LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 19.09.12

Foto zur MitteilungLWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch (l.) und Museumsdirektor Dr. Alfred Hendricks stellten die neue Sonderausstellung im LWL-Museum für Naturkunde vor.
Foto: LWL/Oblonczyk


Foto zur MitteilungBitte klicken Sie auf das Logo, um sich den LWL-Film zur neuen Sonderausstellung im LWL-Museum für Naturkunde anzuschauen.

Foto zur MitteilungIm Einstimmungssaal der Sonderausstellung tauchen die Besucher mit den Walen ab in die Meerestiefe und schauen ihnen direkt in die Augen.
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Foto zur MitteilungDie drei Ausstellungsmacher (v.l.) Dr. Jan Ole Kriegs, M.Sc. Judith Becker und Dr. Thorsten Pickel vor dem originalgro-ßen Blauwalherzmodell. Zum Größenvergleich hält Kriegs ein menschliches Herz in seiner Hand.
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Foto zur MitteilungMit Spezialkameras auf ihrem Rücken geht es hinein in die Welt der Wale.
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Foto zur MitteilungDie Abgüsse der Urwalskelette zeigen die evolutionäre Anpassung an das Leben im Meer.
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Foto zur MitteilungDas Skelett eines Menschen im Vergleich zu dem eines Wals zeigt, Ähnlichkeiten beziehungsweise Unterschiede im Skelettbau.
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Foto zur MitteilungDie Delfine haben eine besondere Jagdtechnik: In Gruppen treiben sie Fischschwärme zusammen und greifen sie an.
Foto: LWL/Oblonczyk


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Presse-Infos | Kultur

LWL-Museum eröffnet die Sonderausstellung "Wale - Riesen der Meere"

Größte Wal-Ausstellung Deutschlands versetzt Westfalen ans Meer

Bewertung:

Münster (lwl). Ab dem 21. September (bis 3. November 2013) zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem LWL-Museum für Naturkunde in Münster auf 1.700 Quadratmetern die Sonderausstellung "Wale - Riesen der Meere". Mit der deutschlandweit größten Ausstellung und Themenvielfalt zu diesen Meeressäugern illustrieren rund 900 Exponate ihren Lebensraum, Evolution, Anatomie, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Walfang und Schutz.

LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch: "Zu den Besonderheiten der eine Millionen Euro teuren Ausstellung gehören die lebensechten Walmodelle, Abgüsse von Urwalskeletten sowie das Modell eines Blauwalherzens."

Seit zwei Jahren bereiten die Ausstellungsmacher Judith Becker, Dr. Thorsten Pickel und Dr. Jan Ole Kriegs unter der Leitung von Museumsdirektor Dr. Alfred Hendricks die Wal-Ausstellung vor. Neben den Exponaten werden Fotos, Grafiken und seltenes Videomaterial eingesetzt, das National Geographic Deutschland zur Verfügung gestellt hat, um den Besuchern die Welt der Wale näher zu bringen.

Auge in Auge mit Walen
Mitten in Deutschland Wale hautnah erleben - dies können die Besucher im "Einstimmungssaal" der Ausstellung. Hier wird der Lebensraum der Tiere in den unterschiedlichen Meerestiefen mit lebensechten Modellen und Lichtinstallationen simuliert. Die Walgesänge verschiedener Arten be-gleiten die Besucher bei der Begegnung mit den Modellen im Maßstab 1:1. "Hier können die Besucher den imposanten Tieren direkt ins Auge schauen und sich von ihrer Größe faszinieren lassen", sagt der Wissenschaftler Dr. Jan Ole Kriegs über die erste Ausstellungsstation im LWL-Museum. "Wir tauchen mit den Walen hinab in die Tiefen des Ozeans", erläutert Kriegs.

Blauwalherzmodell
Herzklopfen verursacht einer der Ausstellungshöhepunkte: das Modell eines 1,75 Meter hohen Blauwalherzens. Der riesige Muskel, der die Größe eines Kleinwagens hat und bis zu eine Tonne wiegen kann, pumpt pro Schlag 2.000 bis 5.000 Liter Blut durch den gewaltigen Walkörper. Das 300 Kilogramm schwere Modell aus Fiberglas wurde eigens für das LWL-Museum von einer Modellbaufirma in Neuseeland angefertigt und ist deutschlandweit einzigartig.

