerken wiederzugewinnen. - Als weitere Mittel zur Steigerung der Leistung im Bergbau und zur Sicherung des Arbeitsfriedens empfiehlt Stein die Förderung des bergbaulichen Nachwuchses, die Einführung eines gerechten und geordneten Lohnsystems und die Einrichtung einer Bergbauhilfskasse.]
ERLÄUTERUNGGefördert von Friedrich Anton Freiherr von Heinitz, dem Leiter des Berg- und Hüttendepartements im Generaldirektorium, fand Stein im rheinisch-westfälischen Bergbau seine erste Dienststelle mit Sitz in Wetter an der Ruhr. Sein Freund Friedrich Wilhelm von Reden, mit dem er einen engen Erfahrungsaustausch pflegte, erhielt die gleiche Funktion in Schlesien. Bald nach Dienstantritt ließ Stein in Denkschriften sein reformerisches Potenzial erkennen. Aus Heinitz’ Schule gingen weitere Spitzenbeamte hervor wie Alexander vom Humboldt und Johann August Sack. Stein befand sich in der niederrheinisch-märkischen Region in einem "Laboratorium der Modernisierung" (Heinz Duchhardt).

Dementsprechend leiteten ihn große Ziele: die Einführung neuester Technologien im Ruhrbergbau zwecks Übergang zum Tiefbau (dazu auch die frustrierend verlaufene Englandreise unter dem Odium der Industriespionage); Intensivierung der staatlichen Aufsicht auf Kosten der genossenschaftlichen Selbstverwaltung der "Gewerken" (einschließlich der Überwachung von Löhnen und Hilfsgeldern); der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur (Schifffahrts- und Kunststraßen), Normierung der Maße und Hebung des Qualitätsstandards. Es war mit ein Verdienst Steins, dass die Zahl der Beschäftigten im Bergbau von 1784 bis 1798 von 1.200 auf 2.085 und die Förderung von 60.000 auf 190.000 t stieg.


QUELLE     | Freiherr vom Stein | Bd. 01, Nr. 137, S. 183-188


PROJEKT    Karl Freiherr vom und zum Stein (1757-1831)
SYSTEMATIK  
Typ1.3   Einzelquelle (in Volltext/Regestenform)
Zeit3.6   1750-1799
Ort2.19   Mark, Gt. < - 1666/1807>
Sachgebiet10.14   Montanindustrie
DATUM AUFNAHME2007-08-08
AUFRUFE GESAMT1410
AUFRUFE IM MONAT29