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Presse-Infos | Der LWL

Mitteilung vom 20.09.04

Vom Flüchtling zum Bergmann
Vortrag im Industriemuseum Zeche Hannover beleuchtet Wiederaufbau


Bochum (lwl). In das Revier der Nachkriegszeit führt ein Diavortrag, zu dem das Westfälische Industriemuseum Zeche Hannover am Dienstag (21.09.) um 20 Uhr einlädt. Dr. Dagmar Kift, wissenschaftliche Referentin am Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), erzählt unter dem Titel "Kohle für den Wiederaufbau" die Geschichte der Flüchtlinge und Vertriebenen im Ruhrbergbau. Der Eintritt ist frei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trug der Bergbau maßgeblich zum Wiederaufbau der Wirtschaft bei. Ein eklatanter Mangel an Arbeitskräften bremste jedoch die schnelle Wiederaufnahme der Produktion und ihre Steigerung. Militärregierung, Unternehmen und Arbeitsämter versuchten zunächst, ehemalige Bergleute wieder auf die Zechen zu holen. Seit 1948 griffen sie in zunehmenden Maße auf Flüchtlinge und Vertriebene zurück und warben diese gezielt an. Als Folge dieser Zuwanderung entwickelte sich NRW zwischen 1948 und 1953 zum Bundesland mit dem größten Flüchtlingsanteil. Fast 800.000 Bergleute wurden in diesem Zeitraum neu eingestellt.

Geblieben sind weniger als ein Viertel. Vor allem die Flüchtlinge, von denen die meisten keinen Bergbau-Hintergrund hatten, wanderten vielfach weiter. Kift: "Durch Flucht und Vertreibung zwangsweise mobil geworden, blieben sie auch danach in Bewegung, wenn sich anderswo bessere Chancen boten."

Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
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Foto zur Mitteilung
Anwerbeplakat für den Bergbau aus den 1950er Jahren.


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