In der Ausstellung ist das Herz im Bereich Anatomie zu begehen. "Es ist möglich, durch die Blutgefäße in das Innere des Herzens zu gelangen und dem Herzschlag des Tieres zu lauschen", erklärt die Biologin Judith Becker. Pro Minute schlägt das Herz acht bis zehn Mal. Die wesentlich kleineren Delfine haben hingegen einen Puls von 40 Schlägen pro Minute. Beim Tauchgang verlangsamt sich der Herzschlag der Meeressäuger deutlich, während sich ihr Puls beim Schwimmen an der Wasseroberfläche verdreifachen kann. "Die Anatomie der Tiere hat sich an das Leben im Wasser angepasst", so Becker. "Der verlangsamte Herzschlag ist eine Sparmaßnahme des Körpers. Es werden nur die wichtigsten Organe wie Herz oder Gehirn ausreichend versorgt", erklärt die Naturwissenschaftlerin.

Die Welt aus Sicht der Wale
Einen realen Einblick in das Leben der Meeressäuger bieten die Aufnahmen eines speziellen Ka-merasystems, der sogenannten Crittercam. Die Meeresbiologen Ari Friedlaender und Greg Marshall ergründen den Lebensraum der Wale unter anderen im Südpolarmeer. Die Aufnahmen zeigen beispielsweise das Jagdverhalten der Buckelwale, tauchende Pottwale oder mitteinander kämpfende Buckelwalmännchen. Die besondere Crittercam-Technik wurde von Greg Marshall, einem Forscher der National Geographic Society, entwickelt. Die Meeresbiologen befestigen die mit einem Peilsender ausgestattete Kamera per Saugnapf direkt auf den Walkörpern. Nach einer vorprogrammierten Zeit wird das Gerät wieder gelöst und ermöglicht den Wissenschaftlern mit Film-, Ton- und weiteren Daten Verhaltensforschung in ihrer ursprünglichsten Form. Diese einmaligen Crittercam-Aufnahmen wurden dem LWL-Museum von dem Medienpartner National Geographic Deutschland zur Verfügung gestellt, der die Nahaufnahmen und die Forschungsergebnisse am Freitag (21.09.) in seiner Oktober-Ausgabe veröffentlicht.

Urwale auf vier Füßen
Dass die Wale vor 50 Millionen Jahren noch vier Beine hatten und an Land lebten, verdeutlichen vier Abgüsse von Urwalskeletten (Archaeoceti). "Diese Modelle zeigen die Entwicklung von Land- zu Meeressäugern", erklärt der Biologe Dr. Thorsten Pickel. Über Jahrmillionen wurden ihre Körper stromlinienförmiger, und die stark ausgeprägten Hinterbeine sowie das Becken bildeten sich zurück. Ihre Vorderläufe formten sich zu Flossen, den sogenannten Flippern aus. Die mächtige Schwanzflosse, auch Fluke genannt, wurde zum Antriebsorgan, und die Nasenlöcher verlagerten sich auf den Kopf und wurden zum typischen Blasloch.

"Dank der Funde der Urwalskelette ist es Wissenschaftlern nicht nur gelungen, die Entwicklung der Meeressäuger nachvollziehen zu können, sondern auch die Verwandtschaft zu Paarhufern, also zu Flusspferden oder Giraffen, nachzuweisen", so Pickel.

Pottwalskelett
Ein 15 Meter langes Originalskelett eines Pottwals wird als Leihgabe in der Ausstellung im Bereich Lebensweise gezeigt. Das vom LWL-Museum geborgene, über 15 Meter lange Skelett eines gestrandeten Pottwals läßt dagegen noch auf sich warten. Eigentlich sollte der gigantische Walkörper, der im November 2011 vor der Nordseeinsel Pellworm strandete, als weiterer Höhepunkt bereits zu Ausstellungsbeginn gezeigt werden. "Die Präparation dieses riesigen Walkörpers hat mehr Zeit gekostet, als unsere Präparatoren angenommen haben", berichtet Museumsdirektor Dr. Alfred Hendricks. "Wir rechnen damit, dass das Exponat Ende November fertiggestellt ist und dann endlich gezeigt werden kann", so Hendricks weiter. Der Pottwal wird im Einstimmungssaal zu sehen sein.

