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Mitteilung vom 12.10.17

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Presse-Infos | Kultur

Provenienzforschung im Fokus

LVR und LWL diskutierten mit 120 Fachleuten

Bewertung:

Bonn (lwl). 120 Fachleute aus ganz Nordrhein-Westfalen, darunter etliche Vertreter großer und kleiner Museen, haben am Donnerstag (12.10.) auf Einladung der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) im LVR-LandesMuseum Bonn das Thema Provenienzforschung diskutiert. In den Vorträgen, Fachgesprächen und Podiumsdiskussionen ging es also darum, wie Museen die Herkunft von Sammlungsobjekten erforschen. Häufig steht diese Forschung im Zusammenhang mit der Beschlagnahmung und Entwendung von Kunstwerken durch die Nationalsozialisten. Öffentliche Sammlungen sind spätestens seit der Gemeinsamen Erklärung (1999) der Bundesregierung, der Länder sowie der kommunalen Spitzenverbände dazu verpflichtet, unrechtmäßig entzogene Kulturgüter aus ihren Besitz aufzufinden und zurückzugeben. In der jüngeren Vergangenheit zeigte sich allerdings, dass gerade die kleineren und mittleren Häuser aufgrund der Vielfalt der täglichen Aufgaben nicht immer Kapazitäten für diese zeitintensiven Recherchen haben.

"In Nordrhein-Westfalen forschen bisher nur 32 Museen, die übrigen rund 1.100 Häuser sind in der Provenienzforschung noch nicht aktiv. Wir wollen den Museen helfen, ihr Fachwissen auszutauschen und so das unterschiedliche Niveau im Fachwissen ausgleichen", sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

"Die Beratungsstellen der beiden Landschaftsverbände sind als kulturfachlicher Knotenpunkt ideal, um als Scharnier zu fungieren", betonte Milena Karabaic, LVR-Dezernentin Kultur und Landschaftliche Kulturpflege. "Das betrifft insbesondere die langjährige Kompetenz große und kleine Museen aller Sparten miteinander in Beziehung zu setzen, aktuelle Diskurse aufzugreifen, zu fokussieren und in die Landschaft zu bringen. So tragen wir zum Erhalt sowie der Weiterentwicklung der Museumslandschaft bei."

Die Tagung näherte sich dem Thema in drei Blöcken: Block eins befasste sich mit der Provenienzforschung in Deutschland und fragte nach den Strukturen und Systemen auf Bundes- bzw. Landesebene. Einen Überblick gaben Dr. Uwe Hartmann vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg, der die bundesweiten Entwicklungen darstellte, sowie Jasmin Hartmann, Provenienzforscherin der Stadt Düsseldorf und Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Provenienzforschung e. V. Anschließend wurden aktuelle, erfolgreiche Initiativen in den Bundesländern Brandenburg, Niedersachsen und Bayern vorgestellt.

Der zweite Block gab Einblicke in die Provenienzforschung in Nordrhein-Westfalen. Verschiedene Museen stellten erfolgreiche Projekte vor, darunter das Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum in Düren und das Museum Abtei Liesborn in Wadersloh.

Im dritten Block wurden die Übertragbarkeit von Herangehensweisen anderer Bundesländer auf der Grundlage der dargestellten NRW-Spezifika hinterfragt. Dazu diskutierten Dr. Ingrid Stoppa-Sehlbach, NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft, Dr. Ulrike Gilhaus, LWL-Museumsamt für Westfalen, und Guido Kohlenbach, LVR-Fachbereich Regionale Kulturarbeit, über die Bedarfe und Perspektiven der Provenienzforschung in NRW.

Viele Fragen tauchten während der Tagung auf wie: "Woran scheitern Versuche, Provenienzforschung innerhalb eines Museums zu etablieren? Welche Chancen liegen in proaktiven Provenienzrecherchen? Wie können bestehende Kompetenzen gebündelt, regionalspezifische Forschungsfragen erarbeitet und zugänglich gemacht werden?"

Um den Fragen zu begegnen, aber auch um Bedarfe und Problemfelder innerhalb der Museumslandschaft zu ermitteln, hat der LVR ein zweijähriges Projekt initiiert. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wird ein Konzept zum Umgang mit dem Thema und zur Unterstützung der Museen in Nordrhein-Westfalen entwickelt.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Birgit Ströter, LVR-Pressestelle, Tel. 0221 809-7711, birgit.stroeter@lvr.de
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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