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Mitteilung vom 26.07.10

Foto zur MitteilungDie Gelbhalsmaus breitet sich im Münsterland aus. Im Foto ist eine präparierte Maus zu sehen.
Foto: LWL/Kriegs


Foto zur MitteilungDie großen Ohren und Augen sind ein Kennzeichen der Gelbhalsmaus, wie hier an dem Präparat aus dem LWL-Museum für Naturkunde gut zu sehen ist.
Foto: LWL/Kriegs


Foto zur MitteilungDie Gelbhalsmaus (Präparat) erobert das Münsterland.
Foto: LWL/Kriegs


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Presse-Infos | Kultur

Die Gelbhalsmaus erobert das Münsterland

LWL erforscht kleine Nagertierart

Bewertung:

Münster (lwl). Fast unbemerkt hat eine neue Säugetierart weite Teile Westfalens besiedelt. Die Gelbhalsmaus hat sich innerhalb weniger Jahre nicht nur im Süden und Osten Westfalens, sondern auch über das gesamte Münsterland ausgebreitet, wie Forscher des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) herausgefunden haben.

Die Gelbhalsmaus ist zwar in Europa weit verbreitet, jedoch waren die nördlichen und westlichen Landesteile Westfalens und die angrenzenden Niederlande bis vor kurzem noch unbesiedelt. "Die Ausbreitung nach Nordwesten findet im Moment wohl schon auf dem Gebiet der Niederlande statt", sagt Dr. Jan Ole Kriegs, Zoologe am LWL-Museum für Naturkunde in Münster.

Kriegs hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe für Säugetierkunde in Westfalen und Studenten der Universität Münster die Maus auf indirekte Weise nachgewiesen. "Wir untersuchen Knochenreste in Gewöllen, den unverdaulichen Nahrungsresten der Schleiereule. Die Eulen sind nämlich bei weitem besser darin, die Mäuse aufzuspüren und zu fangen als wir Menschen es können."

Die Mäuserart kam ursprünglich nur in zusammenhängenden Waldgebieten der Mittelgebirge vor. So zeigt ein Blick in das Buch "Die Säugetiere Westfalens" aus dem Jahre 1984, dass die Gelbhalsmaus damals nur in den südlichen und östlichen Landesteilen verbreitet war. Warum sich die Gelbhalsmäuse ausgebreitet haben und ob dies womöglich Auswirkungen auf die Bestände der Waldmaus hat, ist noch vollkommen unklar. Künftige Studien sollen aber klären.

Die Waldmaus, eine nah verwandte Art, besiedelte trotz ihres Namens nicht nur Wälder, sondern auch unbewaldete Gebiete in ganz Westfalen. Seit Mitte der 1990er Jahre ist bekannt, dass die Gelbhalsmaus ihr Verbreitungsgebiet nach Nordwesten erweitert. Damals lag die Verbreitungsgrenze schon entlang einer quer durch Westfalen verlaufenden Linie.

Der Nager hat relativ große, runde Ohren und große, hervorstehende Knopfaugen. Das zur Familie der Langschwanzmäuse gehörende Tier ist etwa zehn Zentimeter lang und hat einen ebenso langen Schwanz. Ihren Namen verdankt die Gelbhalsmaus einem gelblichbraunen Brustband auf der ansonsten weißen Unterseite. Die nachtaktiven Tiere sind gute Kletterer und gelangen so bis in die Spitzen von Bäumen. Sie gelten als "Allesfresser", da ihre Nahrung von Samen über Früchte und Insekten bis hin zu kleinen Wirbeltieren und Eiern reicht.

Weitere Infos unter Telefon: 0251 591-05.



Pressekontakt:
Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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