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Mitteilung vom 12.09.17

Foto zur MitteilungDie Kaiserin auf einer zeitgenössischen Postkarte.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Salon "Frauenbilder" im LWL-Industriemuseum

Zeche Nachtigall widmet sich Kaiserin Auguste Victoria

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Witten (lwl). Kaiserin Auguste Victoria (1858-1921) steht im Mittelpunkt des nächsten Salons "Frauenbilder", zu dem der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Donnerstag (21. 9.) um 18.15 Uhr in sein Industriemuseum Zeche Nachtigall nach Witten einlädt.

Wer war die Frau an der Seite des Monarchen? "Eine schöne, graziöse, liebenswürdige Erscheinung, von vorzüglichen Eigenschaften des Geistes und des Charakters", befanden die Eltern Kaiser Wilhelms 1879 sehr lobend über die junge Frau, die ihr Sohn heiraten will. Historiker Dr. Thomas Parent, ehemaliger stellvertretender Direktor des LWL-Industriemuseums, beleuchtet in seinem Vortrag die verschiedenen Facetten der letzten deutschen Kaiserin.

Patriotische Erinnerungsliteratur verklärte Auguste Victoria noch lange als treusorgende Ehefrau Wilhelms II., als liebevolle Mutter von sieben Kindern und als fürsorgliche Landesmutter besonders für die Armen und Schwachen. Die historische Forschung korrigiert allerdings dieses Idealbild und hinterfragt den engen geistigen Horizont der Monarchin, ihre religiöse Intoleranz, den autokratischen Herrschaftsanspruch und ihr ignorantes Unverständnis gegenüber der Sozialdemokratie. "Vor allem in der Endphase des Kaiserreichs hat Auguste Victoria eine unheilvolle politische Rolle gespielt und dabei ungewollt zum Sturz der Hohenzollern-Monarchie in der Novemberrevolution von 1918 beigetragen", so Thomas Parent, der sich in verschiedenen Publikationen mit dem Selbstverständnis monarchischer Herrschaft im Industriezeitalter befasst hat.

Der Referent stellt das Wirken der Monarchin in Familie, Staat und Gesellschaft vor, lotet imperiale Repräsentation und karitatives Engagement, guten Willen und schmerzliche Überforderung, später den Machtkampf und das endgültiges Scheitern aus. Auch die Bedeutung für Westfalen und für das Ruhrgebiet skizziert Parent: Nachdem die Zeche Auguste Viktoria als vorletztes Ruhrbergwerk 2015 die Förderung eingestellt hatte, überführte die Stadt Marl das Denkmal der Monarchin in einem Festakt vom Zecheneingang in die zentrale Fußgängerzone. Die Aktion stieß auch auf Kritik: "Dass sich gerade SPD-Genossen für eine reaktionäre Kaiserin stark machen, wundert einen schon", kommentierte damals der örtliche Lokalkompass. "Sie gehörte zur Herrscherfamilie der Hohenzollern, die den Ersten Weltkrieg mit verursachten. Die Hohenzollern kämpften immer gegen die Sozialdemokratie, unter ihrer Herrschaft wurden die Sozialistengesetze beschlossen."

Neben Zitaten aus zeitgenössischen Texten bekommen die Gäste des Salons auch Gesangspassagen aus Opern zu hören, die im Leben Auguste Victorias eine Rolle gespielt haben.

Der Eintritt zum Salon "Frauenbilder" ist wie immer frei. Parkplätze stehen auf dem Museumsgelände zur Verfügung.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Cindy Kramer, LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall, Tel. 02302 93664-20
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Nachtigallstr. 35
58452 Witten
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