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ZEITSCHRIFTENBAND

TITEL  Westfälische Forschungen - Zeitschrift des Westfälischen Instituts für Regionalgeschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
BAND56
JAHR2006
ISBN3-402-09236-0


AUFSÄTZE1-22 | Stambolis, Barbara |   Konfessionelle Kulturen in Westfalen
23-63 | Klueting, Harm |   Westfalia catholica im 16. und 17. Jahrhundert
65-87 | Holzem, Andreas |   Katholische Konfessionskultur im Westfalen der Frühen Neuzeit
89-116 | Burkardt, Johannes |   Reformierte, Lutheraner, Pietisten
117-141 | Bernet, Claus |   Die Gründung von Friedensthal 1792: Ein heterodoxes Siedlungsunternehmen im konfessionellen Umfeld
143-163 | Sagebiel, Hertha |   Die Erweckungsbewegung in Westfalen und ihr Einfluss auf die Diakonie
165-186 | Stambolis, Barbara |   Koexistenz und Konkurrenz von Katholiken und Protestanten im 19. Jahrhundert
187-212 | Sturm, Christoph |   "Wer die Schule besitzt, der besitzt die Herrschaft über die Zukunft und über die Welt" - Die Auseinandersetzung um die katholischen Elementarschulen in Münster während des Kulturkampfes (1872-1888)
213-236 | Beck, Wolfhart |   Die protestantische Lebenswelt und ihre Schule - Der Wandel des Bekenntnisschulwesens im Kirchenkreis Lübbecke zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik
237-264 | Fasse, Norbert |   "... all die Geisteskämpfe, die unbewußt die Volksseele durchkämpft" - Zum "weltanschaulichen Gepäck" des katholischen Milieus im westlichen Münsterland 1918-1933
265-279 | Spankeren, Reinhard van |   Können Protestanten feiern? Zur Festkultur im Sozialen Protestantismus in Westfalen im 19. und 20. Jahrhundert
281-307 | Kuhlemann, Frank-Michael |   Zwischen Anpassung und Widerstand. Konfessionelle Identitäten und politisches Verhalten am Beispiel der Kirchlichen Hochschule Bethel 1930-1945
309-343 | Grüttner, Gunnar |   Das St. Hedwigswerk. Integration von katholischen Vertriebenen im Erzbistum Paderborn 1947-1967
345-364 | Winkler, Kerstin |   Demut, Dienst, Beruf und Familie. Die Westfälische Diakonissenanstalt Sarepta zwischen diakonischem Leitbild und Frauenberufsarbeit
365-377 | Gause, Ute |   Die Freudenberger Friedenshortdiakonissen
379-402 | Luz, Helmut Stubbe da |   General Gobert, Napoleons "Zweites Gouvernement der eroberten Länder" und die Anfänge des Königreichs Westphalen
403-429 | Barsickov, Heinz-Joachim |   Säkulare Fundamentalpolitisierung in der Industrieprovinz - Der Nationalliberalismus im Raum Herne vor dem Ersten Weltkrieg
431-434 | Reininghaus, Wilfried |   Das Handbuch der historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. Ein Erfahrungsbericht anlässlich des Erscheinens der dritten Auflage
435-444 | Dotschev, Philipp |   Profan und Heilig: Kirchhöfe als Orte und Räume symbolischer Kommunikation in der ländlichen Gesellschaft Westfalens (15.-18. Jahrhundert)
445-455 | Küster, Thomas |   Urbanisierung und Moderne aus der Perspektive des ländlichen Raums (1870-1930)
457-484 | Bavaj, Riccardo |   Was bringt der "spatial turn" der Regionalgeschichte?
485-493 | Mueller-Andriessen, Andreas |   Das Psychatrie-Museum Warstein. Aufbau und Konzeption
495-505 | Herrmann, Hans-Christian |   "Rote Paten" für Westfalen. Die SED-Überlieferung im Staatsarchiv Leipzig und ihre Bedeutung für die Geschichte der westfälischen SPD nach 1945


INFORMATIONIX und 737 Seiten.

Themenschwerpunkt (hg. von Barbara Stambolis): Konfessionelle Kulturen in Westfalen (S. 1-377)

Konfessionsgeschichtliche und konfessionsräumliche Fragen beschäftigen die Religions-, die Sozial- und die Mentalitätengeschichte ebenso wie die Geographie und die empirischen Kulturwissenschaften. Interdisziplinarität und räumliche Differenzierung stehen deshalb auch im Vordergrund des Themenschwerpunkts, der in diesem Jahr von Barbara Stambolis betreut wird. Westfalen eignet sich für die Untersuchung konfessioneller Kulturen besonders gut, weil hier mehrheitlich protestantische Teilregionen und überwiegend katholische ebenso anzutreffen sind wie gemischt-konfessionelle. Darüber hinaus finden sich in diesen Regionen zahlreiche Spielarten des Protestantismus. Zudem prägten und prägen konfessionsräumliche Gliederungen die „mental geographies“ in Westfalen: Die Grenzlinien zwischen konfessionsverschiedenen Herrschaftsgebieten sind bis ins 20. Jahrhundert hinein zu verfolgen. Auch aus diesem Grund gilt die Aufmerksamkeit der Geschichtswissenschaft wieder verstärkt der Tatsache, dass die deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts in hohem Maße christlich geprägt und von konfessionellen Gegensätzen durchzogen war. Es ist davon auszugehen, dass es vielfältige regionale und lokale Varianten im Mit- und Gegeneinander der Konfessionen gab. Die Identifizierung und der Vergleich dieser unterschiedlichen Ausprägungen sollen einen differenzierteren Blick auf die frühneuzeitlichen Konfessionalisierungsprozesse und den „Dämon des Konfessionalismus“ in der Neuzeit ermöglichen.

Weitere Beiträge befassen sich mit den Anfängen des Königreichs Westphalen im Raum Minden, mit den Aktivitäten der nationalliberalen Parteien im Ruhrgebiet vor dem Ersten Weltkrieg und mit dem Stellenwert der SED-Überlieferung im Staatsarchiv Leipzig für die Geschichte der westfälischen SPD nach 1945. Riccardo Bavaj diskutiert methodische Neuorientierungen, die unter dem Begriff „spatial turn“ zusammengefasst werden und Impulse für die moderne Regionalgeschichte liefern können. Publikations- und Forschungsberichte, die Jahresberichte der wissenschaftlichen Kommissionen für das Jahr 2005, eine umfangreiche Zeitschriftenschau und ein Rezensionsteil mit über 60 Einzelbesprechungen runden den Band ab.


AUFNAHMEDATUM2006-12-07
AUFRUFE GESAMT815
AUFRUFE IM MONAT12