LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 10.02.10

Foto zur MitteilungLebensbild der Südelefanten.
Foto: Computerbild Bertet


Foto zur MitteilungDie Südelefantenfunde sind erstmals im LWL-Museum für Naturkunde zu sehen.
Foto: LWL/Oblonczyk


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Presse-Infos | Kultur

Südelefanten und Flusspferde waren in Westfalen zuhause

Neue Funde in Münster vorgestellt

Bewertung:

Münster/Kreis Soest (lwl). In einem Steinbruch im Bereich des Haarstrangs (Kreis Soest) entdeckten Fachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) im Sommer 2006 fossile Knochen, darunter über 200 Elefantenbackenzähne, 15 Eck- und Backenzähne von Flusspferden, fünf Backenzähne von Rindern und vier Zähne eines Nashorns sowie ein Zahn eines großen Hirsches. Es ist der bisher größte Fund dieser Art in NRW. Ein Teil der 1,8 bis 2,2 Millionen Jahre alten Fossilien ist jetzt im LWL-Museum für Naturkunde in Münster zu sehen.

Am Haarstrang, dem 75 Kilometer langen Höhenzug, hatte sich an der Oberfläche einer 20 Meter hohen Wand eine mit tonigen Sanden verfüllte Rinne eingegraben. Hier lagen an der Oberfläche die Knochenfragmente und Zahnbruchstücke von Südelefanten (benannt nach ihren ersten Fundorten in Südeuropa) und Flusspferden.

Ein Team des LWL entdeckte im Sommer 2007 bei Grabungen weitere Fossilien. Knochen und Zähne, überwiegend von Elefanten, waren ungewöhnlich dicht zusammen gelagert. Dr. Klaus Peter Lanser, Paläontologe im LWL-Museum für Naturkunde erklärt die Anhäufung: "Offensichtlich ist hier eine Herde von Elefanten und auch einige Flusspferde bei einer plötzlichen Überflutung in einem Bachlauf umgekommen. Die Tierkörper wurden durch das reißende Wasser an einer verengten Stelle angetrieben. Bei fortschreitender Verwesung werden sich die nachsackenden Kadaver ineinander verschoben haben, bis der Bach im Laufe der Zeit das Ganze mit seinen Sanden überdeckte."

"Wir haben fast ausschließlich Reste von erwachsenen Elefanten gefunden. Vermutlich wurden die jüngeren Elefanten und die meisten übrigen Tiere durch das strömende Wasser an anderer Stelle abgelagert", so Lanser.

Die Knochen und Stoßzähne sind in einem schlechten Zustand. Sie sind durchsetzt von zahlreichen Rissen und im frischen Zustand von fast cremiger Konsistenz. Dagegen sind die Backenzähne, insbesondere die Kronen der Elefantenzähne, erstaunlich gut erhalten.

Die Auswertung des Paläontologen ergab, dass es sich bei den Elefantenzähnen um Reste von Tieren handelt, die am Anfang der Entwicklung dieser Tiergruppe in Europa gestanden haben. Deutlich wird dies an verschiedenen Merkmalen, wie der geringen Anzahl der Lamellen, aus denen der Elefantenzahn aufgebaut ist, dem großen Abstand dieser Lamellen, den hohen Werten der Schmelzstärken und Kronenbreiten.

Nach den wissenschaftlichen Ergebnissen wurde eine Rekonstruktion des Lebensbildes von Janine Bertet (Fachhochschule Münster, Fachbereich Design, unter Leitung von Frau Prof. Cordula Hesselbarth) erstellt. Das Bild ist im Hintergrund der Objekte zu sehen.

Die Südelefantenfunde sind dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr im LWL-Museum für Naturkunde an der Sentruper Straße 285 zu besichtigen. Eintritt: Erwachsene 3,50 €, Kinder 2,00 €, Familien 8,00 €.



Pressekontakt:
Bianca Fialla, LWL-Naturkundemuseum, Telefon: 0251 591-6066 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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