LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 10.06.11

Foto zur MitteilungMuseumsdirektor Dirk Zache (r.) und Standortleiter Dr. Hermann Josef Stenkamp vor der Spinnerei. Foto: LWL / Sven Betz

Foto zur MitteilungDer gläserner Kubus auf dem Dach der Spinnerei, wo bald das Bistro einzieht, wird nachts leuchten.
Foto: LWL / Martin Holtappels


Foto zur MitteilungMuseumsdirektor Dirk Zache lüpft das Tuch: Die farbigen Stühle für den Veranstaltungsraum sind schon da.
Foto: LWL / Sven Betz


Foto zur MitteilungFrüher standen hier Dutzende Spinnmaschinen - heute bieten die Säle der historischen Spinnerei Platz für Ausstellungen und Veranstaltungen.
Foto: LWL / M. Holtappels


Foto zur MitteilungEin gläserner Kubus krönt das historische Spinnereigebäude.
Entwurf: Atelier Brückner, Stuttgart 2009


Foto zur MitteilungBarbara Buchholz in Aktion. Sie wird am 16. Juli im Rahmen von artMuse in Bocholt auftreten.
Foto: Buchholz


Foto zur MitteilungSimon Pfeffel, Nachwuchskünstler der Kunstakademie Karlsruhe, ist beteiligt am Medienkunstevent "artMUSE".
Foto: Pfeffel


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Presse-Infos | Kultur

Countdown läuft: LWL eröffnet am 2. September Spinnerei in Bocholt

Erster großer Auftritt nach Sanierung mit breitem Kulturprogamm

Bewertung:

Bocholt (lwl). Der Countdown läuft: Am 2. September wird der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die historische Spinnerei Herding als zweiten Teil seines Textilmuseums in Bocholt eröffnen. 5,9 Mio. Euro aus dem Konjunkturpaket II werden dann verbaut sein. Mit einem kompakten Programm, das von Kunstinstallationen bis zur Modenschau, von der Kriminacht bis zum Konzert reicht, feiert das über 100 Jahre alte Gebäude an der Aa seinen ersten großen Auftritt. Bis November haben Besucher Gelegenheit, das sanierte Denkmal zu besichtigen und Eindrücke vom künftigen Potential der alten Fabrik zu gewinnen. "Der Rohbau ist fertig. Jetzt können wir das Haus mit Leben füllen", erklärte Museumsdirektor Dirk Zache gestern vor der Presse in Bocholt. Im Laufe der kommenden Jahre soll das Industriedenkmal als Kulturforum Strahlkraft für die ganze Region entfalten.

Als weithin sichtbares Zeichen des neuen Kulturortes prangt ein gläserner Kubus auf dem Dach der Spinnerei. In luftiger Höhe bittet ab September ein Bistro zum kulinarischen Genuss mit Ausblick. Stahlstäbe vor der Glasfassade deuten textile Strukturen an; Sheds als Oberlichter sind ein Zitat aus der Fabrikarchitektur der unmittelbaren Umgebung. Unter dem Café liegen vier Etagen mit insgesamt 9.000 Quadratmetern Platz für Geschichte und Vermittlung, Kunst und Kreativität, Begegnung und Innovation. Verbunden sind die Ebenen durch eine Stahltreppe, die in den ehemaligen Seilgang der Spinnerei eingebaut wurde. Der Anstrich steht noch aus: Zur Eröffnung wird die Treppe wie ein roter Faden den Weg durch das Gebäude weisen.

"Alt und neu so miteinander zu verbinden, dass die Spuren der 100-jährigen Nutzung sichtbar bleiben, war eine der großen Herausforderungen des Umbaus", erklärte Zache. Gemeinsam mit dem Stuttgarter "Atelier Brückner" entwickelte der LWL als Bauherr Lösungen, die von spannungsreichen Kontrasten geprägt sind. So stehen beispielsweise die heute eigenartig anmutende Farbigkeit der 1950er Jahre neben den klaren Kuben des Museumsshops oder der modernen Bestuhlung des großen Veranstaltungsraums. Und direkt neben der roten Treppe erzählen Ölflecken an der Wand die Geschichte der Transmissionsriemen im alten Seilgang.

