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Mitteilung vom 02.09.16

Foto zur MitteilungGrabungsmitarbeiter Sven Schelhammer legt das erste Hausfundament in nur 30 cm Tiefe frei.
Foto: LWL/Eggert


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Presse-Infos | Kultur

LWL-Archäologen erforschen die Ursprünge der Stadt Büren

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Büren. (lwl) Mehr als 800 Jahre zurück reicht die Geschichte der Stadt Büren. Archäologisch erforscht ist diese Vergangenheit bislang noch nicht. Jetzt allerdings haben die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) erstmals die Gelegenheit, einen Blick in den Boden und damit auf die Zeugnisse der 1195 gegründeten Altstadt zu werfen. Auf einem Grundstück an der Bertholdstraße 3 öffnen sie aktuell ein Zeitfenster, das fast 300 Jahre lang unberührt geblieben ist.

Denn hier standen mindestens seit 1730 keine Häuser mehr, die ältere Besiedlungspuren und mittelalterliche Bebauung hätten zerstören können. Deshalb war dieser Platz für die archäologische Untersuchung gezielt ausgesucht worden. Es zeichnete sich auch gleich zu Beginn der Ausgrabung, die von der Stadt Büren, dem Job-Center des Kreises Paderborn und dem Bildungsträger SBH West Paderborn unterstützt wird, der erste Hausgrundriss direkt unter dem Gartenhumus ab. Die mit Bruchsteinen verfüllte Ausbruchgrube eines Hausfundamentes stammt von einem Gebäude, das bereits vor 1730 abgerissen wurde. Dr. Sven Spiong ist als Leiter der Bielefelder Außenstelle der LWL-Archäologie für Westfalen begeistert: "Unter den freigelegten Spuren können wir nun auf ungestörte ältere Kulturschichten mit einer Gesamttiefe von mindestens einem Meter hoffen." Ein echter Glücksfall in dauerhaft besiedelten Regionen, wo die Baugeräte und Schaufeln über die Jahrhunderte sonst tief in die Erde eingedrungen sind und ältere Zeugnisse häufig zerstört haben.

So haben sich mit etwas Glück vielleicht noch Grundmauern oder andere Spuren aus der Frühphase der Stadt erhalten. Darauf hoffen die LWL-Archäologen, denn die Liste der Fragen zur frühen Stadtgeschichte von Büren ist lang. Historiker vermuten zwar anhand der Straßenverläufe, wie sie in den ältesten Plänen von 1730 und 1828 wiedergegeben sind, zunächst eine kleine halbrunde Altstadt, die nach der bereits 1150 errichteten Burg gebaut worden ist. Doch ob die Straßen tatsächlich bis in diese frühe Zeit zurückreichen, ist bisher nur eine vage Vermutung. Auch die angenommene weitere Entwicklung der Stadt, die wahrscheinlich bis etwa 1220 die Ausmaße der heutigen Altstadt erreichte und von einem rechtwinkligen Straßennetz erschlossen wurde, konnte bisher nicht eindeutig bewiesen werden. Denn aus dem Mittelalter sind keine Abbildungen der Stadt erhalten geblieben.

Die Stadt hofft, durch die Ausgrabungen außer neuen Erkenntnissen über die Frühphase der Stadt auch verlässliche Daten für die zukünftige Stadtplanung zu bekommen. "Büren hat eine reiche Geschichte, die deutlich weiter zurückreicht als das Jesuitenkolleg und die heute noch stehenden Häuser am Marktplatz, da ist es spannend zu beobachten, wie die Archäologen Schicht um Schicht in die historischen Tiefen vorstoßen", so Bürgermeister Burkhardt Schuchow.

Wer besonders neugierig ist, für den bieten sich immer dienstags um 17 Uhr kostenlose öffentliche Führungen durch die Archäologen an. Treffpunkt hierfür ist der Garten in der Bertholdstraße 3. Die Ausgrabungen werden noch bis Ende September dauern.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Katja Burgemeister, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-8921.
presse@lwl.org



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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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