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Mitteilung vom 01.07.10

Foto zur MitteilungTradition verbindet: Sennerfohlen "Parzival" mit seinem fürstlichen Taufpaten Stephan Prinz zur Lippe.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Kleiner Hengst mit großer Familientradition

Senner-Fohlen wird im LWL-Freilichtmuseum Detmold von Prinz zur Lippe getauft

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Detmold (lwl). Gerade mal sechs Wochen alt ist der kleine schwarzbraune Hengst, der am Montag im LWL-Freilichtmuseum Detmold bei strahlendem Sonnenschein seinen ersten großen Auftritt hatte. Mit Spannung warteten Alle auf den Moment, in dem der berühmte Taufpate den bis dahin unbekannten Namen des Fohlens verkündete. Sichtlich stolz nahm Stephan Prinz zur Lippe mit "Parzival" nun auch den jüngsten Spross aus der Zucht des LWL-Freilichtmuseums in die traditionsreiche Familie der "Senner" auf.

Ohne Zweifel ist der kleine Hengst schon jetzt eine echte Besonderheit: Der Nachkomme dieser vom Aussterben bedrohten Pferderasse, die einst halbwild in der Senne gehalten wurde, ist das einzige Fohlen, das 2010 innerhalb des "Zuchtverbandes für Senner Pferde e.V." geboren wurde. "Außerdem", verrät Agnes Sternschulte, die Landschaftsökologin des Museums, "gründet der aufgeweckte kleine Kerl bereits die zweite Generation der im Freilichtmusem Detmold geborenen Senner, denn auch seine Mutter "Kassandra" erblickte hier 2005 das Licht der Welt ." Der Vater "Zöllner xx" dagegen ist ein Vollblut-Hengst aus renommierter Linie, der bereits zahlreiche Rennerfolge verbuchen kann, aber ebenso durch Springvermögen und Rittigkeit überzeugt.

Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) beteiligt sich schon seit 2001 aktiv an der Zucht der seltenen Senner-Pferde, deren Bestand mit "Parzival" gerade mal 43 Tiere umfasst. Mit der ersten urkundlichen Erwähnung 1160 gelten sie als älteste Pferderasse Deutschlands. Die Senner gehen demnach auf eine sehr alte und seltene Stutenlinie zurück, die sich aus den einst freilaufenden Pferden der Senne etablierte. "Über Jahrhunderte lag ihre Zucht in der Hand des lippischen Fürstenhauses. Der Erhalt dieser Pferde liegt unserer Familie daher besonders am Herzen", erklärt Stephan Prinz zur Lippe, warum er nun schon das achte Patenkind aus der Senner-Familie unter seine Obhut nimmt.

Durch den Einsatz edler Hengste von außerhalb und die Haltung in der Senne entwickelte sich eine besonders langlebige und fruchtbare Kulturpferderasse, die sich bis heute durch ihre Ro-bustheit und große Ausdauer auszeichnet. In den Wirren der Nachkriegsjahre allerdings zerstreuten sich die Spuren der letzten verbliebenen Senner. Nur dem Idealismus einzelner Privat-züchter ist es zu verdanken, dass einige wenige Tiere die Zeiten großer Not überstanden haben. Auf diesen Stuten konnte Karl Ludiwg Lackner, der sich ab 1970 auf die Suche nach den Sennern begab, schließlich eine neue Zucht begründen und damit den Erhalt der seltenen Rasse sichern. Von ihm erwarb das Freilichtmuseum 2001 die Sennerstuten "Nadine" und "Dorinah" - Letztere ist mit dem frisch getauften "Parzival" nun bereits zur Großmutter avanciert.

Gemeinsam mit Karl Ludwig Lackner, dem "Zuchtverband für Senner Pferde e.V." und einigen Privatzüchtern ist das LWL-Freilichtmuseum Detmold darum bemüht, die traditionsreiche Zucht der Senner fortzuführen und ihnen mit dem nunmehr achten Fohlen eine neue Zukunft zu schenken. Doch nicht nur durch seinen ökologischen Einsatz für gefährdete Haustierrassen fühlt sich das LWL-Freilichtmuseum den Sennern verbunden, wie der Leiter Dr. Jan Carstensen betont: "Das heutige Museumsgelände mit dem ehemaligen Tiergarten diente ab 1850 schon einmal als Weide und Außenstelle des fürstlichen Gestüts." Wer den jungen "Parzival" heute über die Museumswiesen galoppieren sieht, der wird jedenfalls gerne glauben, dass ihn hier eine glückliche Zukunft erwartet.



Pressekontakt:
Angela Steinhardt, LWL-Freilichtmuseum Detmold, Tel. 05231 706-252 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und
presse@lwl.org



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32760 Detmold
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