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Mitteilung vom 25.04.18

Presse-Infos | Soziales

LWL-Programm fördert innovative Wohnmodelle für Menschen mit Behinderung

Selbstständiges Wohnen - LWL-Programm für technikunterstütztes, selbstständiges und sicheres Wohnen im Quartier in Bielefeld, Hagen, Siegen, Dortmund

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Bielefeld, Hagen, Siegen, Dortmund (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will Menschen mit wesentlichen Behinderungen durch moderne Technik und Förderung bei der Nachbarschaft dabei helfen, in der eigenen Wohnung zu leben. Der LWL wird mit dem Konzept von Bethel.regional Menschen mit verschiedenen Behinderungsarten in vier alternativen Standorten mit zehn Millionen Euro dabei unterstützen, in der eigenen Wohnung zu leben. Das Programm "Selbstständiges Wohnen" (SeWo) fördert mit zehn Millionen Euro Konzepte für Technikunterstützung und Einbindung ins Stadtviertel oder in die Dorfgemeinschaft in ganz Westfalen-Lippe.

LWL-Direktor Matthias Löb: "Der hart umkämpfte Wohnungsmarkt ist ein Engpass für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Deswegen sollen die ausgewählten Projekte Modellcharakter haben und andere anregen, sich auch im Wohnungsbau für Menschen mit Behinderungen zu engagieren. Wir wollen einen 'westfälischen Weg' für unsere Modellprojekte: Es bedeutet schlaue, aber nicht unbedingt teure Technik. Das geht von der Dusche ohne Schwelle, die jeder kennt, bis zur elektronischen Assistentin, die einen an die nächste Verabredung mit Freunden erinnert - und an den Schirm bei Regenwetter. Das kombinieren wir mit guter Nachbarschaft, die nicht immer von selbst kommt, sondern die wir mit so genannten Quartiersmanagern fördern. Menschen mit Behinderung sind gute Nachbarn - sei es zum Beispiel die Rollstuhlfahrerin, die den Hund des Nachbarn ausführt."

Bethel.regional plant die Umsetzung von einem Appartmenthaus mit intensiv-ambulanten Untersützungsangeboten entweder in Bielefeld, Hagen, Siegen oder Dortmund. Den Klientinnen soll hier eine weitgehend selbstständige Lebensführung möglich sein, denn sie beteiligen sich aktiv an der Weiterentwicklung des virtuellen Assistenten "Billie". Der wird zu einem zentralen Vermittler verschiedener Funktionen wie Smart-Home-Elementen, Sicherheitssystemen, Kommunikationstechnologien oder digitalen Medien.

"Gerade Menschen, die besonders viel Unterstützung im Alltag brauchen, sollen mit unserem Programm neue Chancen auf eine eigene Wohnung bekommen," so Löb weiter. Wo früher ein Heim oft die einzige Möglichkeit gewesen sei, könnten Menschen mit einer schweren Behinderung heute bei entsprechender Unterstützung auch in den eigenen vier Wänden in Bielefeld, Hagen, Siegen oder Dortmund leben.

Alle Wohnungen werden mit intelligenter Technik (Ambient Assisted Living) ausgestattet: Assis-tenzsysteme helfen den Bewohnern zum Beispiel beim Türöffnen, Telefonieren oder bei der Bedienung der Haustechnik. Dabei richtet sich die technische Unterstützung - auch bei komplexeren Systemen - nach den individuellen Anforderungen und folgt dem Grundsatz: "So viel Unterstützung wie nötig - so wenig Technik wie möglich." Außerdem sollen neue Konzepte den Mieterinnen ermöglichen, aktiver Teil der Nachbarschaft zu werden.

Zur technischen Assistenz erläutert Matthias Gundler, Prokurist der WLV Tochtergesellschaft des LWL: "Schon nach der ersten Durchsicht der Projektskizzen wurde deutlich, dass wir für ein selbstständiges Leben unterschiedlichste Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung technisch befriedigen müssen. Wir möchten auf die Menschen individuell eingehen und unter ihrer Akzeptanz für neue Techniken den Sprung der Systeme aus der Forschung in die private Wohnung gestalten helfen."

"Menschen mit und ohne Behinderung Wohnen nicht nur in einer Wohnung sondern auch in einer Nachbarschaft, einem Viertel, einem Dorf oder Stadtteil - kurzum in einem Quartier," berichtet Michael Wedershoven, einer der beiden Geschäftsführer der SeWo gGmbH. "Wir werden die Quartiersarbeit bei den ausgewählten Projekten fördern damit von vornherein ein Wohnen in guter Nachbarschaft gelingen kann."



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Laura Märk, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-5400, presse@lwl.org
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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