LWL-Newsroom

Mitteilung vom 14.03.18

Presse-Infos | Kultur

LWL-Archäologen planen Ausgrabung in Heek

Bewertung:

Heek (lwl). Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) planen umfangreiche Ausgrabungen in Heek-Nienborg (Kreis Borken). Der Anlass ist eine geplante Erweiterung des Gewerbegebiets. Die Wissenschaftler haben Hinweise, dass sich auf dem Areal großflächige Siedlungen aus der Eisenzeit und der Römischen Kaiserzeit befinden.

"Von den Ausgrabungen erhoffen wir uns nicht nur, weitere Hausgrundrisse zu entdecken", so Dr. Christoph Grünewald von der LWL-Archäologie für Westfalen. "Die neuen Untersuchungen werden auch helfen, die Struktur des über 1.500 Jahre bewohnten Siedlungsraums an der Dinkel besser zu verstehen."

Im Vorfeld des Baugenehmigungsverfahrens haben die LWL-Archäologinnen bereits in den Jahren 2016 und 2017 mehrere Probegrabungen auf dem betroffenen Gelände durchgeführt. Dabei entdeckten sie fast auf der gesamten Fläche Spuren einer jahrtausendealten Besiedlung. Dazu zählen neben Abfallgruben auch Pfostenlöcher, die von einstigen Holzhäusern stammen. Solche Pfostenlöcher erhalten sich als kreisförmige Verfärbungen im Boden.

Darin fanden sich Keramikscherben, die den Forschern erste Hinweise auf das Alter der Besiedlung geben. Der südliche Teil der Erweiterungsfläche war demnach schon in der Eisenzeit bewohnt, also in der Phase von 800 v. Chr. bis Christi Geburt. In dem nördlich anschließenden Bereich überwiegen dagegen Befunde aus der Römischen Kaiserzeit, das heißt aus dem 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. "Die Siedlung in Heek geht aber nicht auf Römer zurück", erläutert Grünewald. "Der Fachbegriff 'Römische Kaiserzeit' bezeichnet in der Archäologie nur eine Epoche."

Bereits im Zuge des Autobahnbaus von 1987 bis 1992 traten in der näheren Umgebung ur- und frühgeschichtliche Fundstellen zu Tage. Die Probegrabungen der vergangenen Jahre bestätigten die Vermutung der Wissenschaftler, dass auch das Baugelände Teil der prähistorischen Besiedlung ist.

Vor Beginn der Bauarbeiten ist es notwendig, die archäologische Fundstelle auszugraben und zu dokumentieren. Ansonsten gingen wichtige Zeugnisse über die frühen Siedler des westlichen Münsterlandes verloren. Die Ausgrabung erfolgt in enger Abstimmung mit der Gemeinde Heek. Der Beginn der Untersuchung ist für das Frühjahr 2018 geplant.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Nils Wolpert, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-8901
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Archäologie für Westfalen
Zentrale
An den Speichern 7
48147 Münster
Karte und Routenplaner



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Der LWL auf Facebook:
http://www.facebook.com/LWL2.0






Ihr Kommentar




zur Druckansicht dieser Seite

zu den aktuellen Presse-Infos