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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 22.10.12

Von Ruhrpolen zu Kosmopolen
Vortrag über die polnische Zuwanderung ins Revier

Bochum (lwl). Die Zuwanderung aus Polen spielt für das Ruhrgebiet eine ganz besondere Rolle. Welche, erläutert der Historiker und Migrationsexperte Dietmar Osses am Donnerstag, 25. Oktober, im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover. Ab 19 Uhr lädt der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) Interessierte ein, mehr über die Geschichte und Gegenwart der polnischen Zuwanderung ins Revier zu erfahren.

Die Wurzeln der deutsch-polnischen Geschichte führen bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, der Hochphase der Industrialisierung. Zahlreiche polnische Bergarbeiter wanderten auf der Suche nach Arbeit ins Ruhrgebiet. "Gut eine halbe Million so genannter "Ruhrpolen" machten die Stadt Bochum zur Jahrhundertwende zum Zentrum des polnischen Lebens im Revier", so Dietmar Osses, Leiter des LWL-Industriemuseums Zeche Hannover.

In der Phase der politischen Blockbildung und des Kalten Kriegs wurden die Verbindungen zwischen Ost und West fast völlig abgeschnitten. Erst mit dem Umbruch in Osteuropa Mitte der 1980er Jahre öffneten sich die Grenzen wieder. Nach Verhängung des Kriegsrechts in Polen und der Internierung führender Gewerkschafter und Sympathisanten wurden Tausende zur Ausreise gedrängt, andere flüchteten vor Verhaftung und Verfolgung ins westliche Ausland. Nach der Lockerung der Reisebestimmungen nutzten Hunderttausende die Möglichkeit, mit einem Reisevisum nach Deutschland zu gelangen. Insgesamt kamen in den 1980er und 90er Jahren rund zwei Millionen Menschen aus Polen nach Deutschland.

Bis heute hat sich ein neues polnisches Kulturschaffen im Ruhrgebiet entwickelt. Die Künstlerinitiative Kosmopolen ist ein Beispiel hierfür. In jährlichen Festivals zeigen die Mitglieder die Ergebnisse deutscher und polnischer Einflüsse in Kunst und Kultur.

Der Vortrag ist eine Begleitveranstaltung zur Ausstellung "Nach Westen. Zuwanderung aus Osteuropa ins Ruhrgebiet", die noch bis Sonntag (28.10.) im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover gezeigt wird. Die Schau widmet sich der Geschichte und Gegenwart der Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion, Polen und dem ehemaligen Jugoslawien.

Die Ausstellung ist bis zum Beginn des Vortrags für die Besucher geöffnet.

Der Eintritt ist kostenfrei.

Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
presse@lwl.org



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
Blick in die Ausstellung „Nach Westen“.
Foto: LWL/Hudemann


Foto zur Mitteilung
Polnische Spuren in NRW: Fassade der ehemaligen polnischen Arbeiterbank in Bochum.
Foto: LWL



Die gezeigten Fotos stehen im Presseforum des Landschaftsverbandes zum Download bereit.



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