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Wählerinnen und Wähler in Arnsberg bei der Wahl zur Nationalversammlung am 19.01.1919 / Foto: Münster, LWL-Medienzentrum für Westfalen, 01_5291-1






Julia Paulus

19. Januar 1919 -
Erstmaliges aktives und passives Wahlrecht für Frauen in Deutschland

Am 19.01.1919 konnten Frauen in Deutschland erstmals weibliche Abgeordnete in ein deutsches Zentralparlament wählen. Den Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung ging nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Zusammenbruch des Kaiserreiches ein Beschluss des Rates der Volksbeauftragten vom 12.11.1918 voraus, der Frauen (und auch allen Männern mit der Abschaffung des Dreiklassenwahlrechtes) die lang erstrebte volle Beteiligung am politischen Leben ermöglichte.
 
 

Formen des Ausschlusses -
Das Wahlrecht bis zum Ende des Kaiserreichs

 
 
 
Bis dahin hatte die Verfassung des Norddeutschen Bundes von 1867 wie auch die Verfassung des Deutschen Reiches von 1871 in ihrem Wahlgesetz das gleiche und geheime Wahlrecht ausschließlich auf männliche Deutsche begrenzt, die in einem deutschen Bundesstaat ihren Wohnsitz besaßen, mindestens 25 Jahre alt waren, nicht aktiv im Heer und bei der Marine dienten, nicht unter Vormundschaft oder Kuratel standen und keine Armenunterstützung aus öffentlichen oder Gemeindemitteln bezogen. Wählbar zum Abgeordneten bzw. nominierbar als Reichstagskandidaten im ganzen Reichsgebiet war danach jeder männliche Deutsche, der die Voraussetzungen des aktiven Wahlrechts erfüllte (Ausnahme: Militärpersonen waren wählbar, aber nicht wahlberechtigt) und einem Bundesstaat mindestens ein Jahr angehörte. Außerdem sah das Wahlgesetz des Norddeutschen Bundes vom 31.05.1869, das nahezu unverändert bis zum Ende des Kaiserreichs Gültigkeit behielt, die Anwendung einer besonderen Variante des Mehrheitswahlrechts ("germanische Mehrheitswahl") für die Wahlen in den insgesamt 397 festgelegten Reichstagswahlkreisen vor.

Zudem war die Möglichkeit der Mitarbeit von Frauen in politischen Parteien und damit eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Erlangung des passiven Wahlrechts bis zum Jahr 1908 in der Mehrzahl der deutschen Bundesländer durch das politische Vereins- und Versammlungsverbot für Frauen beschränkt. Lediglich in Bayern, Hannover und Sachsen konnten Frauen aufgrund des dortigen Besitzwahlrechts bereits im Kaiserreich in Gemeinderäte gewählt werden. Dieses beschränkte Gemeindewahlrecht betraf Frauen allerdings nicht als Personen, sondern lediglich als allein stehende Grundbesitzerinnen. Demgegenüber besaßen Frauen das aktive Wahlrecht in sämtlichen preußischen Landgemeinden mit Ausnahme der Rheinprovinz, sowie in den Hansestädten Hamburg, Lübeck und Bremen, im Königreich Sachsen und Bayern wie auch in einzelnen Bereichen verschiedener Großherzogtümer, wobei sich auch hier verheiratete Grundbesitzerinnen bei der Stimmabgabe vertreten lassen mussten. Lediglich in Kassel, Kolmar und Königsberg - seit 1914 auch in Berlin - konnten Frauen an den Wahlen der Armendeputationen teilnehmen. Dagen wurden Frauen zu den Schuldeputationen erst 1906 durch das preußische Volksschulunterhaltungsgesetz zugelassen.

Vertreterinnen der Frauenbewegung, wie Louise Otto und Hedwig Dohm, hatten bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts das Stimmrecht für Frauen gefordert. 1902 entstand schließlich der von Anita Augsburg und Lida Gustava Heymann gegründete "Verein für Frauenstimmrecht". Für dieses Recht demonstrierten bereits am 19.03.1911 mehr als eine halbe Million Frauen in Berlin.

Daneben war es die SPD, die bereits 1891 auf ihrem Erfurter Parteitag das Frauenwahlrecht als Forderung in ihr Parteiprogramm aufgenommen und 1895 als Antrag im Deutschen Reichstag eingebracht hatte. Nach der SPD waren es die linken Flügel der Liberalen, die Frauen zumindest in ihre Parteivorstände aufnahmen. 1903 hatte bereits die Freisinnige Volkspartei in den Bundesländern, in denen Frauen nicht durch das Vereinsgesetz gehindert waren, weibliche Mitglieder aufgenommen. Nach der Aufhebung des Vereinsverbots forderte 1908 die Freisinnige Vereinigung auf ihrem Parteitag die grundsätzliche Anerkennung der politischen Gleichberechtigung von Frauen und 1911 räumte schließlich auch die Fortschrittliche Volkspartei bei ihrer Gründung den Frauen einen offiziellen Platz in ihrer Partei ein. Dagegen war sowohl die Nationalliberale Partei wie auch die Zentrumspartei weit aus zurückhaltender. Während erstere Frauen lediglich als Mitglieder in einigen Ortsverbänden aufnahmen, kam es im Zentrum zunächst nur zu Zusammenschlüssen von Frauen außerhalb der Partei.
 
