LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 10.12.12

Foto zur MitteilungDie Ausstellung "Sex und Evolution" beschäftigt sich mit dem Thema Fortpflanzung wie hier bei zwei Weichkäfer.
Foto: LWL/Kriegs


Foto zur Mitteilung"Verflixt!" geht es 2013 im LWL-Freilichtmuseum Detmold zu, wenn sich eine Sonderausstellung um "Geister, Hexen und Dämonen" dreht.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungHutmacherin Bärbel Wolfes-Maduka präsentiert eine ihrer eigenen Kreationen.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungAn den Tagen der offenen Tür können Interessierte das noch leere LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte besichtigen.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungFlurprozession der Gemeinde St. Antonius in Essen, 2008.
Foto: LWL/Kraemer


Foto zur MitteilungSkulpturen von Karl Manfred Rennertz in der Gebläsehalle der Henrichshütte.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungStoffmarkt in Mali. Baumwolle ist der wichtigste Devisenbringer für das westafrikanische Land.
Foto: LWL/Jost


Foto zur MitteilungPolnische Wanderarbeiter bei der Spargelernte in Ostwestfalen.
Foto: LWL/Holtappels


Foto zur MitteilungFinnische Glaskunst - hier die Arbeit "Isis" von Camilla Moberg - ist im Winter 2013/14 in Gernheim zu sehen.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Von heiter bis göttlich über Sex und Evolution bis zur Christianisierung

LWL stellt seine Sonderausstellungen für das Jahr 2013 vor

Bewertung:

Westfalen-Lippe (lwl). Von Spielen im Kloster über Sex und Evolution bis hin zu Walen und der Christianisierung Europas reichen die Themen der Sonderausstellungen, die die 17 Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) im Jahr 2013 präsentieren. Im Kulturausschuss am Freitag (07.12.) wurde eine Übersicht über die Ausstellungen und besonderen Veranstaltungen des kommenden Jahres vorgestellt.

Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur
In bisher unbekannter Weise zeigt das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur Stiftung Kloster Dalheim in der Zeit vom 1. Juni bis 3. November die Kultur der Klöster: als Kultur des Spiels. Unter dem Titel "Heiter bis göttlich" präsentiert das Museum in Lichtenau-Dalheim (Kreis Paderborn) auf rund 600 Quadratmetern einen Querschnitt der klösterlichen Spielkultur vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Von Ball-, Brett- und Glücksspielen über liturgische Schau-Spiele bis hin zur Musik lernen die Besucher aus Klöstern Spiele kennen. Sie erfahren Erstaunliches über die Bedeutung des Spiels für den Alltag im Kloster und seinen Bezug zur klösterlichen Weltsicht. In einem von Arbeit und Gebet bestimmten Umfeld bewegt sich das Spiel dabei zwischen Erholung und Repräsentation, Tugend und Teufelswerk, Versuchung und Vergnügen. Eine eigene Abteilung befasst sich mit dem Klostermotiv in Spiel und Spielzeug. Stationen im Garten des Klosters Dalheim bieten Raum zum Mitspielen. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft übernimmt die Schirmherrschaft der Ausstellung.

Der Klostermarkt und der Dalheimer Sommer gehören im kommenden Jahr wieder zu den besonderen Veranstaltungen des LWL-Museums: Ordensbrüder und -schwestern aus rund 40 Abteien, Stiften und Klöstern bieten beim Dalheimer Klostermarkt am 24. und 25. August auf dem weitläufigen Gelände des ehemaligen Klosters Dalheim ihre Waren an und zeigen, was in ihren Küchen, Kellern und Werkstätten an Produkten entsteht. Das Warenangebot ist ebenso vielfältig wie die vertretenen Ordensgemeinschaften, die nicht nur aus dem Bundesgebiet, sondern auch aus Österreich, Polen, Tschechien und Weißrussland nach Dalheim kommen. Handwerksvorführungen und Aktionen für Kinder begleiten den Klostermarkt.