Eröffnungsprogramm

Einen leuchtenden Auftakt zum Eröffnungsprogramm gibt es bereits am 16. und 17. Juli. Das Medienkunstevent "artMUSE" taucht Teile der Spinnerei in ein neues Licht. Unter dem Titel "facing the future - from industrial to postdigital revolution" präsentieren Künstler aus Europa und Übersee Performances und Lichtinstallationen im Untergeschoss und Außenbereich der Spinnerei. Das Bühnenprogramm mit Phill Niblock (New York), Barbara Buchholz (Berlin) und einem Open Share Jam mit Künstlern aus Krakau setzt wegweisende Impulse für die Begegnung von Industrie, Textil, Musik und Medienkunst. Die Besucher und lokale Musiker sind eingeladen, beim Open Share Jam mitzumischen (Sa, 20.30 Uhr).

Spätestens im August wird die Eröffnung der Spinnerei dann in ganz Bocholt sichtbar: Für ihre Installation "Fadenlauf" (18.8.-23.10.2011) spannen die Düsseldorfer Künstler Barbara Esser und Wolfgang Horn an verschiedenen Orten der Innenstadt und an der Spinnerei farbige Seile zu Netzen und machen auf diese Weise die enge Verflechtung zwischen der Stadt und dem neuen Kulturort deutlich. Eine provisorische Pontonbrücke über die Aa soll die beiden Teile des Textilmuseums - Spinnerei und Weberei - miteinander verbinden.

Das Eröffnungswochenende findet von Freitag, 2.9., bis Sonntag, 4.9., statt. Nach dem offiziellen Festakt am Freitagvormittag öffnen sich die Türen zur Spinnerei um 15 Uhr für die Öffentlichkeit. Führungen, Musik und Theater stehen am Nachmittag auf dem Programm. Im neuen Wechselausstellungsraum im Erdgeschoss vermitteln "Schaufenster" erste Eindrücke von den künftigen Museumsthemen: Technik, Stoffe und Betriebe, Globalsierung und Ökologie, Kunst, Design und Mode. "Das Textile steckt voller Themen", so Museumsleiter Dr. Hermann Josef Stenkamp. Freitagabend (20 Uhr) wird im Drosselsaal im zweiten Obergeschoss - dem schönsten Raum des Gebäudes - die Ausstellung "Atelier.Industrie: Ford-Abakanowicz" eröffnet. Präsentiert werden textile Skulpturen der beiden international renommierten Künstlerinnen Laura Ford (Wales) und Magdalena Abakanowicz (Polen). Die ausgestellten Arbeiten von Laura Ford waren 2005 auf der Biennale in Venedig zu sehen. Der Samstag und Sonntag stehen ganz im Zeichen des Eröffnungsfestes mit Kulturprogramm, Führungen durch Gebäude und Ausstellungen, Vorführungen historischer Maschinen und kreativen Angeboten für Kinder.

In den folgenden Wochen erwarten die Besucher in der Spinnerei dann zahlreiche Veranstaltungen: Vom Konzert im Rahmen des Münsterland-Festivals, über die Kriminacht, eine große Show der Mode bis hin zu kulinarischen Abenden und Kleinkunstveranstaltungen der "Bühne Pepperoni", die in der Spinnerei ein Domizil gefunden hat. Ein großer Teil des Eröffnungsprogramms wird von der Sparkasse Bocholt finanziert.

Am 20. November endet die erste Saison mit regulären Öffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen 10 bis 18 Uhr). In den Wintermonaten ist das Haus an der Industriestraße für Gruppenführungen und Veranstaltungen geöffnet.

Hintergrund Textilmuseum

Das Textilmuseum in Bocholt ist einer von acht Standorten des LWL-Industriemuseums. Weil ein historisches Gebäude seinerzeit nicht zur Verfügung stand, beschloss die Landschaftsversammlung zunächst den Nachbau einer typischen Weberei aus der Zeit der Jahrhundertwende als Standort für ein Textilmuseum. 1989 wurde an der Aa Eröffnung gefeiert. Im Jahr 2004 konnte der LWL den viergeschossigen Backsteinbau der in den 1970er Jahren stillgelegten Spinnerei Herding in Sichtweite zum heutigen Museum mit finanzieller Unterstützung der Sparkassenstiftung, der Stadt Bocholt und des Kreises Borken für die Museumserweiterung ankaufen. 2009 begann der Umbau mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
presse@lwl.org



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Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
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Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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