 
 
 
 
 
 

Die Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen in der Weimarer Republik

 
 
 
Nachdem am 12.11.1918 per Dekret des Rates der Volksbeauftragten das gleiche, geheime, direkte und allgemeine Wahlrecht für alle Frauen und Männer ab 20 Jahre eingeführt und am 19.11.1918 durch den Reichskongress der Arbeiter- und Soldatenräte bekannt gegeben worden war, dass am 19.01.1919 Wahlen zur Nationalversammlung stattfinden sollten, wurde als Endtermin für das Einreichen der Wahlvorschläge für die Nationalversammlung der 04.01.1919 festgesetzt.
 
 
Die Anzahl der Wahlvorschläge orientierte sich an den im jeweiligen Wahlkreis (insgesamt 36) zu wählenden Abgeordneten. Deren Anzahl errechnete sich nach dem Grundsatz, dass auf durchschnittlich 150.000 Einwohner/-innen ein(e) Abgeordnete(r) entfiel. Je nach Einwohner/-innenzahl konnten pro Wahlkreis sechs bis 17 Abgeordnete in den Reichstag gewählt werden. Im Gegensatz zu dem Mehrheitswahlrecht im Kaiserreich war nun das Verhältniswahlrecht mit Listenwahlprinzip (mit Ausnahme von Bayern) eingeführt worden. Zu der Wahl zur Verfassunggebenden Nationalversammlung am 19.01.1919 und den Wahlen zu den Länderparlamenten lagen nur wenige Wochen, um die 17,7 Millionen wahlberechtigten Frauen zu ihrer ersten Entscheidung in der demokratisch zu gestaltenden neuen Republik zu mobilisieren. Da nur 15 Millionen wahlberechtigte Männer zu den Wahlurnen gerufen waren, hing der Ausgang der Wahl entscheidend von den Stimmen der Frauen ab.

Um Frauen zu motivieren, ihr Wahlrecht wahrzunehmen, kam es nun erstmals zu einer Zusammenarbeit fast aller bürgerlichen Frauenorganisationen unter Einschluss auch der vaterländischen Frauenvereine und der Vereinigung Konservativer Frauenverbände, die das Frauenstimmrecht bislang abgelehnt hatten. Zur Information und Vorbereitung der Frauen wurden Flugblätter verteilt, politische Schulungen durchgeführt und Aufrufe in Tageszeitungen veröffentlicht.

Nachdem noch im Oktober 1918 im Reichstag von allen Parteien bis auf die SPD das Frauenwahlrecht abgelehnt worden war, waren nun alle Parteien gezwungen, Frauen als politisch Handelnde anzusprechen, um sie für sich zu gewinnen. Etwa zehn bis 25 Prozent der Wahlwerbung aller Parteien richtete sich ausschließlich an sie, wobei Frauen durch die Propaganda der Parteien immer zuerst als ‚Geschlecht' angesprochen wurden, wesentlich seltener als Angehörige einer sozialen Schicht oder einerBerufsgruppe, da alle Parteien davon ausgingen, dass Frauen sich in erster Linie durch soziale und kulturelle Themen mobilisieren lassen würden. So hob z. B. die DNVP-Wahlpropaganda vor allem auf die ‚gute alte Zeit' des Kaiserreiches ab und legte dar, was die Frauen angeblich durch die Revolution verloren hatten. Die verbreitete Schreckensvision war, dass der allgemeine wirtschaftliche und moralische Niedergang die baldige Zerstörung des Familienlebens herbeiführen würde. Gläubige Frauen sollten die christliche Erziehung retten, da die weltliche Sozialisation die Kinder verderben würde. Spezielle Wahlpropaganda gab es auch für Heimarbeiterinnen und Dienstbotinnen, die gelobt wurden, dass sie nicht in die Industrie gehen, sondern ‚frauentypische' Arbeit leisten würden. Zwar hatte sich das Zentrum vor 1919 nicht offen für die Einführung des Frauenwahlrechts ausgesprochen, aber spätestens seit dem Straßburger Katholikentag des Jahres 1905 hatte sich die Haltung des Zentrums gegenüber der Frauenfrage geändert und verzichtete seitdem auf die offensive Bekämpfung des Frauenwahlrechts. Stattdessen bemühte es sich nun aus den katholischen Verbänden geeignete Frauen zur politischen Mitarbeit heranzuziehen. Lediglich die Sozialdemokraten und die DDP traten grundsätzlich für eine politische Betätigung von Frauen ein.
 
 
Die Aufstellung der Wahlvorschläge für die 36 Wahlkreise im Deutschen Reich wurde aufgrund der Kürze der Zeit meist in aller Hektik betrieben, wobei Frauen von den Parteien kaum Berücksichtigung erfuhren. So beklagte die Zentrumspolitikerin Helene Drießen, dass in Westfalen sowohl unter den von ihrer Partei vorgeschlagenen 23 Wahlmännern des Wahlkreis Borken-Recklinghausen nur eine Frau wie auch auf der Wahlliste Münster-Minden bei sechs bis sieben sicheren Plätzen lediglich eine Frau erst an neunter Stelle aufgeführt sei. Entsprechend erhielten aufgrund der ungünstigen Listenplatzierung lediglich 9,6 % weibliche Kandidatinnen ein Abgeordnetenmandat in der Nationalversammlung, in den verfassungsgebenden Landesversammlungen insgesamt nur 6 % und in den Gemeindevertretungen im Januar 1920 11 %.

