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Mitteilung vom 08.06.18

Presse-Infos | Soziales

LWL zieht erste Bilanz zu "FÖJ für Alle"

Projekt will Freiwilliges Ökologische Jahr für Benachteiligte öffnen

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Westfalen (lwl). Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) wird 25 Jahre alt. Passend zur Jubiläumsfeier, die am Freitag (8.6.) in Berlin stattfindet, zieht der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eine erste Bilanz seines bundesweit einmaligen Projektes "FÖJ für Alle". Dieses Projekt, das seit einem Jahr läuft, setzt auf mehr Inklusion. Der LWL will den von Bund und Land finanzierten Freiwilligendienst für Jugendliche attraktiver machen, die auf dem Arbeitsmarkt schlechte Chancen haben, weil sie keinen oder einen niedrigen Schulabschluss haben, weil sie soziale oder psychische Probleme haben oder weil sie eine körperliche oder geistige Behinderung haben. Auch Jugendliche mit einem Migrationshintergrund, die bislang beim FÖJ unterrepräsentiert sind, zählen zur Zielgruppe. Im ersten Projektjahr kamen westfalenweit rund 17 Prozent der 160 FÖJler aus dieser Gruppe.

Für die jungen Menschen aus der Zielgruppe bedeutet das Projekt zusätzliche Angebote, sich weiterzubilden und auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten: Neben den regulären Seminaren zu ökologischen Themen gibt es jetzt auch ein- oder mehrtägige Angebote wie Berufsorientierung, Persönlichkeitsbildung oder Sozialkompetenztraining. "Die Gruppen in diesen Workshops sind kleiner, so können die Pädagogen gut auf die besonderen Bedürfnisse Einzelner eingehen", sagt Yanna Josczok, Koordinatorin des "FÖJ für Alle". Als ideales Ergebnis des Modellprojektes sollen am Ende möglichst alle FÖJler mit Unterstützungsbedarf einen Anschluss im Berufsleben finden oder eine Berufsperspektive entwickeln. Ein weiteres Ziel: Alle Beteiligten für gesellschaftliche Vielfalt zu sensibilisieren.

Natürlich müssen sich auch die über ganz Westfalen verstreut liegenden Einsatzstellen auf die jungen Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf vorbereiten. Die FÖJ-Zentralstelle beim LWL bietet für die Praxisanleiter der Einsatzstellen verschiedene Fortbildungen an, die ihnen vermitteln, wie sie FÖJler mit besonderem Förderbedarf am besten anleiten und betreuen können. "Mit diesen Angeboten wollen wir beispielsweise die Sensibilität und Offenheit gegenüber jungen Menschen aus psychischen oder sozialen Problemlagen oder für Jugendliche mit Migrationshintergrund fördern", erklärt Josczok.
Für viele Jugendliche mit Unterstützungsbedarf ist es schon schwierig, sich über das FÖJ zu informieren oder sich zu bewerben. "Wir wollen auch hier die Hürden abbauen", so Yanna Josczok. Geplant ist zum Beispiel eine Information in Leichter Sprache.

Hintergrund
Tierschutz, Landwirtschaft, Umweltschutz oder Landschaftsbau: Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) bietet für junge Menschen, die sich in diesen Bereichen ausprobieren wollen, viele Einsatzmöglichkeiten. Der LWL als Zentralstelle für das FÖJ in Westfalen-Lippe vermittelt jedes Jahr rund 160 Plätze. "Unser Ziel ist es auch, besonders Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit Abschluss der Sekundarstufe I durch das FÖJ zu erreichen und ihnen Anschlussmöglichkeiten aufzuzeigen", sagt Anita Burhöi von der FÖJ-Zentralstelle des LWL-Landesjugendamtes in Münster.
Dieser Anspruch wurde im vergangenen Jahr noch einmal erweitert: Seit September 2017 fördert Modellprojekt "FÖJ für Alle" Freiwillige im ökologischen Jahr mit besonderem Unterstützungsbedarf. Etwa 17 Prozent der jungen Freiwilligen haben nach Einschätzung der pädagogisch Mitarbeitenden einen erhöhten Förderbedarf.
Mehr Informationen zum FÖJ gibt es unter http://www.foej.lwl.org/de/



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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