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Presse-Infos | Soziales

Mitteilung vom 19.07.11

Inklusiv und zukunftsfähig:
Landschaftsverbände und Freie Wohlfahrtspflege wollen Unterstützungssysteme für Menschen mit Behinderung weiter entwickeln

Rahmenvereinbarung in Oberhausen unterzeichnet / Mehr Betreuung zuhause auch bei hohem Hilfebedarf / Verbände fordern Bundesbeteiligung an Kosten

Köln / Oberhausen. 18. Juli 2011. Die beiden Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) wollen gemeinsam mit den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege die Unterstützungssysteme für Menschen mit Behinderung weiter entwickeln. In Oberhausen unterschrieben die Spitzen der Verbände jetzt eine gemeinsame Vereinbarung, in der sie sich auf gemeinsame Grundsätze und konkrete Vorhaben bis Ende 2013 verständigen. Schwerpunkte sind der Ausbau ambulanter Unterstützungsangebote auch für Menschen mit höherem Hilfebedarf und die Verbesserung der Versorgung von alt gewordenen Menschen mit Behinderung. In Nordrhein-Westfalen leben rund 41.000 Frauen und Männer mit Behinderung in Wohneinrichtungen, rund 36.000 bereits selbstbestimmt mit ambulanter Unterstützung in der eigenen Wohnung.

"Unsere Zielmarken heißen Inklusion und Zukunftsfähigkeit", erklärte die LVR-Direktorin Ulrike Lubek. Die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention zur Selbstbestimmung und gleichberechtigten Teilnahme stellten sowohl die Landschaftsverbände als Sozialleistungsträger wie die Wohlfahrtsverbände als Anbieter von Unterstützungsleistungen vor neue Herausforderungen. Lubek: "Gemeinsam wollen wir den Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt stellen, als steuerndes Subjekt seiner eigenen Lebensgestaltung."

"Die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung ist eine sozialstaatliche Kern-Aufgabe, deren Finanzierung jedoch allein von den kommunalen Landschaftsverbänden LVR und LWL getragen wird", erklärte der LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch. Angesichts der steigenden Zahl unterstützungsbedürftiger Menschen und der strukturell unterfinanzierten kommunalen Haushalte müsse die Bundesregierung hier auch endlich finanziell Verantwortung übernehmen, forderte Kirsch: "Man kann nicht Inklusion predigen und sich dann nicht mehr dafür interessieren, dass Teilhabe auch Geld kostet."

Andreas Meiwes, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, erläuterte: "Auch Menschen mit schweren Behinderungen und hohem Unterstützungsbedarf sollten künftig die Möglichkeit bekommen, mit ambulanter Unterstützung in den eigenen vier Wänden selbstbestimmt leben zu können."

Die beiden Landschaftsverbände und die Freie Wohlfahrtspflege vereinbarten, eine Reihe von Vorhaben zu erproben, die die Lebenssituation von selbstbestimmt lebenden, ambulant betreuten Menschen mit Behinderung weiter verbessern sollen. Konkret geht es insbesondere um serviceorientierte Unterstützungsleistungen und die Einrichtung von Nachtbereitschafts-Diensten im Stadtviertel.


Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und LVR-Pressestelle Martina Krause, Tel: 0221 809-7767
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Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch, LVR-Direktorin Ulrike Lubek und Andreas Meiwes, Vorsitzender der Landesar-beitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (v.l.n.r.), unterzeichneten gemeinsam die Rahmenvereinbarung in Oberhausen.
Foto: LVR / Hoffmann



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