Obgleich die Zahl der weiblichen Abgeordneten im Laufe der Weimarer Republik in den Landes- und dem Reichsparlament eher ab- als zunahm, konnten die wenigen Parlamentarierinnen dennoch wichtige Rechtspositionen für Frauen durchsetzen, so z.B. die Zulassung von Frauen als Richterinnen, Schöffinnen und Geschworene (1922), das Heimarbeiterlohngesetz (1923), das Mutterschutzgesetz (1927). Frauen arbeiten mit an der Reichsverfassung, am Betriebsrätegesetz, beim Wahlrecht von Frauen zu den Kaufmanns- und Gewerbegerichten, bei der Revision des Familien-, Ehe- und Güterrechts, beim Jugendwohlfahrts- und Jugendgerichtsgesetz, bei der Erwerbslosenfürsorge, dem Reichsschulgesetz, wenn es um die Rechte von Beamtinnen ging oder um die Lohngleichheit von Frauen und Männern. Dabei arbeiteten Frauen, wo immer es möglich war, durch gemeinsame Anfragen und Petitionen interfraktionell zusammen.
 
 
 
 
 
 
 

Mandatsverteilung in der
Nationalversammlung

 
 
 
Von allen Wahlberechtigten zur Nationalversammlung hatten am 19.01.1919 15.061.114 Männer (82,4%) und 17.710.872 Frauen (82,3%) von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Als Kandidatinnen auf den Listen aller Parteien waren insgesamt 310 Frauen aufgestellt worden. Da die Frauen von ihren Parteien meist jedoch nur auf den hinteren Listenplätzen platziert worden waren, errangen lediglich 37 von ihnen ein Abgeordnetenmandat. Bis zum Ende der Legislaturperiode der Nationalversammlung rückten noch weitere vier Frauen nach, so dass sich am Ende unter den insgesamt 423 Abgeordneten 41 weibliche Parlamentarierinnen befanden.

Die Sitzverteilung des ersten frei gewählten Parlaments sah danach wie folgt aus:
USPD 
19 männliche und 3 weibliche Abgeordnete 
SPD 
143 männliche und 22 weibliche Abgeordnete 
DDP 
68 männliche und 6 weibliche Abgeordnete 
CVP/Zentrum 
83 männliche und 6 weibliche Abgeordnete 
DVP 
21 männliche und eine weibliche Abgeordnete 
DNVP 
38 männliche und 3 weibliche Abgeordnete 

(Unter den anderen Parteien befand sich unter den 7 Abgeordneten keine Frau)

In der Zeit von 1919 bis 1933 besaßen insgesamt 111 weibliche Abgeordnete ein Mandat in der Nationalversammlung und in den acht Legislaturperioden des Reichstags während der Weimarer Republik.

Die Region Westfalen war seit den Wahlen zur Nationalversammlung in zwei Wahlkreise unterteilt: In den Wahlkreis 17, Westfalen-Nord, der das Gebiet Münster, Minden und Schaumburg-Lippe umfasste. Für diesen Wahlkreis war unter den 13 Abgeordneten keine Frau für die Nationalversammlung aufgestellt worden. Im Wahlkreis 18, Westfalen-Süd, der das Gebiet des Regierungsbezirks Arnsberg umfasste, waren unter den 16 Abgeordneten zwei Frauen aufgestellt worden, die auch in die Nationalversammlung gewählt wurden: Agnes Neuhaus vom CVP/Zentrum und Clara Bohm-Schuch als externe Berlinerin für die SPD. Darüber hinaus stammten drei weitere weibliche Abgeordnete gebürtig aus Westfalen, hatten jedoch für andere Wahlkreise kandidiert (Gertrud Bäumer in Thüringen (DDP); Hedwig Dransfeld (CVP/Zentrum) und Lore Agnes (USPD) in Düsseldorf).
 
 
 
 

Weibliche Abgeordnete in den acht Legislaturperioden
des Weimarer Reichstages

 
 