Originalskelette
Bis auf wenige Ausnahmen sind in der Ausstellung ausschließlich Originalskelette zu sehen. Der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen steuerte eine wichtige Leihgabe eines fossilen Wals für die Schau bei. Weitere Leihgaben kamen zum Beispiel vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund, dem Überseemuseum in Bremen, dem Nordseemuseum Bremerhaven, dem Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg, dem Museum für Naturkunde in Berlin und dem Natureum Niederelbe in Balje.

Angebote und Rahmenprogramm
Zur Sonderausstellung "Wale - Riesen der Meere" steht ein Audioguide mit einem familienfreundlichen Programm in Deutsch und Englisch zur Verfügung. Für Menschen mit Hörbehinderung gibt es einen Multimediaguide in Gebärdensprache sowie eine Induktionsschleife.

Der Eröffnungsvortrag zum Rahmenprogramm wird von den Waltauchern Andrea und Wilfried Steffen am Dienstag, 9. Oktober, um 19.30 Uhr, im LWL-Planetarium gehalten.

Ein Familientag zum Thema "Wale" informiert am Samstag, 17. November, von 14 bis 19 Uhr, unterhaltsam über die Meeressäuger. Die Premiere der beliebten literarischen Rundgänge mit der Schauspielerin Beate Reker findet am Freitag, 23. November um 19.30 Uhr statt.
Die Premiere des Theaters an ungewöhnlichen Orten feiert das Ensemble von Freuynde+Gaesdte mit ihrem Stück "Mocha Dick 3D" am Mittwoch, 23. Januar 2013, um 19.30 Uhr, mitten in der Wal-Ausstellung.

Führung für Erwachsenengruppen, Kindergeburtstag mit Wal, Delfin & Co. sowie museumspäda-gogische Programme von Kindergarten bis Sekundarstufe II sind dauerhaft während der Ausstellungszeit zu buchen.

Weitere Infos unter Telefon: 0251 591-05.

Hintergrund zur Ausstellung:

Die Sonderausstellung "Wale - Riesen der Meere", ist vom 21. September 2012 bis zum 3. November 2013 im LWL-Museum für Naturkunde Münster zu sehen. Auf rund 1.700 Quadratmetern werden Lebensraum der Wale, Evolution, Anatomie, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Walfang und Schutz thematisiert. Die Schau bietet deutschlandweit die größte Themenvielfalt zu diesen Meeressäugern. Imposante Skelette, lebensechte Tiermodelle und Organnachbildungen bringen den Besuchern die Biologie der sanften Riesen näher. National Geographic Deutschland ist Medienpartner der Ausstellung.

Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung:
"Wale - Riesen der Meere"
Autoren:
Judith Becker und Dr. Thorsten Pickel.
Mit Beiträgen von Dr. Jan Ole Kriegs
Seiten: 180, Preis: 17,80 Euro, ISBN 978-3-940726-19-3

Achtung:
Zu dieser Presseinformation gibt es Filmmaterial unter:

http://www.lwl.org/LWL/Der_LWL/PR/tv_audioservice/Filme_Kultur/wale

Kooperationspartner:
NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND
LWL-Kulturstiftung Westfalen-Lippe

Veranstaltungsort:
LWL-Museum für Naturkunde
Sentruper Str. 285
48161 Münster
Telefon: 0251-591-05
Öffnungszeiten: Di-So 9.00-18.00 Uhr
Eintritt: Kinder 3,00 Euro, Erwachsene 5,50 Euro, Familien 12,00 Euro.
http://www.wale-muenster.lwl.org
http://www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de



Pressekontakt:
Verena Rösler, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Museum für Naturkunde
Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium
Sentruper Str. 285
48161 Münster
Karte und Routenplaner



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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