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Mitteilung vom 21.07.17

Foto zur MitteilungGrabungshelfer vermessen und zeichnen die archäologischen Befunde
Foto: LWL/S. Deiters


Foto zur MitteilungBlick in eine Pfostengrube mit erhaltenen Holzresten
Foto: LWL/S. Deiters


Foto zur MitteilungAuch in der Seitenansicht ist deutlich, wo einst ein Pfosten in der Grube eingegraben war
Foto: LWL/S. Deiters


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Presse-Infos | Kultur

LWL-Archäologen entdecken mittelalterliches Gehöft in Velen-Ramsdorf

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Velen (lwl). Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben in Velen-Ramsdorf(Kreis Borken), im Vorfeld von Bauarbeiten Reste von Häusern aus dem Mittelalter entdeckt. Auf einer Fläche von 1.500 Quadratmetern standen hier einst drei Holzbauten, die zu einem bäuerlichen Gehöft gehörten.

Nachdem der Oberboden mit einem Bagger abgetragen wurde zeichneten sich die ehemaligen Pfosten der Häuser als dunkle Verfärbungen im Boden ab. So konnten die LWL-Archäologen die Grundrisse rekonstruieren. Das größte Haus war 22,5 Meter lang.

Bislang können die Ausgräber noch nicht sicher sagen, aus welcher Zeit die Häuser stammen. Momentan sind die Häuser nämlich noch nicht vollständig ausgegraben. Die Archäologen hoffen noch auf weitere Funde, die eine genauere Datierung ermöglichen. "Aufgrund typischer Merkmale der Bauweise können wir aber schon zwei Häuser grob datieren", erläutert Grabungsleiter Stephan Deiters. "Ein Gebäude stammt aus dem 8. oder 9. Jahrhundert, ein anderes aus dem 9. bis 12. Jahrhundert."

Bei diesen sogenannten Pfostenbauten werden die tragenden Holzpfosten tief in den Boden eingegraben. Dadurch verrotten sie schnell, sodass die Lebensdauer dieser Häuser auf wenige Jahrzehnte begrenzt ist. Wenn das alte Haus marode wurde, war also ein Neubau erforderlich. Dieser wurde meistens in der Nähe errichtet. Die Archäologen des LWL vermuten daher, dass sich in der Umgebung noch weitere Hausreste im Boden befinden. "Die drei Häuser, die wir bislang entdeckt haben, sind wahrscheinlich verschiedene Generationen eines Gehöfts", so Deiters.

Seit Juni gräbt die LWL-Archäologie in Kooperation mit der Stadt Velen in dem Neubaugebiet an der Birnbaumallee in Ramsdorf. Erste Voruntersuchungen hatten bereits im März stattgefunden. Auf der Fläche, die bis zuletzt als Acker genutzt worden war, hatten die Archäologen mehrere Suchschnitte angelegt. Dabei zeigte sich, dass hier Reste einer mittelalterlichen Hofanlage verborgen waren. Aufgrund dieser Erkenntnisse führen die Forscher die aktuelle Ausgrabung durch.

Die Archäologen erwarten, in den nächsten Wochen noch weitere Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie das mittelalterliche Gehöft einmal ausgesehen hat. Die Ausgrabung wird Ende August abgeschlossen sein.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Nils Wolpert, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-8901
presse@lwl.org



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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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