LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 10.10.11

Foto zur MitteilungDas Buch "Zimmer frei" beschäftigt sich damit, wie man Literatur ausstellen kann.
Foto: LWL


Zum Herunterladen bitte mit der linken Maustaste auf das Foto klicken. Nachdem sich das neue Fenster geöffnet hat, bitte das Foto mit der rechten Maustaste speichern.

Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur mit Fotonachweis und gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema verwendet werden, in deren Zusammenhang sie veröffentlicht wurden. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht gestattet. Bei Ausstellungen ist die Reproduktion nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zur Ausstellung erlaubt. Bei einer anderweitigen Nutzung sind Sie verpflichtet, selbständig die Fragen des Nutzungsrechts zu klären.

Presse-Infos | Kultur

Literatur als Erlebnis

Publikation der LWL-Literaturkommission zeigt neue Wege der Literaturausstellung

Bewertung:

Münster (lwl). Wie stellt man Literatur anregend, erlebnisreich und spannend aus? Diese Frage beschäftigt die Museumsteams. Die herkömmliche Aufbereitung - Bücher, Handschriften, alte Fotos unter Vitrinenglas - erfüllt nicht mehr die Ansprüche an eine zeitgemäße Ausstellungspräsentation. In welche Richtungen heute gedacht und gearbeitet wird, zeigt der neue Band der Schriftenreihe der Literatur¬kommission beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

"Hier findet sich manche kreative Idee, um das Konzept Literaturausstellung innovativ fortzuentwickeln und viel Potential, in Zukunft auch ein neu gestaltetes Literaturmuseum auf Burg Hülshoff bereichern zu können", so die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale, der das Projekt als ehemaliger Museumsleiterin besonders am Herzen lag.

Der reich bebilderte Katalog "Zimmer frei" versammelt zehn Entwurfsstudien für Museumspavillons, die Annette von Droste-Hülshoff je unter einem eigenen thematischen Gesichtspunkt gewidmet sind. Hier wird Literatur in Raumbilder übertragen und so in Szene gesetzt. Unter Titeln wie "Herzkammer", "Beziehungskisten" oder "Ich wäre gern ein wenig independent" werden Stimmungen erzeugt, die alle Sinne ansprechen. Dazu nutzen die Raumarchitekturen die Vielfalt moderner Medien: Nicht nur Bilder, Filme, Musik und Hörstücke kommen zum Einsatz, die Studien arbeiten auch mit Wasser, Farben, Spiegeln, Masken, Geräuschen und manchem anderen Detail. "Durch das harmonisch abgestimmte Zusammenspiel von Form und Inhalt und der Gestaltungselemente Raum, Grafik, Licht und Medien eröffnen sich ungeahnte und oft verblüffende Perspektiven auf die westfälische Literaturikone", so Dr. Jochen Grywatsch, Leiter der Droste-Forschungsstelle der LWL-Literaturkommission.

Entwickelt hat das Projekt der Masterstudiengang "Bühnenbild_Szenischer Raum" der TU Berlin. Angeleitet von Dozentin Charlotte Tamschick haben sich fünf Studentinnen an die Aufgabe gewagt, begehbare und erlebbare Räume für die Droste zu schaffen, die eine sinnliche Atmosphäre schaffen und emotionale Zugänge ermöglichen. "Die Entwürfe sind durch die Bank überzeugend und beeindrucken mit ihrem Ideenreichtum", hebt Grywatsch hervor, der das Projekt wissenschaftlich begleitet und das Team inhaltlich beraten hat.
Die Ergebnisse waren bereits im April 2010 im Landeshaus des LWL in Münster zu sehen - als gestaltete maßstabgetreue Modelle, jeweils begleitet von einem großformatigen Projektbuch. Die Dokumentation im neu erschienenen Ausstellungskatalog kombiniert nun Fotos aus der Ausstellung mit Ausschnitten und Materialien aus den Projektbüchern. Die detailreiche Einführung bringt das Projekt in Zusammenhang mit bestehenden musealen Bemühungen um Annette von Droste und dem aktuellen Boom der Szenografie als museale Ausdrucksform. "Im Ganzen ein anregender Einblick in einen kreativen Schaffensprozess, der sich als gelungene Kombination von gestalterischem Know-how und literaturwissenschaftlichem Expertenwissen entwickelt hat", sagt Grywatsch. "Das Projekt zeigt, welche spannenden neuen Wege heute im Bereich der Literaturausstellung möglich sind. Gerade die szenografische Herangehensweise eignet sich hervorragend, um auch im schwierigen Feld der Literatur dem Anspruch an museale Präsentationen auf Erleben, emotionale Teilhabe und Interaktion nachzukommen."

Zimmer frei. Zehn museale Entwürfe für Annette von Droste-Hülshoff
Neue Wege der Literaturausstellung

Hg. von Jochen Grywatsch. Bielefeld: Aisthesis 2011, 160 S., ISBN: 978-3-89528-869-2.
(= Veröffentlichungen der Literaturkommission für Westfalen. Bd. 50).
Preis: 24,80 Euro



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
Literaturkommission für Westfalen
Erbdrostenhof
Salzstraße 38
48147 Münster
Karte und Routenplaner



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Der LWL auf Facebook:
http://www.facebook.com/LWL2.0







Ihr Kommentar




zu den aktuellen Presse-Infos