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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 05.10.12

"Papas Kino ist tot!"
Der Neue Deutsche Film der 60er Jahre in der LWL-Filmgalerie

Münster (lwl). In seiner Filmgalerie erinnert das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte an die Geburtsstunde des Neuen Deutschen Films sowie an eine der wichtigsten, gleichwohl aber fast vergessenen Phasen der deutschen Filmgeschichte. Ab dem 23. Oktober werden im LWL-Landeshaus in Münster jeweils dienstags um 19.30 Uhr an fünf Abenden Neue Deutsche Filme der 60er Jahre gezeigt.

Die Filmgalerie beginnt am Dienstag, 23. Oktober, mit Alexander Kluges Spielfilmdebut "Abschied von gestern" aus dem Jahr 1966. Der filmpolitische Vordenker des "Oberhausener Manifestes" erzählt von den Erlebnissen einer jungen jüdischen Frau, die aus der DDR in die Bundesrepublik geflohen ist und dort erneut mit einer Gesellschaft konfrontiert wird, die sie nicht annimmt. Den Einführungsvortrag und ein anschließendes Filmgespräch führt Ralph Eue.

Hintergrund

Im Februar 1962 vollzog sich auf den 8. Kurzfilmtagen in Oberhausen eine Zäsur in der westdeutschen Filmindustrie, die in ihrer Radikalität bis heute nachwirkt. Unter dem Kampfruf: "Der alte Film ist tot. Wir glauben an den Neuen" proklamierten 26 junge Filmschaffende ein Manifest, das nichts weniger als eine komplette Abkehr vom Wohlfühlkino der Wirtschaftswunderzeit forderte.

Diese filmische Kulturrevolution, die im Zusammenhang anderer Avantgardebewegungen, wie etwa des italienischen Neorealismus oder der französischen Nouvelle Vague gesehen werden kann, schaffte nicht nur eine entscheidende qualitative Erneuerung. In ihrer Folge entstanden wohl auch die politischen und organisatorischen Grundlagen, auf denen sich die deutsche Filmindustrie nachhaltig entwickeln konnte.

Wegen des Museumsumbaus gastiert die Filmgalerie im Landeshaus des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Freiherr-vom-Stein-Platz 1, Münster. Der Eintritt beträgt 5 Euro.

Programm der FilmGalerie:
Dienstag, 23. Oktober, 19.30 Uhr

Einführung: Ralph Eue (Berlin)
Abschied von gestern
D 1966, sw, 84 Min.
Regie: Alexander Kluge

Dienstag, 30. Oktober, 19.30 Uhr
Einführung: Prof. Dr. Michael Custodis (Münster)
Chronik der Anna Magdalena Bach
D/I 1968, sw, 94 Min.
Regie: Jean-Marie Straub

Dienstag, 6. November, 19.30 Uhr
Einführung: Prof. Dr. Marion Bönnighausen (Münster)
Der junge Törless
D/F 1966, sw, 87 Min.
Regie: Volker Schlöndorff

Dienstag, 13. November, 19.30 Uhr
Einführung: Prof. Dr. Reinhold Zwick (Münster)
Jagdszenen aus Niederbayern
D 1968, sw, 85 Min.
Regie: Peter Fleischmann

Dienstag, 20. November, 19.30 Uhr
Einführung: Otmar Schöffler (Münster)
Ich bin ein Elefant, Madame
D 1969, Farbe, 95 Min.
Regie: Peter Zadek


Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Wera Wecker, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Telefon: 0251 5907-209, wera.wecker@lwl.org
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
Die Filmgalerie des LWL-Landesmuseums zeigt „Abschied von gestern“, D 1966, sw, von Regisseur Alexander Kluge.
Foto:Kairos-Film München



Die gezeigten Fotos stehen im Presseforum des Landschaftsverbandes zum Download bereit.



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