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Presse-Infos | Der LWL

Mitteilung vom 16.11.11

"Film ab für die Inklusion"
Fachtagung zeigt, welchen Beitrag Filme zu einem inklusiven Bildungssystem leisten können

Dortmund (lwl). "Film ab für die Inklusion" hieß es am Mittwoch (16.11.) im Kino "sweetSixteen" in Dortmund. "Film+Schule NRW", eine gemeinsame Initiative des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und des NRW-Schulministeriums, bot mit der landesweiten Fachtagung ein Forum für Information und Austausch über Filme und Filmprojekte, die die Akzeptanz eines inklusiven Bildungssystems fördern können.

"Inklusion, verstanden als Prinzip der Wertschätzung von Vielfalt und Förderung aller Schüler nach ihren individuellen Bedürfnissen, ist heute eines der zentralen Bildungsthemen. Wir wollen zeigen, dass die Filmbildung einen kleinen, aber substanziellen Beitrag zum großen Ziel der Inklusion leisten kann", so Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen, in seiner Einführung
In Fachvorträgen, Diskussionen und Filmpräsentationen zeigte die Fachtagung, welche Potenziale die Filmbildung für das gemeinsame Lernen von Schülern mit und ohne Behinderungen bietet. Dabei standen drei Fragen im Vordergrund:
Wie wurden und werden Menschen mit Behinderungen in Spielfilmen dargestellt und wie lassen sich solche Filme für die Schaffung eines inklusiven Bewusstseins bei Lehrkräften und Schülern nutzen? Wie lassen sich die Teilnahmemöglichkeiten von Schülern mit Behinderungen an allen Angeboten der Filmbildung in der Schule und im Kino verbessern? Unter welchen Voraussetzungen lässt sich aktive Filmarbeit bis hin zum Produzieren eigener Filme in einen inklusiven Unterricht integrieren?
Der Filmwissenschaftler Ernst Schreckenberg zeigte anhand von Filmausschnitten, wie sich die Darstellung von Menschen mit Behinderungen im Laufe der Filmgeschichte gewandelt hat - von anfänglich monströs wirkenden Außenseitern über dramatisch dargestellte Opferfiguren bis hin zur aktuellen Sichtweise, Behinderungen nicht mehr als dominantes, sondern lediglich als ein spezifisches Merkmal von Menschen zu verstehen, wobei die Grenzen zwischen "normal" und "nicht-normal" zunehmend verschwimmen.
"Filme für alle", forderte Nadja Ullrich, Leiterin des bundesweiten Filmfestivals von Aktion Mensch e.V., und lieferte Beispiele für barrierefreie Filme mit Untertiteln und Audiodeskription (gesprochene Bildbeschreibungen), zeigte aber auch die Grenzen der Barrierefreiheit auf.
Einen selbstgedrehten Liebesfilm unter dem Titel "Dollywood - eine Lovestory" stellten junge Menschen mit Behinderung vor und begeisterten damit das Publikum. Der Film entstand in den Werkstätten der Arbeiterwohlfahrt Dortmund.
Am Ende des Fortbildungstages zogen die rund 90 Teilnehmer die Bilanz: Inklusion in der Schule als "Kultur des Behaltens" zu verwirklichen, ist ein hochgestecktes Ziel, das nur mit vielen kleinen Schritten auf einem langen Weg und mit einer gewaltigen Kraftanstrengung erreicht werden kann. Es erfordert ein Umdenken bei allen, die am Bildungsprozess beteiligt sind. Durch die Kraft der Bilder können gerade Filme dabei eine große Unterstützung geben. "Film+Schule NRW wird diesen Prozess auch weiterhin unterstützen", versprach Projektleiterin Marlies Baak-Witjes.

Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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Foto zur Mitteilung
Szenenfoto aus dem Film Rot wie der Himmel, Italien 2006. Der Film erzählt die Geschichte von Mirco Mencacci, der als Kind erblindete und heute ein erfolgreicher Toningenieur des italienischen Kinos ist.
Foto: Bundesverband Jugend und Film e.V.



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