LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 26.09.14

Foto zur MitteilungLWL-Direktor begrüßt die Teilnehmenden der Westfälischen Kulturkonferenz in Höxter.
Foto: LWL/Stefan Althaus


Foto zur MitteilungIn Forum 2 wird mit Kulturberater Reinhart Richter über die Bürgerbeteiligung an Kulturplanungsprozessen diskutiert.
Foto: LWL/Stefan Althaus


Foto zur MitteilungLeyla Güleryüz von der Stadt Recklinghausen stellt in Forum 8 das Projekt "Muttersprache Kunst" vor.
Foto: LWL/Moritz Leetz


Foto zur MitteilungDie Singer Songwriter Morina Miconnet und Phil Wood begeisterten die Teilnehmer der Westfälischen Kulturkonferenz 2014.
Foto: LWL/Stefan Althaus


Foto zur Mitteilungvon links: Klaus Schumacher (Kreis Höxter), Matthias Löb (Landschaftsverband Westfalen-Lippe), Alexander Fischer (Stadt Höxter), Ute Schäfer (Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW), Dr. Barbara Rüschoff-Thale (LWL-Kulturabteilung), Dr. Karl-Heinrich Sümmermann (Stiftung Westfalen-Initiative), Dieter Gebhard (Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe), Heinz-Günter Koßmann (Kreistag Höxter)
Foto: LWL/Stefan Althaus


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Presse-Infos | Kultur

Westfälische Kulturkonferenz diskutiert über Beteiligung

NRW-Kulturministerin Ehrengast in Höxter

Bewertung:

Münster/Höxter (lwl). Zur Westfälischen Kulturkonferenz haben sich am Freitag (26.9.) rund 350 Künstler und Kulturschaffende, Vereine und andere Netzwerke sowie Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung in Höxter getroffen. Schwerpunktthema der vierten westfälisch-lippischen Kulturkonferenz war die Frage nach neuen Wegen, mit denen Menschen für Kultur begeistert werden und sich an Kulturarbeit beteiligen können. Ehrengast war NRW-Kulturministerin Ute Schäfer.

"Was mit der Kulturagenda Westfalen im Jahr 2010 begonnen hat, ist ein spannendes Vorhaben, das zur besseren Vernetzung und zur Profilbildung der Kulturregion Westfalen-Lippe beiträgt. Ich freue mich besonders, dass in diesem Jahr das Thema "Partizipation" im Mittelpunkt der Westfälischen Kulturkonferenz steht. Denn es ist unser gemeinsames Ziel, die Tür zu Kunst und Kultur für alle so früh wie möglich und so weit wie möglich zu öffnen", erklärte NRW-Kulturministerin Ute Schäfer. Sie hatte am Vormittag mit ihrem Vortrag "Partizipation als Motor der Kulturpolitik in NRW" Impulse für die Konferenz gegeben.

In einem anschließenden Erfahrungsaustausch diskutierten Vertreter des DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst in Hörstel-Gravenhorst (Kreis Steinfurt), des Kulturnetzes Kassel und des Forums Neuenrade (Märkischer Kreis) über Faktoren und Stolpersteine für erfolgreiche Beteiligung von Künstlern, Kulturschaffenden und bürgerschaftlich Engagierten in der Kultur. Das DA im ehemaligen Kloster Gravenhorst ist bundesweit Vorreiter in Sachen Kunst zum Mitmachen und Mitdenken. In Neuenrade stimmen die haupt- und ehrenamtlichen Akteure ihre Zusammenarbeit eng miteinander ab.

"Beteiligung in der Kultur ist längst keine Frage mehr des Ob, sondern nur noch des Wie", sagte LWL-Direktor Matthias Löb bei der Begrüßung, "für Teilhabe und aktive Teilnahmen werden Kommunikation, Kooperation und Vernetzung immer bedeutender. Die Westfälische Kulturkonferenz entwickelt sich dafür zu einer zunehmend wichtigen Plattform."

Am Nachmittag verteilten sich die Konferenzteilnehmer auf elf Foren, um gute Beispiele kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und eigene Anliegen zu diskutieren. Drei der Foren beschäftigten sich mit der Beteiligung an kulturpolitischen Prozessen und Entscheidungen. Hier diskutierten in einem Forum Kulturschaffende, Politiker und Verwaltungsvertreter, wie junge Menschen in strategische Kulturarbeit eingebunden werden können. Das Projekt "Jugend.Polit.Kultur" in Ibbenbüren (Kreis Steinfurt) und der Kulturplanungsprozess in Ahlen und Beckum (Kreis Warendorf) wurden als gute Beispiele vorgestellt. So haben Ahlen und Beckum im vergangenen Jahr einen interkommunalen Prozess für und mit Kindern und Jugendlichen begonnen, um deren Interessen und Bedürfnisse besser kennenzulernen und gemeinsam mit ihnen umzusetzen.