 
  1. Im ersten Reichstag (1920) befanden sich unter den insgesamt 459 Abgeordneten 36 Frauen (8 %), davon unter den insgesamt 32 Abgeordneten für Westfalen (14 aus Westfalen-Nord, 18 aus Westfalen-Süd) drei Parlamentarierinnen aus dem Wahlkreis Westfalen-Süd. Für die SPD: Berta Schulz aus Herne (Nachrückerin ab Juli 1920); für das Zentrum Agnes Neuhaus aus Dortmund und für die KPD Maria Beckenecker aus Bochum.
  2. Im zweiten Reichstag (Mai 1924) befanden sich unter den insgesamt 472 Abgeordneten 27 Frauen (5,7 %), davon unter den insgesamt 30 Abgeordneten aus Westfalen (13 für Westfalen-Nord und 17 für Westfalen-Süd) zwei Parlamentarierinnen aus dem Wahlkreis Westfalen-Süd: Maria Beckenecker aus Bochum für die KPD und Agnes Neuhaus für das Zentrum.
  3. Im dritten Reichstag (Dez. 1924) befanden sich unter den insgesamt 493 Abgeordneten 33 Frauen (6,6 %), davon unter den insgesamt 32 Abgeordneten aus Westfalen (15 für Westfalen-Nord und 18 für Westfalen-Süd) zwei Parlamentarierinnen aus Westfalen-Süd: Berta Schulz aus Herne für die SPD und Agnes Neuhaus für das Zentrum.
  4. Im vierten Reichstag (1928) befanden sich unter den insgesamt 497 Abgeordneten 33 Frauen (7,3 %), davon unter den 32 Abgeordneten für Westfalen (16 für Westfalen-Nord und 18 für Westfalen-Süd) drei Parlamentarierinnen aus Westfalen-Süd: Für die SPD Berta Schulz aus Herne, Emilie Kiep-Altenloh für die DDP und Agnes Neuhaus für das Zentrum sowie erstmals für den Wahlkreis Westfalen-Nord mit Karoline Dettmer aus Minden für die SPD eine weibliche Abgeordnete.
  5. Im fünften Reichstag (1930) befanden sich unter den insgesamt 565 Abgeordneten 38 Frauen (6,9 %), davon unter den insgesamt 40 Abgeordneten für Westfalen (19 für Westfalen-Nord und 21 für Westfalen-Süd) drei Parlamentarierinnen aus Westfalen-Süd: Von der SPD Berta Schulz aus Herne, Lotte Zinke für die KPD und Elisabeth Zillken für das Zentrum sowie aus dem Wahlkreis Westfalen-Nord für die KPD Barbara Esser.
  6. Im sechsten Reichstag (1932) befanden sich unter den insgesamt 608 Abgeordneten 37 Frauen (6,2 %), davon unter den insgesamt 44 Abgeordneten für Westfalen (22 aus Westfalen-Nord und 22 aus Westfalen-Süd) mit Helene Drießen vom Zentrum und Barbara Esser von der KPD zwei weibliche Abgeordnete für den Wahlkreis Westfalen-Nord sowie mit Berta Schulz aus Herne für die SPD, Elisabeth Zillken für das Zentrum und Lotte Zinke von der KPD drei Parlamentarierinnen aus Westfalen-Süd.
  7. Im siebten Reichstag (November 1932) befanden sich unter den insg. 607 Abgeordneten 34 Frauen (6,2 %), davon unter den insg. 42 Abgeordneten aus Westfalen (21 aus Westfalen Nord und 21 aus Westfalen-Süd) drei Parlamentarierinnen: Von der SPD Berta Schulz aus Herne, Elisabeth Zillken für das Zentrum und Lotte Zinke für die KPD, alle drei aus dem Wahlkreis Westfalen-Süd.
  8. Im achten Reichstag (1933), zu dem die KPD-Abgeordneten ihr Mandat bereits nicht mehr antreten konnten, befanden sich unter den insg. 647 Abgeordneten 29 Frauen (3,9 %), davon unter den insg. 43 Abgeordnete für Westfalen (21 Abgeordnete für Westfalen-Nord und 22 für Westfalen-Süd) zwei Parlamentarierinnen: Berta Schulz für die SPD und Elisabeth Zillken für das Zentrum, beide aus dem Wahlkreis Westfalen-Süd.
 
 
 

Weibliche Abgeordnete aus Westfalen in der Landesversammlung und in den vier Legislaturperioden des Preußischen Landtages während der Weimarer Republik

 
 
 
Bereits eine Woche vor der Wahl zur Nationalversammlung, am 12.01.1919, wurde der württembergische und bayrische Landtag, eine Woche danach, am 26.01.1919, die Preußische Landesversammlung und die Hessische Volkskammer gewählt. Keine der Politikerinnen in den ersten Parlamenten der Weimarer Republik war ein wirklicher Neuling. Häufig hatten sie bereits politische Erfahrungen sammeln können in der städtischen Armen- und Waisenpflege, in der Schuldeputation, in der sozialpolitischen Verbandsarbeit oder in der Mitarbeit in Berufs- und Frauenverbänden. Zudem waren viele weibliche Abgeordnetn parallel zu ihrer Landtagstätigkeit gleichzeitig als Stadtverordnete, Bürgervorsteherinnen oder Bürgerdeputierte tätig.

Unter den insgesamt 402 Abgeordneten der preußischen Landesversammlung befanden sich 20 Frauen, darunter Else Giese von der Zentrumspartei für Westfalen-Nord und Elisabeth Spohr von der DNVP für Westfalen-Süd. Zudem hatte die gebürtig aus Dortmund stammende Zentrumspolitikerin Hedwig Dransfeld, die für den Wahlkreis Düsseldorf kandidiert hatte, ein Mandat erhalten.

Unter den insgesamt 428 Abgeordneten des ersten Preußischen Landtages (1921) befanden sich 40 Frauen, davon unter den 49 Abgeordneten aus Westfalen (21 Abgeordnete aus Westfalen-Nord und 28 aus Westfalen-Süd) sieben weibliche Abgeordnete aus Westfalen-Süd. Für die SPD Anna Lex aus Dortmund, für die USPD Anna Oventrup aus Hagen, für die KPD Rose Frölich aus Berlin, für die DDP Martha Dönhoff, für das Zentrum Sibylla Eickelboom und für die DNVP Elisabeth Spohr. Mit Else Giese vom Zentrum befand sich eine Abgeordnete aus Westfalen-Nord im ersten Preußischen Landtag.

