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Mitteilung vom 06.02.17

Foto zur MitteilungBurg Hülshoff in Havixbeck.
Foto: Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung/Harald Humberg


Foto zur MitteilungBurg Hülshoff in Havixbeck.
Foto: c AvD-Stiftung Harald Humberg


Foto zur MitteilungVilla Schonebeck: Hier könnten die Studierenden untergebracht werden.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Literarisches Schreiben

Neues Studienangebot macht Burg Hülshoff zum Studienort

Bewertung:

Havixbeck/Köln (lwl). Die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) startet zum Beginn des Wintersemesters 2017/18 ihr neues Studienangebot "Literarisches Schreiben‟ für angehende Schriftstellerinnen und Dichter. Besonderes Merkmal des künstlerischen Hochschulstudiums ist eine enge Kooperation zwischen Rheinland und Westfalen durch so genannte Residenzphasen der Studierenden auf Burg Hülshoff bei Havixbeck (Kreis Coesfeld), dem Geburtshaus der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, das von der Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung getragen wird. Im Studienkonzept ist eine mehrmonatige Residenzphase auf Burg Hülshoff vorgesehen.

"Entwicklung zu einem literarischen Zentrum"

"Durch ihre Zeit auf Burg Hülshoff bekommen die Studierenden die Möglichkeit, sich an einem literarisch geprägten Ort sehr individuell auf ihre künstlerische Karriere vorzubereiten. Burg Hülshoff wiederum wird von dem neuen Veranstaltungsangebot profitieren. Das ist auch die Chance, sich zu einem literarischen Zentrum zu entwickeln", sagte NRW-Kulturministerin Christina Kampmann am Montag (6.2.) in Düsseldorf.

Weg von "Dichterlesungen mit Wasserglas"

Dr. Barbara Rüschoff-Thale, Vorstandsvorsitzende der Droste-Stiftung und Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), der die Stiftung unterstützt: "Wir wollen Literaturveranstaltungen und Workshops anbieten, um den Studierenden den Übergang von der Hochschule in die künstlerische Praxis zu erleichtern. Wir wollen mit ihnen zum Beispiel Wege zum Aufführen ihrer Kunst jenseits der sattsam bekannten 'Dichter-Lesungen mit Wasserglas' erarbeiten. Auch durch die Kooperation mit der KHM entwickeln wir Burg Hülshoff zu einem überregional sichtbaren Kultur- und Literaturzentrum weiter. Die jahrzehntelange Erfahrung des LWL durch seine Literaturkommission, die Droste-Forschungsstelle, den Annette-von-Droste-Hülshoff-Literaturpreis und seine Literaturförderung fließe in das Projekt ein.


Das Konzept: Droste-Kulturzentrum - Zukunftsort Literatur
Nach den Plänen für einen "Zukunftsort Literatur" will die Stiftung unter Federführung des LWL das Geburtshaus der bekannten Dichterin und das nahe gelegene Haus Rüschhaus zu einem "Droste-Kulturzentrum" ausbauen.

Für die Entwicklung eines Programmkonzepts hat die Stiftung Prof. Dr. Dieter Stolz (Berlin) gewonnen. Der Hochschullehrer und Autor stammt aus Westfalen und hat sich unter anderem als Günter Grass-Experte einen Namen gemacht. Der Studiengang auf Burg Hülshoff ist Teil des Programmkonzepts. Nach ersten Überlegungen soll der "Genius loci" Tradition, Zeitgenossenschaft und Innovation miteinander verbinden. Workshops mit Autoren sollen ebenso zum Profil gehören wie Werkstätten für Musiker und Komponisten, ergänzt um literaturwissenschaftliche Forschungskolloquien und Lese- und Vortragsreihen.


Hintergrund: Ausbau der Burg Hülshoff
Ein modularer Stufenplan sieht insgesamt sechs Bausteine vor: Ausbau der Vorburg von Burg Hülshoff als multifunktionale Veranstaltungs-, Ausstellungs- und Kommunikationsstätte, Ausbau des Verbindungsweges ("Lyrikweg") zwischen Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus als interaktive und erlebbare "Droste-Landschaft", Entwicklung des Parks von Burg Hülshoff zu einem literarischen Landschaftsgarten, Entwicklung eines Droste-Instituts, Ausbau eines Netzwerks für Literatur und schließlich Neugestaltung des Familienmuseums im Hauptgebäude der Burg als innovatives Droste-Literaturmuseum.

Kern der Pläne ist ein Gesamterschließungskonzept, das eine künftige Nutzung der Vorburg für Veranstaltungs-, Besprechungs-, Tagungs- und Wechselausstellungsflächen vorsieht. Die sogenannte Neue Ökonomie, der ehemalige Rinderstall der Burg Hülshoff, soll für das Droste-Institut mit Bibliothek, Verwaltung, Werkstatt und Lager umgebaut werden. Zusammen mit dem "Lyrikweg" und Unterbringungsmöglichkeiten für die Teilnehmer des Studiengangs "Literarisches Schreiben" würden sich die Kosten dieser ersten Schritte auf bisher rund 7,6 Millionen Euro belaufen.


Die Stiftung
Die Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung wurde im Herbst 2012 ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Wasserburg Hülshoff gemeinsam mit Haus Rüschhaus dauerhaft für die Öffentlichkeit zu erhalten und auszubauen. 24 Stifter hatten insgesamt 19,3 Mio. Euro Stiftungskapital zusammengebracht. Mit diesem Kapitalstock kann der Erhalt und der Betrieb von Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus im gegenwärtigen Zustand abgedeckt werden.


Burg
Die Wasserburg Hülshoff ist sowohl aus baudenkmalpflegerischer Sicht als auch als Geburtsort der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff von hohem Interesse. Bei der Burg Hülshoff handelt es sich um eine typische westfälische Wasserburg mit einer über 500-jährigen Familientradition.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg bereits im 11. Jahrhundert. 1417 kam sie in den Besitz der Herren von Deckenbrock, die sich später "von Droste" nannten. Das Herrenhaus ließ Heinrich I. von Droste Hülshoff um 1540/1545 erbauen. Das in Form einer geschlossenen Renaissanceanlage gebaute Haus ist bis heute erhalten. Angeschlossen an die Burg ist eine im späten 19. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaute Kapelle.

Burg Hülshoff ist der Geburtsort der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Im Januar 1797 wurde die Dichterin auf der Wasserburg geboren und verbrachte dort sowie in dem nahe gelegenen Haus Rüschhaus Großteile ihres Lebens. Zu Lebzeiten weitgehend unbekannt, zählt Annette von Droste-Hülshoff längst zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Literatur und ist unbestritten die wichtigste Dichterin Westfalens. Ihr Werk hat einen anerkannt hohen Stellenwert in der deutschen Literatur, Teile daraus wie die Erzählung "Die Judenbuche" gehören zur Weltliteratur.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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