In vier Foren wurde diskutiert, wie sich Kultureinrichtungen ändern, um Künstler, Museumsbesucher, ältere Menschen oder Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund zu erreichen und ihnen aktive Teilnahme ermöglichen. Das Kunstmuseum Bochum etwa hat in seinem Pilotprojekt "Muttersprache Kunst" mit sogenannten Stadtteilmüttern gearbeitet. Die zumeist türkischstämmigen Frauen lernten in dem Projekt nicht nur das Museum kennen, sondern wurden im Museumsatelier selbst künstlerisch tätig und stärkten damit ihre Selbstsicherheit und sozialen Kompetenzen. Für das Kunstmuseum sind die Stadtteilmütter wichtige Multiplikatoren. Zum einen tragen sie das im Museum Erlebte in ihre Familien und in die Familien der Mütter, die sie betreuen. Zum anderen sind sie die Schnittstelle zu Kita-Einrichtungen mit deren Trägern und den Erzieherinnen.

In drei weiteren Foren schließlich lag der Fokus auf der Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements. Wichtige Handlungsfelder sind die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen und die Gewinnung von Menschen für Freiwilligenarbeit. Wegen des Bevölkerungsschwundes vor allem im ländlichen Raum und weil verbindliches Engagement in einem Verein aus der Mode kommt, stellt sich außerdem die Frage, wie Vereine selbst auf diesen Wandel reagieren und zukunftsfähige Vereinsstrukturen entwickeln können. Als ein Vorreiter gilt der Verein FRids in Freudenberg (Kreis Siegen-Wittgenstein). Frids bietet jungen Menschen in der Region Möglichkeiten, ihre Umwelt jenseits von Mainstream-Angeboten zu erleben und dabei ihre Kreativität und Aktivität zu fördern. Als zukunftsfähig gilt sein Selbstverständnis als Projektverein. Vereinsstrukturen und -arbeit sind auf ein Minimum reduziert und Verbindlichkeit und Verantwortung werden so flexibel wie möglich gestaltet. Vier ehrenamtlich Daueraktive gestalten die Programminhalte, eine große Schar an temporär aktiven Mitarbeitern führt die Projekte durch. Schrott-Camp im Recycling-Unternehmen, Kriminacht im Technikmuseum und Schwarzlichttheater in der alten Schmiede sind einige von mittlerweile über 100 Projekten. Die Attraktivität des Vereins besteht darin, dass sich jeder Interessierte für einen festgelegten, überschaubaren Zeitraum in einem Wunschprojekt engagieren kann, darüber hinaus aber keine weiteren Verpflichtungen gegenüber dem Verein hat. Dasselbe Prinzip gilt für Teilnehmer an den Veranstaltungen: Es ist keine Mitgliedschaft notwendig, um die Angebote des Vereins wahrzunehmen.

"Ich freue mich über die vielen guten Projekte und Initiativen in Westfalen-Lippe, die neue Wege aufzeigen, Menschen für Kultur zu begeistern und die Herausforderungen an die Kulturarbeit zu meistern ", sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale in ihrem Impulsvortrag. Um Kultur zukunftsfähig zu machen gelte es, Stärken zu stärken und Strukturen auch einmal kritisch zu hinterfragen. Die Konferenz zeige ganz pragmatisch, wie Potenziale genutzt und weiterentwickelt werden könnten. Und wenn die Teilnehmenden von diesem Tag auch für ihre eigene Kulturarbeit profitieren, sei ein wichtiges Ziel der Konferenz erreicht.

Hintergrund

Westfälische Kulturkonferenz

Die Westfälische Kulturkonferenz will über räumliche, fachliche und institutionelle Grenzen hinweg eine Plattform für die gemeinsamen kulturellen Interessen der Region schaffen und Impulse für die Zukunft setzen - damit Kultur in Westfalen-Lippe langfristig und nachhaltig gesichert, gestärkt und besser sichtbar gemacht werden kann.

Veranstalter
Veranstalter der Westfälischen Kulturkonferenz ist das Projekt "Kultur in Westfalen". Das Projekt will Kultur in Westfalen-Lippe stärken und besser sichtbar machen und damit zur Profilierung der Region beitragen. Es wird getragen von der LWL-Kulturstiftung und der Westfalen-Initiative und gefördert vom NRW-Kulturministerium. Das Projektbüro ist beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) angesiedelt, der einzigen Einrichtung, die in ganz Westfalen-Lippe und in allen Kultursparten tätig ist.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Dr. Yasmine Freigang, Projekt „Kultur in Westfalen“, LWL-Kulturabteilung, Telefon: 0251 591-3924, kultur-in-westfalen@lwl.org, http://www.kulturkontakt-westfalen.de
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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