Unter den insg. 450 Abgeordneten des zweiten Preußischen Landtages (1924) befanden sich 40 weibliche Abgeordnete, davon unter den insgesamt 40 Abgeordneten aus Westfalen (21 aus Westfalen-Nord und 29 aus Westfalen-Süd) für Westfalen-Süd von der SPD Anna Oventrup, für die DDP Martha Dönhoff, vom Zentrum Sibylla Eickelboom, für die DVP Anni von Kulesza, für die DNVP Elisabeth Spohr. Für Westafeln-Nord war Else Giese vom Zentrum gewählt worden.

Unter den insg. 448 Abgeordneten des dritten Preußischen Landtages (1928) befanden sich 41 weibliche Abgeordnete, davon unter insg. 51 Abgeordneten aus Westfalen (24 aus Westfalen-Nord und 27 aus Westfalen-Süd) für Westfalen Süd von der SPD Anna Oventrup, vom Zentrum Helene Wessel und von der DNVP Elisabeth Spohr. Für Westfalen-Nord waren im vierten Preußischen Landtag Auguste Walter von der SPD und Else Giese vom Zentrum gewählt worden.

Unter den insg. 423 Abgeordneten des vierten Preußischen Landtages (1930) befanden sich 30 weibliche Abgeordnete, davon unter den insg. 48 Abgeordneten aus Westfalen (23 Abgeordnete aus Westfalen-Nord und 25 aus Westfalen-Süd): Anna Oventrup von der SPD, Helene Wessel vom Zentrum und Elisabeth Spohr von der DNVP für Westfalen-Süd und Auguste Walter von der SPD sowie Else Giese vom Zentrum für Westfalen-Nord.

Unter den insg. 476 Abgeordneten des fünften Preußischen Landtages (1933) befanden sich 25 weibliche Abgeordnete, davon unter den 47 Abgeordneten aus Westfalen (22 aus Westfalen-Nord und 25 aus Westfalen-Süd) Auguste Walter von der SPD und Else Giese vom Zentrum für Westfalen-Nord und Helene Wessel und Elisabeth Spohr von der DNVP für Westfalen-Süd.
 
 
 
 

Weibliche Abgeordnete des Westfälischen
Provinziallandtages

 
 
 
Als weibliche Abgeordnete zu den drei Legislaturperioden des Westfälischen Provinziallandtages während der Weimarer Republik wurden gewählt:
Zentrumspartei 
Helene Drießen aus Bocholt (1921-1933) und Auguste Wielers aus Bochum (1926-1933) 
Vereinigung aus DVP und DNVP 
Adelheid Löhe aus Bielefeld (1921-1925) und Anna Adams aus Hörde (1921-1925) 
DNVP 
Hedwig Hoffmann aus Bochum (1921-1932) 
DVP 
Hildegard Höpker aus Soest (1930-1932) und Anna Adams aus Hörde (1926-1929) 
KPD 
Emma Busse aus Wattenscheid (1924-1925), Anna Schenk aus Buer-Hassel (1926-1929), Erna Krämer aus Erkenschwick (1930-1932), Emma Horbach aus Hattingen (1930-1932) und Eva Dittmar aus Gelsenkirchen (1933) 
SPD 
Gertrud Greising aus Dortmund (1926-1933), Wilhelmine Vorreiter aus Gelsenkirchen (1926-1933), Friederike Nadig aus Herford (1930-1933) und Magdalena Weber aus Bielefeld (1933) 
 
 

Kurzbiografien von Politikerinnen

 
 
 
Biografische Angaben zu Politikerinnen aus Westfalen bzw. zu weiblichen Abgeordneten der Nationalversammlung (NV), des Reichstags (RT), der Preußischen Landesversammlung (PLV), des Preußischen Landtags (PLT) oder des Westfälischen Provinziallandtags (WPL) für den Wahlkreis Westfalen-Süd und Westfalen-Nord (1919-1933).
 
 
KPD, Kommunistische Partei Deutschlands
Backenecker, Maria (geb. Scharnetzki)
Geb. 20.03.1893 in Bochum; Abgeordnete im 1. und 2. RT (für Westfalen-Süd).

Busse, Emma (geb. Jörgens)
Geb. 09.05.1880 in Baak, gest. 10.01.1929 in Wattenscheid; 1924-1925 Abgeordnete des WPL (für Gelsenkirchen-Land).

Dittmar, Eva (geb. Beihof)
Geb. 01.06.1892 in Reichenthal, gest. 20.06.1969 in Gronau; Journalistin; 1933 Abgeordnete des WPL (für WK Wanne-Eickel).

Esser, Barbara (geb. Kunz)
Geb. 17.02.1902 in Marpingen, gest. 02.06.1952 in Berlin-Wittenau; Buchbindereiarbeiterin; 1930-1932 Abgeordnete des RT (für Westfalen-Nord); Abgeordnete im Rhein. Provinziallandtag.

