LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 06.07.10

Foto zur MitteilungDie 1.600 Jahre alte Fischreuse in der Fundsituation.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungTobias Vosseberg (l.) und Dirk Neerken (r.) von der Berufsfeuerwehr Münster laden gemeinsam mit LWL-Restaurator Sebastian Pechtold (2.v.l.) und Daniel Tecklenborg (3. v.l.) von der Firma Tönnes die einge-gipste Fischreuse in der Speicherstadt in Münster-Coerde per Kran ab.
Foto: LWL/ Brentführer


Foto zur MitteilungDie Fischreuse aus Castrop-Rauxel könnte ähnlich ausgesehen haben wie diese Reuse, fotografiert im Museum in Visegrád, Ungarn.
Foto: Narvalo


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LWL-Archäologen entdecken 1.600 Jahre alte Fischreuse

Bewertung:

Castrop-Rauxel (lwl). Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) stießen auf der Ausgrabung in Castrop-Rauxel-Ickern (Kreis Recklinghausen) auf eine Fischreuse aus dem 4. Jahrhundert. Die Fischfang-Vorrichtung ist sehr gut erhalten und einzigartig in Westfalen.
In der vergangenen Woche staunten die Ausgräber der LWL-Archäologie für Westfalen nicht schlecht, als sie während der Ausgrabung in Castrop-Rauxel-Ickern (Kreis Recklinghausen) ein Weidengeflecht im Boden entdeckten. Die fest verspannten Ruten kamen in einem Altarm der Emscher zutage. "Es handelt sich um die älteste Reuse, die bisher in Westfalen entdeckt wurde. Sie ist hervorragend erhalten und veranschaulicht wunderbar die Technik, mit der die Tiere ins Innere geleitet und so gefangen wurden", berichtet Dr. Christoph Grünewald, Leiter der Außenstelle Münster der LWL-Archäologie für Westfalen.

Unweit der Reuse entdeckten die Archäologen weitere Fischfang-Utensilien wie einen eisernen Angelhaken und einen ebenfalls eisernen Fischstecher. In den umliegenden Erdschichten kamen auch Münzen und Gewandspangen zutage, die die Datierung der Reuse ins 4. Jahrhundert ermöglichen. Somit handelt es sich um die älteste Reuse in Westfalen. Vergleichsstücke gibt es nur in Thüringen, Brandenburg und Schleswig-Holstein. Die auf 2,30 Meter mal 70 Zentimeter erhaltene Reuse wurde vor Ort eingegipst und mithilfe der Berufsfeuerwehr Münster in die Restaurierungswerkstatt der LWL-Archäologie in Münster-Coerde gebracht. Hier wird sie in den kommenden Monaten vorsichtig freigelegt und gesäubert. Wann und wo der restaurierte Fund der Öffentlichkeit präsentiert wird, steht zur Zeit noch nicht fest.
Seit 2007 untersucht die LWL-Archäologie für Westfalen in Castrop-Rauxel-Ickern eine Fläche von rund zehn Hektar. Hierbei entdeckten die Ausgräber zahlreiche germanische Siedlungsspuren aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. Grund für die Untersuchung ist das an dieser Stelle geplante Hochwasser-Rückhaltebecken der Emschergenossenschaft.



Pressekontakt:
Dr. Yasmine Freigang, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-8920
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Archäologie für Westfalen
Zentrale
An den Speichern 7
48147 Münster
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Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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