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Mitteilung vom 19.06.17

Presse-Infos | Jugend und Schule

Fast 1.600 Kinder leben in 'Profi'-Pflegefamilien

LWL-Jugenddezernentin: "Gute Alternative zur Heimunterbringung"

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Münster/Westfalen (lwl). "Fast 1.600 Kinder leben zurzeit in rund 1.300 Westfälischen Pflegefamilien. Diese spezielle Form der Familienpflege hat sich bewährt und weitet sich aus", bilanzierte Birgit Westers, Jugenddezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), am Montag (19.6.) im Landesjugendhilfeausschuss in Münster.

"Westfälische Pflegefamilien" sind Familien für Mädchen und Jungen, die aus verschiedenen Gründen wie zum Beispiel Vernachlässigung oder Gewalt in der Familie nicht mehr bei ihren Eltern leben können, für die ein Heim, eine Wohngruppe oder eine "normale" Pflegefamilie aber auch nicht der richtige Lebensort sind. Diese Kinder und Jugendlichen brauchen einerseits professionelle Hilfe, andererseits aber auch "eine richtige Familie" - beides bekommen sie in den Westfälischen Pflegefamilien. Denn diese Pflegeeltern sind besonders geeignet und in vielen Fällen zusätzlich pädagogisch oder medizinisch qualifiziert. Außerdem wird jede Westfälische Pflegefamilie durch ihre Familienberaterin oder ihren Familienberater regelmäßig begleitet und unterstützt.

"Für immer mehr junge Menschen, für die das Angebot der klassischen Pflegefamilie nicht ausreicht, oder für die keine andere Pflegefamilie gefunden werden konnte und die sonst in einem Heim untergebracht werden müssten, gelingt es inzwischen, ein Leben in den Westfälischen Pflegefamilien zu ermöglichen. Rund 20 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen haben Behinderungen. Die Möglichkeit, in einer Familie aufzuwachsen, ist aus pädagogischer Sicht eine gute Alternative zur ansonsten erforderlichen stationären Unterbringung", erläuterte Westers. Auch für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die den Wunsch nach Familienanschluss haben, bieten Westfälische Pflegefamilien einen guten Lebensort.

Menschen, die überlegen, ob sie eine Westfälische Pflegefamilie werden wollen, können sich beim LWL-Landesjugendamt Westfalen informieren. Interessierte finden die Familienberaterinnen und Familienberater in ihrer Region im Internet unter www.lwl.org/westf-pflegefamilien oder erfragen diese bei Imke Büttner (Tel. 0251 591-5884).

Hintergrund:
Die Bezeichnung 'Westfälische Pflegefamilien' meint nicht alle Pflegefamilien in Westfalen-Lippe. Dem Zusammenschluss der Westfälischen Pflegefamilien liegt ein Konzept zugrunde, nach dem Kinder und Jugendlichen mit besonders ausgeprägten Entwicklungsbeeinträchtigungen die Möglichkeit geboten wird, in einem familiären Rahmen zu leben.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



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