Frölich, Rose(i) (geb. Alma Rosali Wolfstein)
Geb. 27.05.1888 in Witten, gest. 11.12.1987 in Frankfurt; Angestellte des Frauen- und Mädchen-Arbeiterbildungsvereins in Hagen; 1921 Abgeordnete des PLT (für Westfalen-Süd).

Horbach, Emma (geb. Rödelbraun)
Geb. 15.06.1884 in Sprockhövel, gest. 14.2.1977 in Hattingen; 1930-1932 Abgeordnete des WPL (für Hagen).

Krämer, Erna (geb. Henkel)
Geb. 24.08.1901 in Erkenschwick; 1930-1932 Abgeordnete des WPL (für Gladbeck).

Schenk, Anna
Geb. in Buer-Hassel; 1926-1929 Abgeordnete des WPL.

Zinke, Lotte (geb. Maetschke)
Geb. 23.06.1891 in Zielenzig (Frankfurt/Oder), gest. 06.11.1944 im KZ Ravensbrück; seit 1929 Stadtverordnete in Essen; Bezirksfrauenleiterin der KPD im Bezirk Ruhrgebiet; 1930-1933 Abgeordnete des RT (für Westfalen-Süd).



USPD/SPD, Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands/Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Agnes, Lore (geb. Benning)
Geb. 04.06.1876 in Bochum, gest. 09.06.1953 in Köln; Hausangestellte; Mitglied der Kontrollkommission beim Vorstand der USPD, ab 1922 der SPD; Abgeordnete der NV und 1920-1933 des RT (für Düsseldorf); Mitglied des Reichstagspräsidiums.

Bohm-Schuch, Clara (geb. Schuch)
Geb. 05.12.1879 in Stechow (Westhavelland), gest. 06.05.1936 in Berlin; kaufmännische Korrespondentin; Schriftstellerin; 1919-1922 Schriftleiterin der ‚Gleichheit'; eine von sechs weiblichen Abgeordnete der NV (für Westfalen-Süd) und des RT (für Berlin), die durchgehend von 1919 bis 1933 ein Mandat inne hatte; seit 1919 Schriftführerin in der NV und im RT.

Dettmer, Karoline Wilhelmine (geb. Müller)
Geb. 04.10.1867 in Stadthagen, gest. 21.08.1959 in Minden; Hausangestellte; Mitbegründerin der SPD und der AWO in Minden; seit 1919 Stadtverordnete in Minden; zwischen 17.01. und 30.09.1930 Abgeordnete des RT (für Westfalen-Nord).

Greising, Gertrud (geb. Peukuhn)
Geb. 27.11.1894 in Schwedt, gest. 15.06.1977 in Hannover; 1926-1933 Abgeordnete des WPL (für Dortmund-Land).

Lex, Anna (geb. Clocke)
Geb. 26.05.1870 in Neu-Ruppin, gest. 13.08.1950 in Dortmund; 1922-1924 Abgeordnete des PLT (für Westfalen-Süd)

Nadig, Friederike
Geb. 11.12.1897 in Herford, gest. 14.08.1970 in Bad Oeynhausen; Wohlfahrtspflegerin; Geschäftsführerin der AWO Ost-Westfalen; 1930-1933 Abgeordnete des WPL.

Oventrup, Anna
Geb. 28.04.1878 in Hagen; 1921-1932 Abgeordnete des PLT (für Westfalen-Süd).

Schulz, Bertha (geb. Rückert)
Geb. 07.05.1878 in Wetter/Ruhr, gest. 21.12.1950 in Berlebeck/Lippe; seit 1902 Kreisleiterin der sozialdemokratischen Frauen des Kreises Bochum; 1919-1924 Stadtverordnete in Witten, 1924 bis 1933 Stadtverordnete in Herne; seit 1930 Vorsitzende der AWO des Unterbezirks Bochum; 1919-1933 Stadtverordnete in Herne; Abgeordnete des 1. RT und 3 bis 8. RT (für Westfalen-Süd).

Dr. Siemsen, Anna
Geb. 18.01.1882 in Mark/Westfalen, gest. 22.01.1951 in Hamburg; Oberschulrätin; 1928-1930 Abgeordnete des RT (für Leipzig).

Vorreiter, Wilhelmine
Geb. 19.09.1889 in Steele, gest. 26.08.1960 in Gelsenkirchen; 1926-1933 Abgeordnete des WPL.

Walter, Auguste
Geb. 24.12.1885 in Bielefeld; Textilarbeiterin; seit 1919 Stadtverordnete in Bielefeld; 1928-1933 Abgeordnete des PLT (für Westfalen-Nord).

Weber, Magdalena (geb. Schubert)
Geb. 08.08.1888 in Düsseldorf, gest. 08.11.1967 in Bielefeld; 1933 Abgeordnete des WPL.



DDP, Deutsche Demokratische Partei

Dr. Bäumer, Gertrud
Geb. 12.09.1873 in Hohenlimburg, gest. 25.03.1954 in Bethel; Lehrerin; Ministerialrätin im RMdI; 1910-1919 Vorsitzende und 1919 bis 1933 stellvertretende Vorsitzende des BDF; Herausgeberin der Zeitschrift ‚Die Frau'; Abgeordnete der NV und 1920-1932 des RT (für Thüringen bzw. nach Reichswahlvorschlag).

