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Mitteilung vom 01.02.17

Foto zur MitteilungRestaurator Andreas Weisgerber ordnet die Objekte aus dem Bootsgrab Viet Khe.
Foto: LWL/Maus


Foto zur Mitteilung Die neuen Funde auf einen Blick.
Foto: LWL/Weisgerber


Foto zur MitteilungEin besoners gut erhaltenes Objekt ist diese Kelle aus Bronze.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungAlle müssen mit anpacken, um die Vitrine für die Neuzugänge zu öffnen.
Foto: LWL/Maus


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Presse-Infos | Kultur

Wertvolle Objekte treffen im LWL-Archäologiemuseum ein

Funde aus dem Bootsgrab Viet Khe geben Einblicke in alte Grabbräuche

Bewertung:


Herne (lwl). Im LWL-Museum für Archäologie in Herne sind wertvolle Funde für die Sonderausstellung "Schätze der Archäologie Vietnams" eingetroffen. Die insgesamt sechs Objekte aus dem berühmten Bootsgrab von Viet Khe hatte das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zuvor von Experten in Mainz und Dresden restaurieren lassen.

Mit den Exponaten sind herausragende Funde aus diesem Nationalschatz Vietnams nicht nur erstmals in Deutschland zu sehen, sondern auch erstmals komplett. Denn die übrigen Stücke, die aus dem größten bisher entdeckten Bootsgrab der Dong Son-Kultur stammen, sind schon seit Oktober in den Herner Vitrinen ausgestellt.

Bronzeobjekte lagen in vietnamesischem Bootsgrab

In den Restaurierungswerkstätten des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz haben die Fachleute seit Herbst vier Bronzeobjekte aus dem Bootsgrab restauriert. Unter den Objekten sind echte Raritäten. Wie die Schöpfkelle, auf deren Griff ein nur mit einem Lendenschurz bekleideter Musiker sitzt und eine Mundorgel spielt. 'Sumpotan' heißt das Instrument mit Windkammer und Bambuspfeifen, das heute noch in Vietnam gespielt wird.

Eine weitere Seltenheit ist das 'tho'-Gefäß, dessen zylindrische Form schon seit der Steinzeit bekannt ist. Diese mit Henkeln versehenen und häufig reich mit geometrischen Ornamenten geschmückten Gefäße wurden bislang selten entdeckt. Bemerkenswert sind auch die filigranen Verzierungen auf einer bronzenen Glocke oder das Fragment einer Trommel. Auch sie ist reich verziert, unter anderem mit einem stehenden Vogel, und wurde womöglich bereits zerstört in das Grab gelegt.

Ein Paddel aus Holz und die ledernen Fragmente eines Brustpanzers wurden direkt nach ihrer Ankunft in Deutschland in die Werkstätten des Landesamtes für Archäologie in Dresden geliefert. Dort arbeiten Experten für die Restaurierung von organischen Materialien. Das Blatt des Paddels zeigt an seinem unteren Ende zwar bereits erhebliche Spuren der Zeit. Seine Form ist aber auch nach über 1.200 Jahren noch erhalten, die Funktion gut zu erkennen. Funde wie diese bekräftigen die Interpretation des Baumsarges als Bootsbestattung. Das Paddel lag neben dem Toten. Bislang sind neun Exemplare in den rund 50 Fundstellen mit Bootsgräbern in Vietnam entdeckt worden.

War der Tote ein hochrangiger chinesischer Militär?

Ob es sich bei den Lederfragmenten um einen Brustpanzer handelt, ist bislang noch eine Hypothese. Das Leder war jedenfalls bemalt: Auf schwarzem Hintergrund waren Kreisornamente in zwei Reihen angeordnet, die mit metallischen Aufsätzen verziert waren. Das deutet darauf hin, dass die Fragmente zu einem Lederpanzer gehörten, der in China seit der Shang-Periode zur Ausstattung des Militärs gehörte. Wenn sich diese Vermutung bestätigt, könnte der im Bootsgrab bestattete Tote ein hoher Militär chinesischer Herkunft gewesen sein. Von den Lederfragmenten haben die Fachleute Farbproben genommen. Die Ergebnisse der Untersuchung stehen noch aus.

Wertvolle Grabbeigaben

Das Bootsgrab von Viet Khe aus dem 3. bis 2. Jahrhundert v. Chr. enthielt insgesamt über 100 Beigaben in dem 4,76 Meter langen Baumsarg. Darunter sind vor allem Bronzeobjekte wie Werkzeuge und Waffen, ein Tablett oder verschiedene Gefäße, aber auch Lack-, Bambus- und Holzgegenstände sowie ein Wetzstein. Das Grab ist wichtig für die Erforschung des Grabbrauches der Dong Song-Kultur und der kulturellen Verbindung zwischen dem nördlichen Vietnam und Südchina.

Die Restaurierung wurde aus Mitteln des Auswärtigen Amtes zum Kulturerhalt finanziert. Die neuen Objekte können noch bis zum 26. Februar 2017 in der Sonderausstellung "Schätze der Archäologie Vietnams" im LWL-Museum für Archäologie in Herne bestaunt werden.



Pressekontakt:
Hannah Reichelt, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-5400 und Katja Burgemeister, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-8921.
presse@lwl.org



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Europaplatz 1
44623 Herne
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