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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 24.01.18

Thementag Flachglas im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim

Petershagen (lwl). Am Sonntag (28.1.) bietet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) den Besuchern des Industriemuseums in Petershagen den Thementag Flachglas: Am Ofen demonstrieren die Glasmacher, wie seit dem Mittelalter fensterverschließendes Tafelglas im Mundblasverfahren hergestellt wurde. Insbesondere Butzen und Mondglas können auch heute noch in der Glashütte Gernheim hergestellt werden. Die Produktion von größeren Tafeln wird filmisch im Museum dargestellt und lässt sich anhand der Glastafeln nachvollziehen.

Einmalig haben die Museumsbesucher Gelegenheit, die Produktion mundgeblasenen Flachglases zu verfolgen. Der Thementag ist ein Vorbote des Symposiums zum Thema "Mundgeblasenes Flachglas in Architektur, Kunst und Restaurierung", bei dem sich am Dienstag (30.1.) Fachleute und Experten aus Architektur, Kunst und Restaurierung den historischen Techniken der Flachglasherstellung widmen.

In der Glashütte Gernheim ist die Produktion von weißem Tafelglas seit 1814 belegt. Während der Hochphase der Produktion wurde auch rotes, gelbes, blaues, violettes und kupfergrünes Tafelglas hergestellt. Besondere Berühmtheit erlangte Gernheim durch das Überfangglas. Weißes Tafelglas wurde mit einer hauchdünnen, stark farbigen Glasschicht überzogen bzw. überfangen. Zur Herstellung von Tafelglas zur Fensterverschließung gab es im 19. Jahrhundert mehrere Methoden. Zwei davon sind das Mondglasverfahren sowie das Walzenglasverfahren. Bei beiden entstand durch die Weiterverarbeitung eines Hohlkörpers eine Glastafel. Das Mondglasverfahren wurde in Gernheim in den ersten Jahren angewendet, aber bald durch das Walzenglasverfahren, das weniger kraftaufwendig war, abgelöst.
Der Gernheimer Glashüttenturm wird in einer Skizze von Elisabeth Schüffner (zu sehen im Herrenhaus) um 1860 als Tafelturm bezeichnet.

Ini der Schauproduktion erklären die Glasmacher den Besuchern von 10 bis 13.30 Uhr und von 14.30 bis 17.30 Uhr das Verfahren.

Das LWL-Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Jeden Sonntag findet um 11 Uhr eine öffentliche Führung statt (nur Eintritt).

Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Svenja Laufhütte, LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim, Tel. 05707-9311-18
presse@lwl.org



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
In Waldsassen werden bis heute Walzen geblasen und zu Tafelglas verarbeitet.
Foto: LWL


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