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Mitteilung vom 21.04.17

Foto zur MitteilungRekonstruktion der jungen Frau aus der Blätterhöhle.
Foto: LVR, Jürgen Vogel


Foto zur MitteilungOriginalschädel der jungen Frau aus der Blätterhöhle, Datierung des Schädels: ca. 3.600 v. Chr.
Foto: Foto: LVR, Jürgen Vogel


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Presse-Infos | Kultur

Die Frau aus der Blätterhöhle

Landesausstellung "Revolution Jungsteinzeit" im LWL-Museum für Archäologie in Herne

Bewertung:

Herne (lwl). Gab es Müslischale, Reifen und Motorsäge schon vor über 7.000 Jahren? Ja - zumindest in der Rohversion. Das zeigt die Landesausstellung "Revolution Jungsteinzeit", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab dem 24. Mai im LWL-Museum für Archäologie in Herne in Szene setzt. Gut 900 Fundstücke lassen dann die Zeit von Ötzi und Stonehenge wieder auferstehen. Mitmachstationen laden kleine wie große Besucher ein, zum Ursprung unserer heutigen Zivilisation zurückzukehren. Außerdem zeigt die Landesausstellung die wichtigsten archäologische Funde in NRW aus den vergangenen fünf Jahren.

Erst seit 7.300 Jahren leben Menschen im heutigen NRW so, wie man es kennt: Sie bauen feste Häuser, züchten Vieh und betreiben Landwirtschaft. 2,5 Millionen Jahre davor war der Mensch Jäger und Sammler. Wie genau sich dieser Wandel vollzog und mit ihm die "Revolution Jungsteinzeit" einsetzt, war Forschern lange ein Rätsel. Was geschah mit den Jägern und Sammlern, als die ersten Bauern kamen? Standen beide Gruppen in Kontakt?

Vor elf Jahren stießen Archäologen in der Blätterhöhle bei Hagen auf eine wissenschaftliche Sensation. Sie fanden den besterhaltenen Schädel der Jungsteinzeit und mit ihm die Antwort auf ihre Fragen: Mindestens 2.000 Jahre lang lebten die Jäger und Sammler sowie Bauern in einer Parallelgesellschaft.

Naturwissenschaftliche Analysen ergaben: Der Schädel aus der Blätterhöhle gehört einer jungen Frau, die zwischen 17 und 22 Jahren alt war, als sie starb. Woran sie gestorben ist, ist unklar. Doch durch den guten Erhaltungszustand konnte der Schädel mit rechtsmedizinischen Methoden rekonstruiert werden. Zudem wurde der Schädel naturwissenschaftlich untersucht. Das Ergebnis: Die Frau hat vor 5.600 Jahren gelebt und gehört damit zu den letzten Jägern und Sammlern. Sie lebte fast 2.000 Jahre nach dem Eintreffen der ersten Bauern in Westfalen.

Der Frauen-Schädel aus der Blätterhöhle bei Hagen ist einer der Spitzen-Funde der archäologischen Landesausstellung "Revolution Jungsteinzeit", die noch bis zum 22.10.2017 im LWL-Museum in Herne zu sehen sein wird. Hier steht auch die Rekonstruktion des Schädels.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Dr. Josef Mühlenbrock, LWL-Museum für Archäologie - Westfälisches Landesmuseum - (Museum Herne), Telefon: 02323 94628-11, josef.muehlenbrock@lwl.org
presse@lwl.org



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