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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 21.08.07

Kathedralen und Karikaturen - deutsch-polnische Geschichte im Bild
Vortrag im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover

Bochum (lwl). Bilder und Gebäude können Geschichten erzählen - das zeigt ein Vortrag am kommenden Donnerstag, 23. August, um 19.30 Uhr auf der Zeche Hannover in Bochum. Dr. Thomas Parent vom LWL-Industriemuseum wird unter der Überschrift "Kathedralen und Karrikaturen" ein Stück deutsch-polnischer Geschichte aufrollen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der aktuellen Ausstellung "Westfalczycy - Ruhrpolen" statt, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Freitag in seinem Bochumer Industriemuseum eröffnet hat. Die Ausstellung kann vor Beginn des Vortrages besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Der Referent bringt viele Bilder mit, darunter historische Ansichtskarten mit zweisprachigen Aufschriften. Örtliche Motive wie Bergarbeiterkolonien oder Gaststätten sind darauf abgebildet, aber auch politische Karikaturen haben auf dem Medium Postkarte ihre Verbreitung gefunden.

Außerdem stellt Thomas Parent Baudenkmale mit ruhrpolnischer Geschichte vor. So gab es eine Reihe katholischer Kirchen, in denen Anfang des 20. Jahrhunderts Polnischsprechende den Großteil der Mitglieder stellten. Ebenso bei den Belegschaften der sogenannten "Polen-Zechen", die ebenfalls Thema am Vortragsabend sein werden.

Der zweite Teil Bilder und Bauten aus dem Nachbarland steht für das schwierige Verhältnis der beiden Staaten zueinander. Vorgestellt wird zum Beispiel die Stadt Posen als bis 1918 polnisch-deutsche Stadt mit der Kathedrale des polnischen Primas einerseits und dem Kaiserschloss Wilhelms II. andererseits. Auch die Orte deutscher Verbrechen in Polen zeigt Parent, darunter den Bromberger Marktplatz, Hinrichtungsstätte nach dem "Bromberger Blutsonntag" 1939, das Ghetto von Lodz und die Konzentrationslage Auschwitz und Birkenau. Als Zeugen der Vertreibung nach 1945 stehen Grabsteine in Oberschlesien, bei denen die deutschen Texte getilgt wurden.

Zum Abschluss greift Thomas Parent das Thema Industriekultur als verbindendes Element zwischen Polen und dem Ruhrgebiet heute auf und stellt aktuelle Beispiele deutsch-polnischer Kooperation zwischen dem LWL-Industriemuseum und Einrichtungen in Polen vor.

Die Ausstellung "Westfalczycy - Ruhrpolen" läuft noch bis 28. Oktober im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover. Öffnungszeiten: Do 14-20 Uhr, Fr / Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr.

Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org



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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
Agitationskarte aus den Abstimmungskämpfen nach dem Ersten Weltkrieg: Der deutsche Michel füttert die polnisch-alliierte Hydra.
Foto: LWL



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