Sommer für Sommer wird das Kloster Dalheim Schauplatz des überregional bedeutenden Kulturfestivals Dalheimer Sommer. Vom 2. August bis 1. September bringt der Dalheimer Sommer rund 20 Musik- und Theaterveranstaltungen auf die Bühne. 2013 reicht das musikalische Spektrum von kammermusikalischen Darbietungen mit Dmitri und Anastasia Sokolov über Aufführungen geistlicher Musik mit Maria Jonas bis hin zu opulenten Chor- und Orchesterkonzerten etwa mit der Deutschen Kammerakademie oder den renommierten Musica Fiata / La Capella Ducale. Den musikalischen Schwerpunkt bildet die Konzertreihe der Dalheimer Tage Alter Musik. Mit der Theaterinszenierung von William Shakespeares "Viel Lärmen um Nichts" widmet sich das Festival erneut einem Klassiker der Weltliteratur.

LWL-Museum für Naturkunde in Münster
Imposante Geweihe, prächtige Gefieder, virtuose Gesänge und betörende Düfte erobern das LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Die nächste Sonderausstellung des LWL-Museums widmet sich ab Oktober 2013 unter dem Titel "Sex und Evolution" auf rund 500 Quadratmetern der schönsten Sache der Welt - Sex. Die Besucher erfahren, warum Sex auf unserer Erde die beliebteste Art der Fortpflanzung ist und was man unter der weniger kostspieligen und zeitaufwendigen Jungfernzeugung versteht. Die Ausstellung zeigt, warum das "Schöne" oft nicht das weibliche Geschlecht ist, klärt wie Männchen ticken und was Weibchen wollen und wie sie trotz unterschiedlicher Interessen am Ende doch zusammen finden. Die Ausstellung zeigt das skurrile Paarungsverhalten der Bettwanze ebenso wie die Verführungskünste des Laubenvogels. Die Besucher erfahren was ein Liebespfeil ist und sie lernen, warum das Schnüffeln an verschwitzten T-Shirts uns Menschen mitunter bei der Partnersuche hilft.

Daneben läuft noch bis zum 3. November die Ausstellung"Wale - Riesen der Meere" die das LWL-Museum für Naturkunde schlagartig ans Meer versetzt hat. Delfin, Pottwal und Co. lüften ihre Geheimnisse in der 1.700 Quadratmeter großen Sonderausstellung. Besucher können sich in das Herz eines Blauwals begeben, das so groß und schwer wie ein Kleinwagen ist. Sie können lebensgroße Walmodelle bestaunen und mit den Meeresriesen auf Tuchfühlung gehen, sowie Originalskelette der größten und kleinsten Wale erkunden.

LWL-Museum für Archäologie in Herne
Indiana Jones ist auf der Jagd nach den Kristallschädeln der Maya, Karl Mays Indianer sammeln die Skalps der Bleichgesichter, und von gruseligen Voodoo-Schädeln hat auch schon jeder gehört. Weder zeitlich noch räumlich ist der Mythos um das Haupt des Menschen weit weg. Auch heute spielt dieser in unserem Alltag eine Rolle. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Kopfkult? Die Sonderausstellung "Schädelkult. Mythos und Kult um das Haupt des Menschen" im LWL-Museum für Archäologie in Herne widmet sich diesem zeit- und kulturübergreifenden Thema. Bis zum 14. April sind über 300 Exponate von der Schädeltrommel aus Tibet bis zum Schrumpfkopf aus Peru in einer ungewöhnlichen Inszenierung zu sehen.

Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn
Wie wurde Europa christlich? An was glaubten Menschen, bevor sie mit dem Christentum in Kontakt kamen? Die Ausbreitung des Christentums in Europa ist im kommenden Jahr Thema der kunst- und kulturhistorischen Mittelalter-Ausstellung "Credo- Christianisierung Europas im Mittelalter". Die Ausstellung ist in der Zeit vom 26. Juli bis 3. November im Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn, im Erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn und in der Städtischen Galerie am Abdinghof zu sehen. Der Anlass: Im Jahr 313 wurde mit der Mailänder Vereinbarung der römischen Kaiser Konstantin und Licinius das Christentum erstmals als Religion toleriert - ein Wendepunkt, der für den weiteren Verlauf und die Ausbreitung des Christentums von entscheidender Bedeutung war. 2013 jährt sich diese Übereinkunft zum 1700. Mal.
Die Ausstellung zeigt hochkarätige Exponate aus ganz Europa, darunter Werke aus Museen, Bibliotheken und Sammlungen in Warschau, London, Oslo, Paris, Berlin, Dublin und Rom. Seltene Papyrusfragmente mit Briefen des Apostels Paulus, Schatzkunst aus der Merowingerzeit, irische Vortragekreuze, slawische Idole oder auch kunstvoll geschnitzte skandinavische Stabkirchenportale vermitteln den Besuchern ein Panorama der Christianisierung. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck und erfreut sich der besonderen Wertschätzung des Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Kultur (Pontificium Consilium de Cultura) Gianfranco Kardinal Ravasi.

LWL-Freilichtmuseum Detmold
Weder mit der Aufklärung noch mit der letzten Hinrichtung einer Hexe in Mitteleuropa um 1800 endete die quer durch alle Gesellschaftsschichten verbreitete Überzeugung, dass Magie, Zauberei oder Gespenster existieren und Einfluss auf das Alltagsleben haben. Aktuelle Statistiken zeigen sogar einen Zuwachs an sogenannten "abergläubischen" Vorstellungen in den vergangenen Jahren - von dem als Unglückstag betrachteten Freitag dem 13. bis zum vierblättrigen Kleeblatt als angeblichem Glücksbringer. Auf die Spuren dieser verbreiteten Phänomene begibt sich die Sonderausstellung "Verflixt!" Geister, Hexen und Dämonen" im LWL-Freilichtmuseum Detmold. Auch regionale Besonderheiten in Sachen Aberglauben sollen zum Tragen kommen. So werden die Überzeugungen zum sogenannten "Zweiten Gesicht" oder ortsbezogene Legenden wie die vom "Böxenwolf" beschreiben und dargestellt. Von April bis Oktober bietet das LWL-Freilichtmuseum Detmold jeweils am 13. eines Monats ganztägig freien Eintritt an. Sollte der 13. auf einen Montag fallen, so ist stattdessen der 14. eintrittsfrei.

LWL-Freilichtmuseum Hagen
Handwerk und Technik sind im LWL-Freilichtmuseum Hagen die Themen der jährlichen Sonderausstellungen. 2013 heißt die Sonderausstellung "Mit Hand und Herz" - Lebensgeschichten aus dem Handwerk. Acht individuelle Beispiele zeigt die Ausstellung: Persönliche Objekte wie Werkzeuge, Fotos und Urkunden erzählen die Biografien einzelner Handwerkerpersönlichkeiten vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis heute. Dabei wird die Vielgestaltigkeit von Lebenswegen im Handwerk deutlich: Nach der Ausbildungszeit fächern sich Biografien stark auf. Die Ausstellung ist vom 9. Juni bis zum Saisonende am 31. Oktober zu sehen.

Eine weitere Ausstellung widmet sich dem Goldschmiedehandwerk. Jedes Jahr können sich Auszubildende im Goldschmiedehandwerk an dem Nachwuchswettbewerb "Junge Cellinis" beteiligen. Die besten jungen Handwerker werden 2013 bei einer feierlichen Veranstaltung im LWL-Freilichtmuseum gekürt. Aber nicht nur die von der Goldschmiedeinnung ausgelobten Gewinner, sondern alle eingereichten Schmuckstücke werden ab dem 14. April im Goldschmiedehaus in der Ausstellung "Lebens(T)räume" ausgestellt.

LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster
Das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster ist aufgrund des Neubaus noch bis zum Frühjahr 2014 geschlossen. Doch schon vor der Neueröffnung können Besucher das neue Haus für die Kunst kennen lernen: Die Architektur steht im Mittelpunkt der "Tage der offenen Tür": Am 23. und 24. März 2013 bietet das Museum allen Interessierten von 10 bis 24 Uhr Führungen durch den leeren Bau an. Zum "Schauraum Münster" zeigt das Museum seine Architektur der Höfe: Vom 30. August bis zum 1. September finden Konzerte und Performances sowie ein Familientag in der neuen Passage zwischen Domplatz und Rothenburg statt. Auf Reisen geht das LWL-Landesmuseum vom 22. Januar bis zum 26. Mai: Werke der Sammlung sind in dieser Zeit im Stadtmuseum Münster zu sehen. Unter dem Motto "Zu Gast im Stadtmuseum" wird dort auch das Neubau-Modell ausgestellt.

LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund
Helmut Bungert, gebürtiger Wattenscheider, hat sich mit dem Revier, seiner Landschaft, seinen prägenden Bauwerken und seinen Menschen intensiv auseinandergesetzt. Er bewahrt mit seinen Federzeichnungen ein Stück der Identität des Reviers. Das LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund zeigt anlässlich seines 85. Geburtstages noch bis zum 17. Februar unter dem Titel "Das Revier von gestern" eine Retrospektive von Bungerts Werk. Zu sehen sind etwa 50 mit großer Akribie hergestellte Federzeichnungen.

Die Ausstellung "Biographien in Kohle geschrieben" präsentiert in der Zeit vom 24. Februar bis zum 7. April Gemälde von Bergleuten und anderen Bergbaubeschäftigten aus dem oberschlesischen Kohlerevier. Landschaftsbilder, Stadtlandschaften und Zechenansichten dokumentieren, wie der Bergbau Menschen, Kultur und Landschaft in Oberschlesien geprägt hat - und warum die Kunst eine wichtige Rolle im Leben der Bergleute spielte und spielt. Das oberschlesische Steinkohlenrevier im heutigen Polen besitzt ein ähnliches Landschaftsbild wie das Ruhrgebiet - mit Zechen und Hochöfen, Kolonien und Gartenstädten, Halden und Bergsenkungsseen. In Oberschlesien, wo es weder Bombenkrieg noch Wirtschaftswunder gab, blieb die gründerzeitliche Stadtlandschaft viel unverfälschter erhalten als bei uns. Die Geschichts- und Industriekultur wurde (und wird) dort ebenfalls maßgeblich vom Bergbau beeinflusst. Das spiegelt sich auch in den Bildern der Ausstellung "Biographien in Kohle geschrieben" wider, die aus der reichhaltigen Sammlung des Schlesischen Museums Kattowitz, einem "Landesmuseum" der Wojwodschaft Schlesien, stammen.

Die Ausstellung "Gute Arbeit. Von Wünschen und Wirklichkeiten" geht den Ansprüchen und Erwartungen an Arbeit aus historischer und aktueller Sicht nach und möchte die Besucher zu einer Auseinandersetzung mit ihrer konkreten Arbeit, aber auch den eigenen Wunschvorstellungen von ihrer Arbeit anregen. Die Ausstellung ist vom 21. April bis zum 15. August im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern zu sehen.

Das LWL-Industriemuseum zeigt in der Zeit vom 16. Juni bis 8. September unter dem Titel "Jede Menge Kohle... 100 Jahre Zechen- und Hafenbahn" auf der Zeche Zollern seine Sammlung typischer Zechenbahnfahrzeuge sowie eine Fotoausstellung. Vorträge und Filme zu Zechenbahnen im Ruhrgebiet ergänzen das Programm.

LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum
Bier für das Ruhrgebiet, Schnaps für Westfalen? Das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum zeigt vom 23. März bis zum 1. September in der Ausstellung "Zum Wohl!" die Entwicklung der Trinkkultur und Kultgetränke in Westfalen-Lippe im Industriezeitalter. Sie beleuchtet Produktion, Konsum und Image der Getränke und fragt nach regionalen Besonderheiten. Das Begleitprogramm bietet Aktionen und Informationen rund um Wasser, Schnaps, Bier, Limonade, Milch, Tee und Kaffee.

