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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 14.02.12

Briten in Westfalen
LWL-Fotoprojekt dokumentiert Alltag der Britischen Streitkräfte vor ihrem Abzug aus Nordrhein-Westfalen

Westfalen (lwl). Vor mehr als 65 Jahren rückten sie am Ende des Zweiten Weltkrieges als Sieger in das Rheinland und in Westfalen ein. Sie halfen mit, das Nachkriegschaos zu bewältigen und ein neues, demokratisches Deutschland aufzubauen. Sie legten die preußischen Provinzen Rheinland und Westfalen zusammen und gründeten so das Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo heute noch die meisten von ihnen stationiert sind. Während des Kalten Krieges wurden sie zu Bündnispartnern und blieben auch nach der Wiedervereinigung: Die Angehörigen der British Forces Germany. Bevor die Britischen Soldaten in einigen Jahren ausgezogen sein werden, will der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ihre Anwesenheit in Westfalen-Lippe fotografisch dokumentieren.

Das LWL-Medienzentrum hat bereits im vergangenen Jahr Kontakt mit den zuständigen Verbindungsstellen aufgenommen, um das Leben der britischen Soldaten und ihrer Familienangehörigen fotografisch dokumentieren zu können. Stephan Sagurna, dem als Fotografenmeister die Umsetzung des Projektes übertragen ist, fand offene Türen. War den Briten doch bereits selber aufgefallen, dass es außerhalb der üblichen Pressefotos kaum einen fotografischen Nachweis ihrer langjährigen Anwesenheit in Deutschland gibt. Die Liste der Wunschmotive des LWL-Medienzentrums wird nach und nach abgearbeitet.

Sämtliche Fotoeinsätze sind nur nach genauer Absprache und unter Einhaltung vorgegebener Bedingungen möglich. "Der Sicherheitsaspekt wiegt schwer. Wenn ich unangemeldet von Briten bewohnte Häuser fotografieren würde, hätte das unweigerlich den Einsatz der Militärpolizei zur Folge", sagt Sagurna. "Das habe ich zunächst als einengend gefunden. Bald aber habe ich auch die absolute Verlässlichkeit bei den Absprachen und die enorme Unterstützung schätzen gelernt. Auf die zu meiner Begleitung und Sicherheit abgestellten Soldaten kann ich mich bedingungslos verlassen und mich ganz auf das Fotografieren konzentrieren", so der LWL-Fotograf weiter.

Die Motive sind vielfältig: Seien es die kurios anmutenden Sprunghaltungen beim Training der Fallschirmspringer, oder der Wettbewerb der Feldköche, die mit einfachsten Kochutensilien ein schmackhaftes Essen zubereiten sollen. Das Sanitätstraining, bei dem hergerichtete "Stuntmen" und eine akustische Kampfkulisse eine möglichst realistische Situation für die Soldaten simulieren sollten, vermittelte dem Fotografen eine Ahnung davon, welchem Stress die Soldaten im Einsatz ausgesetzt sein können.

Darüber hinaus gibt es Termine, bei denen sich britische Soldaten in ihren für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich schmucken, geradezu eleganten Galauniformen zeigen. Ein besonderes Ereignis ist es immer wieder, wenn ein Mitglied des britischen Königshauses den in Westfalen stationierten Soldaten einen Besuch abstattet und ein offenes Ohr - oder auch einen Orden - für sie hat. Zuletzt war dies vor wenigen Wochen Prinzessin Anne in Gütersloh.

Mit dem Abzug der Briten in naher Zukunft ist das Projekt noch nicht beendet. "Wir möchten auf jeden Fall die verlassenen Kasernengelände und die beginnende Umnutzung, fotografisch begleiten. Für die betroffenen Standorte ergeben sich hier wichtige Entwicklungsspotentiale", wirft Produktionsreferent Dr. Hermann-Josef Höper einen Blick in die Zukunft.

Hintergrund
Um mehr als die Hälfte wurden die britischen Streitkräfte in Deutschland bereits in den 1990er Jahren reduziert. Die Einsatzgebiete derer, die blieben, verlagerten sich in den Irak, nach Afghanistan und in andere Brennpunkte der Welt. Jetzt sind nach den Plänen der britischen Regierung ihre Tage in Nordrhein-Westfalen gezählt. Die Streitkräfte strukturieren sich um und verringern ihren militärischen und zivilen Stab von derzeit noch über 50.000 Menschen, um Deutschland in wenigen Jahren ganz zu verlassen.

Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
Prinzessin Anne bei ihrem Besuch der Royal Kaserne in Gütersloh. Sie verlieh dort Orden an Afghanistan-Rückkehrer des 2. Logistic Support Regiments.
Foto: LWL/Sagurna


Foto zur Mitteilung
Mehr für ein psychologisches Training als für die militärisch-kämpferische Ausbildung gedacht, werden Soldaten bei der Fallschirmspringer-Trockenübung in Bad Lippspringe (Kreis Paderborn) für den bevorstehenden Afghanistan-Einsatz vorbereitet.
Foto: LWL/Sagurna


Foto zur Mitteilung
Feldküchen-Wettbewerb der britischen Armee auf dem Gelände der Princess Royal Barracks in Gütersloh.
Foto: LWL/Sagurna



Die gezeigten Fotos stehen im Presseforum des Landschaftsverbandes zum Download bereit.



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