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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 12.10.12

Der "Herr der Schächte"
Ehemaliger Schachtsteiger zu Gast im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern

Dortmund (lwl). In der Reihe "Zeitzeugen" haben Besucher des LWL-Industriemuseums am kommenden Sonntag, 14. Oktober, um 15 Uhr wieder die Gelegenheit, Einblick in ein wenig bekanntes, aber eminent wichtiges Berufsfeld im Bergbau zu erhalten. Rainer Kramer, Jahrgang 1956, berichtet über seine Arbeit als Schachtsteiger auf verschiedenen Zechen des Ruhrgebietes. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt ab 15 Uhr zu der Veranstaltung ein.

Mit 16 Jahren begann Kramer seine Ausbildung als Elektroanlageninstallateur auf der Zeche Hansa, schulte aber schon bald nach abgeschlossener Ausbildung zum Bergmechaniker um. Damit war er bereits in jungen Jahren ein "Allrounder". Nach der Ausbildung zum Grubensteiger arbeitete er auf der Zeche Minister Stein zunächst in der Aus- und Vorrichtung, seit 1985 dann als Schachtsteiger. Dies sollte bis zur Verrentung 2005 sein Berufsfeld bleiben. Nach der Schließung von Minister Stein übte er die Tätigkeit des Schachtsteigers noch auf General Blumenthal in Recklinghausen und Auguste Victoria in Marl aus. Immer war er der "Herr der Schächte", aber jede Zeche war anders. "Ich war verantwortlich für Revision, Instandhaltung und Transporte bei allen Schächten und Blindschächten einer Zeche. Und da auf jeder Zeche alle Transporte mit Menschen, Material und Kohle durch den Schacht müssen, war das eine Aufgabe von höchster Bedeutung für Sicherheit und Wirtschaftlichkeit des Bergwerks."

Zu seinen täglichen Aufgaben gehörten Kontrollen des Schachtes und seiner Fahranlagen, z.B. des Mauerwerkes und der Spurlatten, aber auch die Organisation großer Maschinentransporte etwa von Grubenlokomotiven stand unter seiner Verantwortung. Dabei konnte es auch lebensgefährlich werden. "Schlimme Situationen ergaben sich, als etwa eine Druckluftleitung gerissen war und einen Korb mit vier Etagen durchschlagen hatte. Da hörte man ein Geräusch, das man nie mehr vergisst", erzählt der heute 56-jährige. Auch die Situation auf einer Befahrungsbühne im Schacht wird er nie vergessen, als die Bühne sich quer stellte und der Fördermaschinist die Bühne noch 30 Meter weiter zog. Unter ihm lagen 500 Meter Tiefe. "Gott sei Dank waren wir angeschnallt."

Rainer Kramer freut sich auf das Gespräch mit den Besuchern und ist für alle Fragen zum Bergbau offen. Der Eintritt in das LWL-Industriemuseum kostet 5 Euro für Erwachsene, die Familienkarte 10 Euro, Kinder unter 6 Jahren sind frei.




Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
presse@lwl.org



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
Ein Schachtsteiger sorgte dafür, dass im Schacht alles "rund" lief. Sicherheit hatte immer Priorität.
Foto: Deutsches Bergbau-Museum Bochum



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