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ZEITSCHRIFTENBAND

TITEL  Westfälische Forschungen - Zeitschrift des Westfälischen Instituts für Regionalgeschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
BAND53
JAHR2003
ISBN3-402-09232-8


AUFSÄTZE447-475 | Weidner, Marcus |   Westfälische Geschichte im Internet - Projektbericht zum Internet-Portal "Westfälische Geschichte"
1-11 | Stollberg-Rilinger, Barbara |   Einführung
13-41 | Reininghaus, Wilfried |   Adel, Bauern und Landesherr im Gericht Castrop
43-70 | Becher, Oliver |   Landstände und autonome adelige Konfessionalisierung in der Grafschaft Mark
71-108 | Kaiser, Michael |   Nähe und Distanz
109-129 | Küppers-Braun, Ute |   "Etwas ganz sonderbares aber ist, daß in dem Fürstl. Stifft Essen die erste Claß derer Land-Stände aus lauter Frauenzimmer besteht"
131-158 | Laux, Stephan |   Gravamen und Geleit
159-182 | Arndt, Johannes |   Der lippische Landtag
183-213 | Luebke, David Martin |   Symbolische Konstruktionen politischer Repräsentation im ländlichen Ostfriesland 1719-1727
215-240 | Brakensiek, Stefan |   Die Reichsstände des Königreichs Westphalen
241-272 | Dartmann, Christoph |   Schiedgerichtsbarkeit und die gütliche Beilegung von Konflikten in Westfalen
273-305 | Amshoff, Kirstin |   Nichteheliche Geburten im Münsterland im 17. und 18. Jahrhundert
307-320 | Nowosadtko, Jutta |   Nur um die Ehre?
321-344 | Konersmann, Frank |   Handwerkerarbeiter und Unternehmerpatriarchen
345-378 | Blank, Ralf |   Ehrenbürgerrecht im "Dritten Reich"
379-409 | Neigenfind, Mathias |   Die Kreiswirtschaftsberater der NSDAP
411-417 | Freund, Susanne / Reininghaus, Wilfried |   Das "Handbuch der jüdischen Gemeinden und Gemeinschaften in Westfalen und Lippe"
419-427 | Schlautmann-Overmeyer, Rita |   Ein Aktenfund in Hamburg zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Münster
429-445 | Möllenhoff, Gisela |   Die Allgemeine Zeitung des Judentums und das Israelitische Familienblatt als historische Quellen zur jüdischen Gemeinde- und Personengeschichte Westfalens
477-480 | Derks, Hans |   Deutsche Westforschung
481-491 | Niethammer, Ortrun |   Gender-Differenz als wissenschaftliches Paradigma
493-501 | Haas, Reimund |   Nachruf auf Alois Schröer
503-532 | |   Jahresberichte 2002
533-621 | Schultze, Klaus |   Zeitschriftenschau


INFORMATIONXII und 777 Seiten.

Themenschwerpunkt (hg. von Barbara Stollberg-Rilinger): Politisch-soziale Praxis und symbolische Kultur der landständischen Verfassungen im westfälischen Raum (S. 1-240)

Die „kulturalistische Wende“ in der Geschichtswissenschaft erreicht allmählich die Politik- und Verfassungsgeschichte und beginnt auch deren Gegenstände als symbolisch konstituierte soziale Handlungssysteme zu beschreiben. Der von Barbara Stollberg-Rilinger betreute Themenschwerpunkt behandelt deshalb nicht nur die klassischen politischen Kompetenzen der Stände. Erstmals wird auch systematisch danach gefragt, was eine ständische „Verfassung“ als konkrete politisch-soziale Praxis überhaupt ausmachte, auf welchen gesellschaftlichen Grundlagen die politische Standschaft beruhte und welche Rückwirkungen sie umgekehrt auf die soziale Existenz ihrer Mitglieder hatte. Aus dieser Perspektive erschließt sich die Rationalität von Phänomenen, die auf den ersten Blick dysfunktional erscheinen. Dass etwa manche landständische Gremien auch dann noch regelmäßig zusammentraten, wenn sie effektiv keinen politischen Gestaltungsspielraum mehr besaßen, wird erklärbar, wenn man diese Versammlungen als Orte symbolischer Inszenierung und damit als Perpetuierung von Werten und Normen, Rechtsansprüchen und sozialen Positionen versteht.

Weitere Beiträge behandeln u.a. Schiedsgerichtsverfahren in der frühen Neuzeit, die Sozialgeschichte der (Schloss) Holter Eisenhütte im 19. und 20. Jahrhundert und die wirtschaftlenkenden Maßnahmen der Kreiswirtschaftsberater der NSDAP im südlichen Westfalen. Vorgestellt werden außerdem neue Projekte und Quellen zur Geschichte der jüdischen Gemeinden in Westfalen und das am Westfälischen Institut für Regionalgeschichte angesiedelte, z.Zt. im Aufbau befindliche Internet-Portal „Westfälische Geschichte“. Schließlich nimmt Hans Derks erneut Stellung zur Kritik an seinem viel diskutierten Buch über die „Deutsche Westforschung“.


AUFNAHMEDATUM2004-02-16
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