Buddhisten in Bochum, Hindus in Hamm, Orthodoxe in Oberhausen - das Ruhrgebiet ist eine Region der religiösen Vielfalt. Mancherorts prägen imposante Gotteshäuser das Bild der Stadt. Aber auch ehemalige Werkshallen sind wichtige Orte des religiösen Lebens im Revier. Die Ausstellung "Im Guten Glauben. Religiöse Vielfalt im Ruhrgebiet" (20. April bis 30. Juni) folgt den Spuren der Religionen im Alltag. Die Bilder der Herner Fotografin Brigitte Kraemer zeigen Feiertage und Feste, Riten und religiöse Bräuche, Gottesdienste und Gemeinden im öffentlichen und privaten Raum.

LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis)
Der Fotograf Albert Renger-Patzsch (1897-1966) gilt als Meister der Neuen Sachlichkeit und Pionier der Industriefotografie. Für die Schott-Glaswerke fertigte er in den 1930er und 1950er Jahren eindrucksvolle Werbefotografien an. Das Schott-Archiv in Jena verwahrt eine Sammlung von Glasplattennegativen und Originalabzügen des Fotografen. Die Fotografien geben Auskunft über das Zusammenwirken von Industrie, Kunst und Handwerk und sind ein herausragendes Zeugnis der Industriekultur. In Witten wurde der Glastechniker und Firmengründer Otto Schott 1851 geboren. Die Ausstellung "Albert Renger-Patzsch. Industriefotografien für Schott" im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis) rückt den Erfinder und Unternehmer in den Fokus und wirft einen Blick auf die Spuren, die er in seiner Heimatstadt hinterlassen hat. Die Ausstellung, die der LWL mit freundlicher Unterstützung des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark und des Kulturforums Witten zeigt, ist noch bis zum 2. Juni zu sehen.

LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis)
Das Hissen der Sowjetflagge auf dem Reichstag 1945, der "Sprung in die Freiheit" des DDR-Bereitschaftspolizisten Conrad Schumann 1961 oder der Kniefall Willy Brandts in Warschau 1970: Aus der Bilderflut des 20. und 21. Jahrhunderts haben sich einzelne Bilder herausgelöst, die unmittelbar als "Bilder im Kopf" entstehen. Diese Ikonen haben sich als Schlüsselbilder in das kollektive Gedächtnis eingebrannt und prägen das Geschichtsbewusstsein. Die Wanderausstellung "Bilder im Kopf" aus dem Bonner Haus der Geschichte fragt nach den Ursachen der Macht dieser Bilder und beschreibt ihre Entstehungs- und Verbreitungsgeschichte. Die Fotos beleuchten gleichzeitig schlaglichtartig deutsche Zeitgeschichte. Die Ausstellung ist noch bis zum 3. März im LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis) zu sehen.

Nahaufnahmen aus gar nicht ferner Zeit zeigt die Ausstellung "Ruhrstahl - Hans Ahlborn und die Hütte": Ohne Pathos und auf hohem fotografischen Niveau hat Hans Ahlborn (1930 - 1975) als Bildjournalist der Ruhrstahl AG die Arbeitswelt der 1950er und 1960er Jahre auf der Henrichshütte und in den anderen Betrieben des Unternehmens dokumentiert. Die Sonderausstellung, die noch bis zum 1. April in Hattingen zu sehen ist, zeigt Beispiele seines Schaffens, ergänzt durch Objekte zur Geschichte der Henrichshütte und der Werksfotografie.

Die Präsentation "Meine Hütte #3", die ebenfalls noch bis zum 1. April zu sehen ist, steht im Zeichen der Hochofen-Stilllegung vor 25 Jahren. Gerd Hehs, gelernter Former und selbst engagierter Fotograf, hat Bilder von der Henrichshütte aus allen Epochen gesammelt. In der Zusammenschau mit der Ausstellung "Ruhrstahl" wird die Vergangenheit des traditionsreichen Hüttenwerks an der Ruhr lebendig.

