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Mitteilung vom 29.09.16

Foto zur MitteilungKünstlerin Kaoru Hirano aus Japan richtet eine Installation aus einem zu Fäden aufgelösten Kleid ein.
Foto: LWL/Holtappels


Foto zur Mitteilung"Berliner Familie" nennt die japanische Künstlerin Kaoru Hirano diese Dreiergruppe.
Foto: LWL/Holtappels


Foto zur MitteilungDas Hemd mit Sternenmuster stammt von der israelischen Künstlerin Gali Cnaani.
Foto: LWL/Holtappels


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Presse-Infos | Kultur

Textile Erinnerungen | Remembering Textiles

Werke von Gali Cnaani und Kaoru Hirano im Textilwerk Bocholt

Bewertung:

Bocholt (lwl). Kleider bis auf die Fäden aufzulösen und mit den offengelegten Strukturen Neues zu schaffen - dieser radikale Ansatz verbindet die beiden Künstlerinnen Gali Cnaani (*1968) aus Israel und Kaoru Hirano (*1975) aus Japan. In der Spinnerei seines Textilwerks Bocholt präsentiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab dem 2. Oktober rund 30 Objekte der international renommierten Künstlerinnen. Die Sonderausstellung "Textile Erinnerungen | Remembering Textiles" ist bis 29. Januar 2017 in einem historischen Spinnsaal des LWL-Industriemuseums zu sehen.

Die beiden Künstlerinnen gehen beide von Second-Hand-Kleidung aus, die sie auf unterschiedliche Art auflösen und weiterverarbeiten. Die Präsentation in Bocholt ist so aufgebaut, dass die künstlerischen Positionen in einen Dialog treten. Die Ausstellung gliedert sich inhaltlich in vier Bereiche, die jeweils einem Thema der Kunst von Cnaani und Hirano gewidmet sind.

Zunächst werden verschiedene Dimensionen von Dekonstruktion vor Augen geführt. Was motiviert beide Künstlerinnen dazu, in einem äußerst zeitraubenden und monotonen Prozess vorhandene Kleidungsstücke aufzulösen? Gefragt wird auch nach den Strukturen, die durch die Dekonstruktion freigelegt wurden. Im Falle von Cnaani sind sie vor allem formaler Natur. Denn die israelische Künstlerin interessiert sich für die "Bauprinzipien" des Textilen. Hirano hingegen erzeugt mit ihren Objekten Assoziationsräume. Sie beziehen sich auf die Menschen, die einst die nun umgearbeitete Kleidung getragen haben.

Ein weiterer Bereich steht im Zeichen der Rekonstruktion. Denn die beiden Künstlerinnen bilden auf unterschiedliche Art und Weise die ursprünglichen Kleidungsstücke nach und schaffen dabei gleichzeitig schöpferische Neuinterpretationen. "Schließlich werden die gezeigten Werke als Akte der Erinnerung gedeutet, die formal, experimentell, forschend, existenziell oder psychologisch ausfallen können", erklärt Kurator Martin Schmidt vom LWL-Industriemuseum.

"Die Ausstellung präsentiert zwei Spielarten moderner Kunst, die in ihrer Suche nach Form und Sinn eine eindrucksvolle technische Finesse mit höchster ästhetischer Ausdruckskraft verbindet", so Schmidt. "Beide Künstlerinnen nehmen Maß am Menschen, dessen konkrete Kleidung sie in abstrakte Kunst verwandeln. Diese lädt den Betrachter ein, die reiche Ikonographie zu entdecken, die der so sinnlichen Materialität des Textilen eigen ist.

Öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung an folgenden Sonntagen: 2.10. (14 u. 16 Uhr), 9.10. (15 Uhr), 13.11. (15 Uhr), 11.12. (15 Uhr), 8.1. (15 Uhr), 29.1. (14 u. 16 Uhr). Besucher zahlen nur den normalen Museumseintritt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Textile Erinnerungen | Remembering Textiles
Kaoru Hirano I Gali Cnaani
2. Oktober 2016 - 29. Januar 2017
Textilwerk Bocholt I Spinnerei
Industriestraße 5, 46395 Bocholt:
Di-So sowie an Feiertagen 10-18 Uhr



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
presse@lwl.org



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46397 Bocholt
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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