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Mitteilung vom 31.01.01

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Tierisches Denkmal des Monats: Obelisk erinnert an einen schönen Kranich

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Eine "tierische" Auswahl hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe bei der Auswahl des Denkmal des Monats Februar getroffen: das Kranichdenkmal von 1788 im Garten der alten Abtei in Lemgo (heute Sitz der Volkshochschule). "Nach unserem Kenntnisstand ist dieses Vogelmonument einzigartig. Es ist ein anschauliches Beispiel für die aufkommende sentimentale Naturliebe im 18. Jahrhundert", erklärt LWL-Denkmalpflegerin Dr. Barbara Seifen die Besonderheit dieses Denkmals.

In der Kunstgeschichte gilt der Kranich nicht nur als Symbol der Wachsamkeit, des Gemeinschaftssinns und der Tugend, sondern auch als Symbol für den kommenden Frühling. Deshalb kürte der LWL den Obelisken im Februar - dem Monat der ersten Frühlingsboten - zum Denkmal des Monats.

Das Denkmal besteht aus einem Obelisken aus hellem Sandstein, der auf einem hohen Sockel über einer Stufe steht. Das Denkmal ist insgesamt 2,22 Meter hoch. Auf einer Tafel am Obelisken steht folgende Inschrift: "Hier liegt Hans der Schohne". In den Sockel wurde folgender Text eingemeißelt: "Er der von Pol zu Pol gezogen, hoch über Wolken oft geflogen, sich jedes Beifall hier erwarb, ach dieser gute Kranich starb, Lemgo d. 12ten December 1788."

Der "Schohne Hans" war vermutlich ein Graukranich. Diese Vögel leben monogam und sind auch ihren Brutstätten treu. Am Himmel sind sie an ihrer langgestreckten Körpersilhoutte und an ihrem langsamen, kräftigen Flügelschlägen zu erkennen. Seine Bewegungen am Boden wirken sehr anmutig, da er langsam und immer aufmerksam den Kopf reckend "dahinschreitet". Zu allen Jahreszeiten führen Kraniche sogenannte Tänze auf. Dabei springen die weiblichen und männlichen Vögel mit halb geöffneten Flügeln in die Luft, laufen in Schleifen umher, verbeugen sich etwas steif voreinander und springen anschließend wieder hoch. Diese Tänze sind nach Grzimeks Tierleben ein Ausdruck der reinen Lebensfreude.

"All dieses wird bei dem erinnerungswürdigen Kranich aus Lemgo dazu beigetragen haben, dass er "Hans der Schohne" genannt wurde und die Herzen der Bewohner des Anwesens erobert hat. Vermutlich ließ der damalige Besitzer Graf Ludwig von der Lippe das Denkmal errichten", so Seifen. Der Garten wurde erst 1795 - also sieben Jahre nach dem Tod des Kranichs angelegt. Vorher gab es hier nach schriftlicher Überlieferung eine Wiese, die direkt an die Wallanlagen der mittelalterlichen Stadtbefestigung und an das anschließende Feuchtgebiet der Beege grenzte. "Möglicherweise lebte ‘Hans der Schohne' in diesem Feuchtgebiet und zeigte sich häufig auf der Wiese des Anwesens - vielleicht war es den Bewohnern sogar gelungen, den Kranich zu zähmen", vermutet Seifen.



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