LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 19.03.10

Foto zur MitteilungSTAR will jungen Menschen mit Behinderung dabei helfen, den Sprung von der Förderschule auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen statt automatisch in die Werkstatt für Menschen mit Behinderung zu kommen.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Soziales

Modellprogramm STAR in Bochum gestartet

Bessere Berufschancen für Jugendliche mit Handicap

Bewertung:

Bochum (lwl). Ismet A. hat es geschafft: Der Absolvent einer Herner Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung arbeitet auf dem ersten Arbeitsmarkt. Er hat seit November 2009 einen Jahresvertrag als Pflegehelfer im Seniorenzentrum St. Georg, in Trägerschaft der Stiftung Katholisches Krankenhaus Marienhospital Herne. Um mehr jungen Menschen mit Behinderung eine berufliche Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt zu geben, haben das Land Nordrhein-Westfalen und die Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) in Kooperation mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit das Modellprojekt "Schule trifft Arbeitswelt", kurz STAR, gestartet. Dabei sollen Jugendliche mit Behinderung schon ab der 8. Klasse individuell von Fallmanagern begleitet und beraten werden, um die Chancen auf einen erfolgreichen Übergang von der Förderschule in den Beruf zu erhöhen.

"Wir müssen die Weichen schon in der Schule stellen, damit der Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt führt. Es ist gut, dass Landschaftsverbände, Schul- und Arbeitsministerium sowie die Arbeitsverwaltung dieses Ziel gemeinsam anstreben. Erste LWL-Projekte haben gezeigt, dass deutlich mehr Schulabgänger den Übergang von der Förderschule auf den ersten Arbeitsmarkt geschafft haben, wenn sie früh, individuell und intensiv betreut wurden. So ist in der Zeit von 2002 bis 2005 die Eingliederungsquote in den Modellprojekten bei Hörgeschädigten von 25 auf 41 Prozent gestiegen, bei den körperbehinderten Schülern vervierfachte sie sich in drei Jahren von 3 auf 12 Prozent", erklärte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch am Freitag (19.03.) bei der STAR-Auftaktveranstaltung in Bochum.

Ein Beispiel dafür ist die erfolgreiche Vermittlung von Ismet A.: Bei einer Ferienmaßnahme und einem Langzeitpraktikum während der Schulzeit hat sich der heute 20-jährige für den Arbeitsbereich so weit qualifiziert, dass er seinem beruflichen Ziel ein ganzes Stück näher gekommen ist. Die Kooperation von Schule, Arbeitgeber, Agentur für Arbeit und Integrationsamt und die Unterstützung des Integrationsfachdienstes Bochum/Herne hat ihm den Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt geebnet.

"Mit vereinten Kräften verbessern wir mit frühzeitigen präventiven Maßnahmen in der Schule, einer individuellen Berufswegeplanung, Praktika und Betriebserkundungen die Jobchancen für mehr Jugendliche - und wir wollen deutlich mehr Schulabgängern eine Perspektive auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt als Alternative zur Werkstatt für behinderte Menschen ermöglichen", sagte NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann.

"Jugendliche mit Behinderung sollen die Chance erhalten, in Praktika Erfahrungen in Unternehmen zu sammeln und ihre Leistungsbereitschaft und -fähigkeit unter Beweis zu stellen. Nach unserer Erfahrungen gelingt über solche persönlichen Kontakte am ehesten der Einstieg in Berufstätigkeit oder Ausbildung", so Kirsch. "Uns geht es vor allem darum, den Automatismus zu beenden, der noch viel zu viele Jugendliche mit Behinderung in die Werkstatt für Menschen mit Behinderung führt."
Beraten und begleitet werden die Jugendlichen von Fachberatern der vom LWL finanzierten Integrationsfachdienste (IFD). Sie gibt es in jedem Arbeitsagenturbezirk. Der IFD berät Arbeitgeber und behinderte Menschen bei allen Fragen rund um den Beruf und vermittelt auch schwerbehinderte Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt.

Hintergrund
STAR wird vom nordrhein-westfälischen Arbeitsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) mit 936.000 Euro und durch Ausgleichsabgabemittel der Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland (je 465.000 Euro) als Projektträger finanziert. In enger Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit sollen mehr Jugendliche den Sprung von der Förderschule auf den allgemeinen Arbeitsmarkt schaffen.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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