Für die letzte Station von "Atelier.Industrie.Eisen.Holz.Papier" im LWL-Industriemuseum auf der Henrichshütte (14. April bis 6. Oktober) wird der Künstler Karl Manfred Rennertz neue Werke schaffen, die in Material, Form und Thematik wieder einen direkten Bezug zum Ausstellungsort haben. Geschichte und Atmosphäre fließen in den Werkprozess ein. So werden sich auch diese neuen Arbeiten im Spannungsfeld zwischen Natur und Technik, Mensch und Industrie, Skulptur und Industriedenkmal bewegen. Die Ausstellung regt dazu an, sich mit dem künstlerischen Werk des Bildhauers wie mit dem industriell geformten Ort des Museums, insbesondere der historischen Gebläsehalle, auseinanderzusetzen.

LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop (Kreis Recklinghausen)
Mit Schere, Federmesser und Alleskleber zaubern Kartonmodellbauer kleine Welten aus Pappe und Papier, die das LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop (Kreis Recklinghausen) in der Zeit vom 9. Dezember 2012 bis zum 3. März 2013 unter dem Titel "Stadt, Land, Fluss - Modellbauwelten aus Karton und Papier" zeigt. Sie entstehen aus gedruckten Bögen, die von Spezialverlagen angeboten werden. Begabte Konstrukteure wagen sich außerdem an die Gestaltung eigener Modelle. Die in Zusammenarbeit mit dem "Arbeitskreis Geschichte des Kartonmodellbaus (AGK) e.V." und der "BSG Stadtwerke Duisburg AG - Modellbau" vorbereitete Ausstellung im Hafengebäude zeigt filigrane Modelle rund um das Thema Wasser.

Unter dem Titel "Vessels" zeigt die Künstlerin Young-Jae Lee in der Zeit vom 24. März bis zum 16. Juni große Serien von Schalen und Vasen im Hafengebäude und im Trog des Schiffshebewerks sowie auf dem Ausstellungsschiff "Ostara". Das Atelier der Künstlerin liegt auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen. Dort leitet sie außerdem die 1924 gegründete Keramische Werkstatt Margaretenhöhe, die von Bauhauskünstlern geprägt wurde. Die Arbeiten von Young-Jae Lee waren bereits in Einzelausstellungen in der Pinakothek der Moderne in München und im Museum für Asiatische Kunst Preußischer Kulturbesitz in Berlin zu sehen. Im LWL-Industriemuseum präsentiert sie mit Unterstützung der Emschergenossenschaft die Ausstellung "Wassertropfen - Vom Wetterbericht zum Klimawandel" (4. Juli 2013 bis 2. Februar 2014) und liefert Informationen zu den alltäglichen Wetterphänomenen Regen, Schnee und Hagel. Sie stellt wissenschaftliche Erkenntnisse vor, geht auf die Folgen des menschlichen Einwirkens auf die Natur ein und präsentiert Beispiele für den künstlerischen Umgang mit dem Nass, das vom Himmel fällt. Wie werden Wolken zu einem Wassertropfen, einer Schneeflocke oder einem Hagelkorn? Wie sehen diese Niederschläge eigentlich genau aus? Wohin "verschwindet" die Feuchtigkeit nach ihrem Aufprall auf die Erde? Wie beeinflusst der Mensch das Klima? Forscher haben sich mit diesen Fragen über Jahrhunderte beschäftigt. Unternehmen und Genossenschaften arbeiten an Lösungen, um Regenwasser vom Abwasser zu trennen und Überschwemmungen zu vermeiden. Fotografen, Maler und Bildhauer haben sich mit der Gestalt der Wassertropfen auseinandergesetzt.

LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt (Kreis Borken)
Der Designer, Webmeister und Diplom-Ingenieur Wilhelm Bollwerk zeigt in der Ausstellung "Popeline-Kollektion - Von der Idee zum Gewebe" erstmals öffentlich Entwürfe seiner Popeline-Kollektionen. Die Unikate aus der Zeit von 1954 bis 1965 wurden alle nur mit Reißfeder, Pinsel, Lineal und Farbe auf dem Reißbrett angefertigt. Nur der aufmerksame Betrachter erkennt, was Zeichnung und was Gewebe ist. Die Ausstellung ist in der Zeit vom 13. Dezember 2012 bis zum 1. Mai 2013 im LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt (Kreis Borken) zu sehen.

In der Ausstellung "Teppich, Tüll und Tafeltuch - Wohntextilien in Mustern und Entwürfen" (28. April bis 3. November) geht das TextilWerk Bocholt auf Tuchfühlung mit ausgesuchten Interieurstoffen. Aufwändige Entwürfe, Patronen, Musterzeichnungen, Gewebeproben und Stoffmuster veranschaulichen die Fülle der Gestaltungsmöglichkeiten und Herstellungsweisen. Die Spannweite reicht von Plüschen für Möbelstoffe bis zu Teppichproben und Musterbeispielen von Vorhangstoffen. Sie verdeutlichen den Wandel und die Fülle an Design, Farben und Formen des Zeitgeschmacks über mehr als 100 Jahre.

Baumwolle gehört zu den Nutzpflanzen, welche "die Welt veränderten" (Henry Hobhouse). Sie ist noch heute einer der wichtigsten und profitträchtigsten Rohstoffe. Das LWL-Industriemuseum Bocholt widmet dem weißen Gold die Ausstellung "Cotton Worldwide - Baumwolle weltweit" (28. April bis 3. November) mit Fotos von Hans Peter Jost und der Journalistin Christina Kleineidam, die zwischen 2006 und 2008 die wichtigsten Baumwolle produzierenden und verarbeitenden Länder bereisten. Sie zeigen, wie "Cotton" heute angepflanzt, weiterverarbeitet und vermarktet wird - rund um den Globus.

Die Präsentation "Zwischen-Räume 2.0" (28. April bis 3. November) bietet neue Einblicke in die Arbeit zur künftigen Dauerausstellung und zum Gebäude der ehemaligen Spinnerei Herding - Design trifft auf Technik, Unternehmer-Geschichten treffen Lebenswelten von Fabrikarbeitern.

Dutzende historische Maschinen aus der Textilproduktion hat das LWL-Industriemuseum in seiner Sammlung - so unterschiedlich ihre Funktion auch war, eins haben die Relikte der Technikgeschichte gemeinsam - sie sind "textile Schwergewichte". Die analogen Schwarz-weiß Fotografien von Anke Hochgartz und Berthold Socha zeigen in der Ausstellung "Textile Schwergewichte" (28. April bis 3. November), Impressionen über das Sammeln und Bewahren. Sie eröffnen ungewöhnliche Perspektiven auf die Entstehung des Museums in der Spinnerei und das dort bewahrte Erbe.

Die Künstlerin Ellen Korth ist fasziniert von der Leidenschaft, die Menschen den Handarbeiten entgegenbringen. Sie reiste ein Jahr lang durch die Niederlande, interviewte und fotografierte mehr als 40 Personen, die häkeln, stricken, sticken, nähen und weben.
Die Ausstellung "Ellen Korth - Utilité" (2. Juni bis 29. September) zeigt Fotos und Installationen des umfangreichen Kunstprojekts "Utilité". Neben Fotoarbeiten und Videoinstallationen sind die Interviews zu sehen.

LWL-Industriemuseum Ziegeleimuseum Lage (Kreis Lippe)
Vor über 60 Jahren schuf der Comiczeichner Carl Barks (1901-2000) die Figur des aberwitzigen Ingenieurs Daniel Düsentrieb. Er erfand so verrückte Dinge wie einen Fahrrad-Rasenmäher oder die "Lampel", eine kombinierte Buchhalter- und Wanderlampe. Die Ausstellung "Dem Ingenieur ist nichts zu schwör" zeigt noch bis zum 26. Mai im LWL-Industriemuseum Ziegeleimuseum Lage (Kreis Lippe) einige von Daniel Düsentriebs Erfindungen als reale Nachbildungen, gebaut von einer Hauptschulklasse unter Leitung des Technikers Norman Fuchs aus dem Künstlerdorf Schöppingen.