Martha Dönhoff
Geb. 21.01.1875 in Witten, gest. 05.05.1955 in Bochum; 1902 Mitbegründerin des "Verein Frauenwohl" in Witten, 1911-1933 Vorsitzende des Rheinisch-Westfälischen Frauenverbandes; 1922 bis 1932 Vorsitzende des Reichsfrauenausschusses der DDP; 1919-1932 Abgeordnete des PLT.

Dr. Kiep-Altenloh, Emilie (geb. Altenloh)
Geb. 30.07.1888 in Vörde/Westfalen, gest. 22.02.1985 in Hamburg; Mitglied des Stadtrats in Altona; zwischen 09.05. und 30.09.1930 Abgeordnete des RT (für Schleswig-Holstein).



Zentrum
 
 
 
Dransfeld, Hedwig
Geb. 24.02.1871 in Dortmund-Hacheney, gest. 13.03.1925 in Werl; Schriftstellerin und Lehrerin in Werl; 1905-1921 Schriftleiterin der ‚Christlichen Frau'; seit 1912 Vorsitzende des KDFB; 1919 Mitglied der NV (für Düsseldorf) und des RT 1920-1925 (Reichswahlvorschlag); Mitglied der PLV (für Düsseldorf); Mitglied des Provinzialvorstandes der Westfälischen und Vorstandsmitglied der Rheinischen Zentrumspartei; Mitglied des Reichspartei- und Reichsfraktionsvorstandes; stellv. Reichsparteivorsitzende; 1922-1925 Vorsitzende des Reichsfrauenbeirats der Zentrumspartei.
 
 
Drießen, Helene (geb. Dübigk)
Geb. 18.09.1876 in Bocholt, gest. 30.05.1938 in Bocholt; Lehrerin; seit 1913 Vorsitzende des KDFB Bocholt und Mitglied des Zentralausschusses des KDFB; Vorstandsmitglied der kath. Schulorganisation Preußens; Mitglied des Reichsausschusses der Kath. Schulorganisation Dt.; 1930-1932 Vorsitzende des Provinzialfrauenbeirates der Westfälischen Zentrumspartei und zwischen 1920-1932 Mitglied in deren Provinzialvorstand; 1930-1932 Mitglied des Reichsparteiausschusses des Zentrums; 1921-1933 Abgeordnete im WPL; 1921-1933 stellvertretendes Mitglied des Preuß. Staatsrates; zwischen 1931-1932 Abgeordnete im RT (für Westfalen-Nord).

Eickelboom, Sibylla
Geb. 26.08.1884 in Mönchengladbach, gest. 29.09.1931 in Paderborn; Hauswirtschaftslehrerin, städt. Jugendpflegerin und Bibliothekarin, hauptamtliche Verbandsekretärin des Zentralverbands der kath. Jungfrauenvereinigung; 1921-1928 Parteisekretärin; 1921- 1928 Abgeordnete des PLT (für Westfalen-Süd).

Giese, Else [Elisabeth]
Geb. 30.04.1884 in Essen-Borbeck, gest. 20.02.1950 in Essen-Borbeck; Lehrerin in Bottrop, 1914-1919 Vorsitzende des Vereins kaufmännischer Gehilfinnen und Beamtinnen in Borbeck; seit 1917 Vorsitzende des KFDB in Bottrop; seit 1919 Stadtverordnete in Bottrop; Vorstandsmitglied der kommunalpolit. Vereinigung der Zentrumspartei; Vorsitzende des Auslandsausschusses des Vereins kath. Lehrerinnen; Mitglied des Reichsbeirates für das Schulwesen im Ausland; Vorstandsmitglied des Reichsverbandes für die kath. Auslandsdeutschen; Abgeordnete der PLV; seit 1921 Abgeordnete des PLT (für Westfalen-Nord); 1928-1933 Beisitzerin im Landtagspräsidium.

Neuhaus, Agnes (geb. Morsbach)
Geb. 24.03.1854 in Dortmund, gest. 20.11.1944 in Soest; Gründerin und Vorsitzende des 'Katholischen Fürsorgevereins für Mädchen, Frauen und Kinder'; Mitbegründerin und Vorstandsmitglied des KDFB; Vorsitzende der ‚Dt. Zentrale für freie Jugendwohlfahrt'; Vorstandsmitglied des ‚Dt. Vereins für öffentliche und private Fürsorge'; Vorstandsmitglied der Westfälischen Zentrumspartei; Abgeordnete in der NV (für Westfalen-Süd) und 1920-1930 des RT.

Wessel, Helene
Geb. 06.07.1898 in Dortmund, gest. 13.10.1969 in Bonn; Wohlfahrtspflegerin; Parteisekretärin; Vorsitzende des Westfälischen Landesverbandes der Windthorstbunde; seit 1924 Mitglied des Reichsparteivorstandes der Zentrumspartei und 1930 im geschäftsführenden Vorstand der preuß. Zentrumspartei; 1928-1933 Abgeordnete im PLT (für Westfalen-Süd).

Wielers, Auguste
1926-1933 Abgeordnete im WPL (für den Wahlkreis Bochum-Land).

