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Mitteilung vom 22.03.17

Foto zur MitteilungHeinrich Davringhausen, Der Irre, 1916. © Renata Davringhausen, c/o Dr. Eimert.
Foto: LWL/Sabine Ahlbrand-Dornseif und Rudolf Wakonigg


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Presse-Infos | Kultur

Neu gehängt: Tanz auf dem Vulkan

Sammlungspräsentation im LWL-Museum für Kunst und Kultur

Bewertung:

Münster (lwl). Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster zeigt Werke der Moderne und Gegenwartskunst in einer neuen Präsentation im Altbau. Der Idee einer lebendigen Sammlung folgend, hat das LWL-Museum seit Beginn des Jahres acht Räume neu gestaltet, dafür wählte das Museumsteam bisher nicht gezeigte Kunstwerke aus. Am Freitag (24.3.) um 19 Uhr stellt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) allen Interessierten die neuen Räume vor. Der Eintritt ist kostenlos.

Über 70 Objekte aus der Museumssammlung zur Kunst des 20. Jahrhunderts zeichnen in acht Ausstellungsräumen den Weg der Neuen Sachlichkeit nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, über die expressiven Ausdrucksweisen der Brücke-Maler bis hin zur immer abstrakteren formalistischen Kunst des Bauhaus und der deutschen abstrakten Malerei. Bekanntes und Unbekanntes wird durch die Hängung in neuen Zusammenhängen lesbar.

In einem Gespräch erläutern LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale und LWL-Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold die Idee der lebendigen Sammlung. Eine inhaltliche Einführung für die künstlerische Entdeckungsreise in der vermeintlich bekannten Sammlung des Museums geben die Kuratorinnen der Neupräsentation Dr. Tanja Pirsig-Marshall und Marijke Lukowicz.

Ausgehend von einer Zeit, in der Krieg und Niederlage, Arbeitslosigkeit und Industrialisierung sowie Zerstörung und Erneuerung das Leben prägten, skizzierten Künstler wie Otto Dix, Franz Radziwill, Alexander Kanoldt und Heinrich Davringhausen ein scharfes Bild der Realität. Unter dem Raumtitel "Tanz auf dem Vulkan" spiegeln sich in den Werken der Neuen Sachlichkeit die Unruhen und Verwirrungen einer ganzen Epoche wider. Die farbintensiven Landschaften und Bildnisse der "Brücke"-Maler Franz Marc, August Macke und Otto Mueller sowie die ausdrucksstarken Porträts der Westfalen Ida Gerhardi, Wilhelm Morgner und Peter August Böckstiegel drücken das innere Erleben aus.

Der Raum "Struktur und Farbe" vermittelt zwischen der expressiven und der gänzlich abstrakten Malerei. Bekannte Arbeiten von Lyonel Feininger, Josef Albers und Wassily Kandinsky zeigen mit ihrer mehr und mehr der Form verbundenen Bildsprache den Übergang zur Abstraktion ihrer Künstlerkollegen Paul Klee und Ernst Wilhelm Nay.

Deutlicher als zuvor kommen die Bezüge westfälischer Künstler zur großen deutschen und internationalen Kunstszene zur Geltung. Eine besondere Verbindung wird in dem Raum "Arp und Ernst - eine Künstlerfreundschaft" erfahrbar. Während der über fünf Jahrzehnte andauernden Freundschaft von Hans Arp und Max Ernst entstanden Bilder und Skulpturen, die insbesondere in der künstlerischen Formensprache die eng verwandte Gedankenwelt von Arp und Ernst verdeutlichen.

Die Räume der klassischen Moderne werden flankiert durch Ausblicke in die Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. So zeigt der Raum "ZERO" in der neuen Präsentation fünf Arbeiten von den drei Begründern der ZERO-Kunstrichtung, Otto Piene, Günther Uecker und Heinz Mack. Der Versuch eines künstlerischen Neuanfangs nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges durch die Verwendung der Elemente Bewegung und Licht wird hier nachvollziehbar.

Die Weiterentwicklung in der Bearbeitung der Leinwand verbindet die Kunstwerke in einem weiteren Raum: Anknüpfend an die abstrakte Malerie wird die Leinwand selbst zum Gegenstand des Kunstwerkes. Auseinandersetzungen mit den Oberflächen wie bei Yves Klein, Pierre Soulages und auch Simon Hantaï stehen im Fokus.

Hintergrund
Die Sammlung des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster umfasst über 350.000 Objekte. Das Sammlungskonzept des im September 2014 wieder eröffneten Kunstmuseums sieht eine wechselnde Sammlungspräsentation vor, die einzelne Exponate oder gar Räume in unregelmäßigen Abständen neu präsentiert. So verbindet das LWL-Museum verschiedene Ansprüche: Der Umfang der Sammlung wird durch das Auswechseln einzelner Werke oder größerer Werkkonvolute deutlich. Auch Neuankäufe können so in neuen Bezügen die bestehende Sammlung ergänzen und in die Präsentation eingebunden werden. Museumsbesucher erleben die Sammlung auf diese Weise immer wieder neu. Zudem begegnet das Kunstmuseum damit den Interessen der Besucher, die einzelne Sammlungsbereiche besonders nachfragen und aufsuchen.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Anja Tomasoni, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Telefon: 0251 5907-168, anja.tomasoni@lwl.org
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Museum für Kunst und Kultur
Westfälisches Landesmuseum
Domplatz 10
48143 Münster
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Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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