Die Ausstellung "Schwarze Keramik" (17. März bis 29. September) zeigt die Sammlung von portugiesischer schwarz gebrannter Keramik des Osnabrücker Hochschuldozenten Werner Tobias. Das traditionelle Handwerk ist typisch für die Region in Nord- und Mittelportugal und wird bis heute praktiziert. Die typische schwarze Färbung der Vasen, Töpfe und Krüge entsteht durch einen reduzierenden Brand unter Sauerstoffabschluss. Die Ausstellung präsentiert eine Komposition von diversen Gefäßen wie Vasen, Töpfen und Krügen, dekorative Tier- und Zierkeramik sowie Alltagsgegenstände wie einen Zahnstocherhalter, eine Spardose oder eine Kaffeekanne.

Das Phänomen der Wanderarbeit hat es seit jeher gegeben. Scherenschleifer, Schäfer, die lippischen Ziegler oder die Amerikaauswanderer sind die klassischen Beispiele für Arbeitsmigranten in der Geschichte. Sie wanderten, weil ihr Beruf es erforderte oder weil sie in der Heimat nicht genügend Arbeit fanden. Neben Gründen wie wirtschaftlicher Not, Abenteuerlust oder Karrieregründen spielt heute auch die Globalisierung des Arbeitsmarktes eine große Rolle. Die Ausstellung "Wanderarbeit - Freiheit oder Zwang" (28. April bis 29. September) zeigt acht historische Wanderberufe und stellt ihnen sieben aktuelle Berufe wie die polnischen Spargelstecher, die rumänischen Pflegekräfte oder die afrikanischen Flüchtlinge auf der italienischen Insel Lampedusa entgegen. Die Ausstellung geht den Gründen der Arbeitswanderung, ihren Folgen und den Veränderungen in den letzten Jahrhunderten nach und möchte mit Begleitveranstaltungen zu Diskussionen anregen.

LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke)
Mit Exponaten, Fotos und Dokumenten zeichnet die Sonderausstellung "Zum Wohl! Getränke zwischen Kultur und Konsum" noch bis zum 3. März im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim ein vielschichtiges Bild der Trinkkultur und Kultgetränke in Westfalen-Lippe. Wasser, Schnaps, Bier, Limonade, Milch, Tee und Kaffee - das sind die Getränke, die in den vergangenen 150 Jahren Westfalen-Lippe prägten. Die Ausstellung beleuchtet soziale Zuschreibungen und Konjunkturen, denen der Konsum der verschiedenen Getränke unterlag und fragt nach den Hintergründen. Passend zum Ausstellungsort geht sie außerdem auf die Prozesse der industriellen Produktion ein.

Gernheim blickt inzwischen auf eine Tradition von Ausstellungen zur Glaskunst der Gegenwart zurück. Sie sind initiiert und konzeptuell entwickelt worden von Michael Funk, dem 2012 verstorbenen ersten Leiter des LWL-Museums. Mit einem Rückblick unter dem Titel "Freunde - eine Ausstellung für Michael Funk" (16. Juni bis 29. September) soll sein Wirken vor Ort gewürdigt werden. Zu den hier vertretenen Künstlern gehören u.a. Erwin Eisch, Karin Hubert und Therman Statom.

Die internationale Ausstellung "Finnish Glass Art" (November 2013 bis Februar 2014)
setzt das Projekt von Wanderausstelllungen fort, mit der das finnische Glasmuseum Riihimäki bereits in den Jahren 2004 und 2008 im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim zu Gast war. Sie zeigt aktuelle Entwicklungen in Glaskunst und -design.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Museum für Kunst und Kultur
Westfälisches Landesmuseum
Domplatz 10
48143 Münster
Karte und Routenplaner



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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