Zillken, Elisabeth
Geb. 08.07.1888 in Wallerfangen (Saar), gest. 28.01.1980 in Dortmund; Diplomhandelslehrerin; 1916-1958 Generalsekretärin des ‚Kath. Fürsorgevereins für Mädchen, Frauen und Kinder', zwischenzeitl. auch dessen Vorsitzende; 1919-1933 Stadtverordnete in Dortmund; 1930-1933 Abgeordnete des RT (für Westfalen-Süd).



DVP, Deutsche Volkspartei

Adams, Anna (geb. Brewer)
Geb. 17.02.1870 in Mühlheim, gest. 10.08.1935 in Wiesbaden; 1921-1929 Abgeordnete des WPL (für Hörde).

Höpker, Hildegard (geb. Rousseau)
Geb. 02.08.1885 in Minden, gest. 12.05.1970 in Bad Sassendorf; 1930-1932 Abgeordnete des WPL (für Altena-Lüdenscheid).

von Kulesza, Anni
geb. in Berlin; 1924 Abgeordnete des PLT (für Westfalen-Süd).



DNVP, Deutschnationale Volkspartei

Hoffmann, Hedwig (geb. Stiehl)
Geb. 1863 in Grebenstein, gest. 12.12.1940 in Bochum; Vorstandsmitglied in den Kirchlich-Sozialen Frauengruppen Bochums;Vorsitzende des Landfrauenausschusses; 1919-1932 Mitglied im Bochumer Stadtverordnetenparlament; 1921-1932 Abgeordnete des WPL; 1921-1924 Abgeordnete des RT (Reichswahlvorschlag).

Dr. Spohr, Elisabeth
Geb. 1887 in Rheine; Studienrätin und Publizistin; Mitglied des Reichsfrauenausschusses der DNVP; Vorsitzende der Vereinigung Evangelischer Frauenverbände 1923-1933; 1919-1933 Abgeordnete des PLT.
 
 
 
 

Weitere Ressourcen zum Thema

 
 

Literatur
  • Hans Beyer, Die Frau in der politischen Entscheidung (= Soziologische Gegenwartfragen 1932, H. 2), Stuttgart 1933).
  • Lauterer, Heide-Marie, "Das Recht, anders geartete Menschen, weibliche Menschen zu sein." Zur Frage einer gemeinsamen politischen Praxis von Parlamentarierinnen in der Weimarer Republik, in der britischen Besatzungszone und in der frühen Bundesrepublik Deutschland, in: Westfälische Forschungen 45 (1995), 134-155.
  • Joachim Hofmann-Göttig, Emanzipation mit dem Stimmzettel. 70 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland, Bonn 1986.
  • Elisabeth Pregardier / Anne Mohr, Politik als Aufgabe. Engagement christlicher Frauen in der Weimarer Republik, Essen 1990.
  • Gabriele Bremme, Die politische Rolle der Frau in Deutschland, Göttingen 1956.
  • Preußisches Statistisches Landesamt (Hg.), Die Wahlen zum preußischen Landtag am 20. Februar 1921. Erster Teil (= Preußische Statistik Bd. 251), Berlin 1921.
  • Preußisches Statistisches Landesamt (Hg.), Die Wahlen zum preußischen Landtag am vom 7. Dezember 1924. Erster Teil (= Preußische Statistik Bd. 278), Berlin 1925.
  • M.d.R Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung 1933-1945. Eine biographische Dokumentation, hg. v. Martin Schumacher, Düsseldorf 1991.
  • Birgit Sack, Zwischen religiöser Bindung und moderner Gesellschaft. Katholische Frauenbewegung und politische Kultur in der Weimarer Republik (1918/19-1933), Münster 1998.
  • Bernd Haunfelder, Reichstagsabgeordnete der Deutschen Zentrumspartei 1871-1933. Biographisches Handbuch und historische Photographien, Düsseldorf 1999.
  • E. Heilfron, Die Deutsche Nationalversammlung im Jahre 1919 in ihrer Arbeit für den Aufbau des neuen deutschen Volksstaates. Bd. 1, Berlin 1921.
  • Süchting-Hänger, Andrea, Das "Gewissen der Nation". Nationales Engagement und politisches Handeln konservativer Frauenorganisationen 1900 bis 1937, Düsseldorf 2002.
  • Günther Wagner, "Frauen! Lernt wählen". Wahlkampf und Wahlergebnisse in Stadt und Kreis Warburg 1918/19, in: Westfälische Zeitschrift 145 (1995), S. 379-416.
  • Gertrud Bäumer, Die Frau im deutschen Staat, Berlin 1932.
  • Josef Häming, Die Abgeordneten des Westfalenparlaments 1826-1978 (= Westfälische Quellen und Archivverzeichnisse. Bd.2), Münster 1978.
  • Christl Wickert, Unsere Erwählten. Sozialdemokratische Frauen im Deutschen Reichstag und im Preußischen Landtag 1919 bis 1933. Bd. 2, Göttingen 1986.
  • "Parteilichkeiten. Politische Partizipation von Frauen - Erfahrungen mit männlichen Politikbereichen". Themenheft: Ariadne 40 (2001).
  • Heide-Marie Lauterer, Parlamentarierinnen in Deutschland 1918/19-1949, Königstein 2002.