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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 26.11.12

Pottwal aus Stralsund trifft im LWL-Museum für Naturkunde ein
Wal vervollständigt neue Sonderausstellung in Münster

Münster (lwl). Am Montag (26.11.) ist nach über einem Jahr Präparationsarbeit das Skelett eines Pottwals, der 2011 vor der Küste Schleswig-Holsteins gestrandet war, in der Wal-Ausstellung im LWL-Museum für Naturkunde in Münster angekommen. Die einzelnen Knochen sind nicht zu einem auf-gestellten Skelett zusammengesetzt, sondern in einer Inszenierung im "Einstimmungssaal" zur Ausstellung zu sehen. Dort liegt der Wal als Skelett wie in der Natur auf den Meeresboden gesunken, als Futter für andere Tiere.

Der zoologische Chefpräparator des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Werner Beckmann, hat mit seinem Team, unterstützt von Kollegen des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, die einzelnen Knochen des Wals zunächst entfleischt, abgespült und danach dreimal gewaschen, um die Knochen vom Fett zu befreien. Die Knochen des Pottwalbullen wurden dazu in einen speziellen Großraumcontainer (vergleichbar mit denen auf Transportschiffen, Maße ca. 10x2,5x2,5 Meter) gelegt, der für die Entfleischung und Entfettung von großen Tieren gedacht ist.


Anschließend mussten die Knochen des vermutlich 20 Jahre alten und 15 Meter langen Tieres zum Teil repariert werden und trocknen. "Wir haben insgesamt ein Jahr gebraucht, vom Fund im November 2011 bis zum Einbau in die Ausstellung im November 2012. In dieses Projekt haben wir insgesamt über 450 Arbeitsstunden hineingesteckt", sagt der Chefpräparator aus Münster.

Beckmann hat die Knochen inzwischen gezählt: "Das Pottwalskelett besteht aus etwa 140 Knochen mit Kopfknochen sowie Oberkiefer und Unterkiefer." Auch konnten 51 Zähne im Unterkiefer und 12 Zähne im Oberkiefer geborgen werden. Diese Elfenbeinzähne wurden zwischenzeitlich im LWL-Museum abgeformt und Nachbildungen hergestellt, die dann dem Pottwal eingesetzt werden.

Der Wal wog zu Lebzeiten zirka 30 Tonnen. Jetzt bringen seine Knochen immerhin noch eine Tonne auf die Waage. Allein der Kopf wiegt zwischen 600 und 700 Kilo, er ist 4,5 Meter lang, 1,9 Meter breit und 1,56 Meter hoch. Beckmann: "Der Kopf ist jetzt noch feucht, daher wiegt er eher 700 Kilo. Wenn er im nächsten Jahr getrocknet ist, wird er hoffentlich nur noch zirka 600 Kilogramm wiegen." Das hohe Gewicht des Tieres hatte zur Folge, dass der Präparator mit seinem Wal-Team die Knochen einzeln vom LKW in Transportwannen zum Ausstellungssaal transportieren musste.

Das LWL-Museum für Naturkunde hatte während der vergangenen zwölf Monate bei der Präparation des Pottwals Hilfe von Walexperten und Museumskollegen: Dr. Harald Benke, Uwe Beese und sein Team vom Deutschen Meeresmuseum Stralsund, Dr. Gerd Meurs-Scher und Kollegen des Nationalparkzentrum "Multimar Wattforum", Stefan Möller und sein Bauhofteam vom Meldorfer Hafen, Lina Weirup, Thyge Jensen, Svend Tougaard, Holger Bittlinger, Gert Rosenbohm, Marko Hoffnauer, Dr. Ilka Hasselmeier und die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) Büsum, Dr. Thomas Borchardt, Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein, Nationalparkverwaltung sowie viele namentlich nicht bekannte Helferinnen und Helfer.

Ab dem 27. November ist der Pottwal dienstags bis sonntags zwischen 9 und 18 Uhr im Einstimmungssaal der neuen Sonderausstellung "Wale - Riesen der Meere" zu sehen.

LWL-Museum für Naturkunde
Sentruper Str. 285
48161 Münster
Eintritt: 5,50 Erwachsene, 3,00 Kinder.

Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066
presse@lwl.org



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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
Chefpräparator Werner Beckmann (hinten rechts) und das restliche "Wal-Team".
Foto: LWL/Oblonczyk


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Die Mitarbeiter des LWL- Museums für Naturkunde tranpsortieren den Schädel ins Museum.
Foto: LWL/Oblonczyk


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Die Mitarbeiter des LWL- Museums für Naturkunde tranpsortieren den Schädel ins Museum.
Foto: LWL/Oblonczyk


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Die Mitarbeiter des LWL- Museums für Naturkunde tranpsortieren den Schädel ins Museum.
Foto: LWL/Oblonczyk


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Die Mitarbeiter des LWL- Museums für Naturkunde tranpsortieren den Schädel ins Museum.
Foto: LWL/Oblonczyk


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Der Präparator Werner Beckmann setzt die einzelnen Wirbelknochen zusammen.
Foto: LWL/Oblonczyk


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Probeweise ausgelegt wurde das Pottwalskelett bereits einmal vor dem Verladen in Stralsund. Präparator Werner Beckmann und sein Team kontrollierten dabei, ob alle Knochen vorhanden sind.
Foto: LWL


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Ein Teil der Knochen des Pottwalbullen, hier eine Rippe, mussten im LWL-Museum für Naturkunde noch bearbeitet werden, bevor der Wal in die Aus-stellung integriert werden konnte.
Foto: LWL/Oblonczyk


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Zoologischer Chefpräparator Werner Beckmann beim Reparieren einzelner Pottwalknochen (hier ein Wirbel).
Foto: LWL/Oblonczyk


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Die Einzelknochen des Pottwals wurden in Stralsund in große Wannen gepackt und auf einen LKW verladen.
Foto:LWL


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Im Einstimmungssaal der neuen Sonderausstellung „Wale – Riesen der Meere“ ist ab dem 27. November das Skelett des vor Pellworm gestrandeten Pottwals zu sehen.
Foto: LWL/Oblonczyk



Die gezeigten Fotos stehen im Presseforum des Landschaftsverbandes zum Download bereit.



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