LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 02.02.10

Foto zur MitteilungDr. Björn Voss, Astronom im Zeiss-Planetarium, und Dr. Heinrich Terlutter, stellvertretender Museumsdirektor des LWL-Museums für Naturkunde, enthüllen vor einem begeisterten Publikum die "GigaGalaxy Zoom"-Bilder.
Foto: LWL/Oblonczyk


Foto zur MitteilungEin Teilbereich der Milchstraße, der die Gegend rings um die Sternbilder "Schütze" und "Skorpion" zeigt, ist hier vergrößert dargestellt.
Foto: ESO/S. Guisard


Foto zur MitteilungDer Lagunen Nebel, eine Gaswolke, aus dem Sternbild Schütze, wird als Panorama-Vergrößerung gezeigt.
Foto: ESO/S. Guisard


Foto zur MitteilungDie Panoramaansicht der Milchstraße ist seit neuestem im LWL-Museum für Naturkunde zu sehen.
Foto: ESO/S. Brunier


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Presse-Infos | Kultur

Bilder "GigaGalaxy Zoom" im LWL-Museum für Naturkunde

Planetarium Münster gewinnt im europaweiten Wettbewerb ESO-Bilder

Bewertung:

Münster (lwl). Eintauchen in die Galaxis und abtauchen in die unendlichen Weiten des Alls - eine vergrößerte Ansicht in unsere Milchstraße ist neu im LWL-Museum für Naturkunde in Münster zu sehen.

Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) präsentiert seit Dienstag (2. Februar), drei neue, hochauflösende Wandbilder des Sternenhimmels. Sie bieten einen weltweit einzig-artigen Panoramablick ins All. Diese Großfotos mit dem Titel "GigaGalaxy Zoom" wurden veröffentlicht von der Europäischen Südsternwarte ESO. Dargestellt ist ein dreistufiger Zoom in den Nachthimmel hinein, mit immer höherer Vergrößerung.

Die ESO hat europaweit eine limitierte Auflage von nur 60 Exemplaren dieser Wandbilder im Rahmen eines Wettbewerbs ausgelobt, an dem sich europäische Planetarien und Museen sowie Science Center und Naturkundezentren beteiligten.

Das LWL-Museum für Naturkunde mit seinem Planetarium hat den Zuschlag erhalten. Die Panoramen werden über dem Ein- bzw. Ausgang des Planetariums ausgestellt. Sie ergänzen dort das "Porträt der Milchstraße". Dieses großformatige Gemälde zeigt - mit den Augen des Künstlers - wie unsere Milchstraße von außerhalb betrachtet erscheinen würde.

Die neuen ESO-Bilder werden dieser Außenansicht nun den Anblick der Milchstraße aus unserer irdischen Innenansicht gegenüberstellen.

Reise in den Kosmos
Die europäische Südsternwarte ESO hat die Zoom-Ansicht in die Milchstraße als Projekt des Internationalen Jahres der Astronomie 2009 durchgeführt. Das Projekt ermöglicht einen neuen Blick auf die Geheimnisse des Nachthimmels. Zunächst zeigt es den Himmel so, wie er mit bloßem Auge erscheinen würde und dann wird ein vergrößerter Anblick auf bestimmte Objekte ermöglicht.

Gemeinsam bieten die Bilder eine Reise in den Kosmos. Startpunkt ist eine Panoramaansicht des gesamten Nachthimmels, wie er einem Beobachter in einer der dunkelsten Wüsten der Erde mit bloßem Auge erscheint. Die Stationen der Reise verbinden den für jedermann sichtbaren Nachthimmel mit Detailansichten bei hoher Vergrößerung, wie sie zum Arbeitsalltag der Profi-Astronomen gehören. Die beeindruckende Qualität der Bilder zeigt die Schönheit des Nachthimmels über den ESO-Standorten in Chile, den produktivsten astronomischen Observatorien weltweit.

Panoramaansicht der Milchstraße
Das erste Bild zeigt eine Panoramaansicht der Milchstraße, so wie sie von den besten Sternenbe-obachtungsorten der Welt aus zu sehen ist. Es handelt sich um ein 800-Millionen-Pixel-Panorama. Das Bild wurde aufwändig aus über 1200 einzelnen Fotos zusammengesetzt. Die Einzelbilder wur-den vom Astro-Fotografen Serge Brunier mit einer handelsüblichen Digitalkamera des Typs Nikon D3 aufgenommen, ganz ohne Fernrohr - denn das Bild soll die Milchstraße ja genau so zeigen, wie es dem menschlichen Auge ohne Hilfsmittel unter optimalen Bedingungen erscheint. Aufnah-meorte waren der Berg Paranal in Chile, der Standort des Very Large Telescope der ESO - eines der besten Teleskope der Welt - und der Gipfel der Kanaren-Insel La Palma, ebenfalls Standort einiger der weltbesten Sternwarten.

Einblick in die Milchstraße
Im zweiten Bild wird ein kleiner Ausschnitt des ersten Bildes, ein Teilbereich der Milchstraße, ver-größert dargestellt - etwa so, wie er durch ein kleines Fernrohr erscheinen würde. Dieses beson-ders farbenfrohe Bild wurde durch den Astro-Fotografen Stéphane Guisard hergestellt. Er fotogra-fierte durch ein kleines Fernrohr der Art, die unter Hobby-Sternguckern verbreitet ist. Auch dieses Bild, ein 340-Millionen-Pixel-Panorama, wurde aus über 1200 Einzelfotos zusammengesetzt. Für die Aufnahmen musste der Fotograf einen ganzen Monat lang Nacht für Nacht an seinem Teleskop verbringen. Mit hervorragender Bildschärfe und Farbfülle ist ein Bereich der Milchstraße um die Sternbilder "Schütze" und "Skorpion" zu sehen, eine an auffälligen Details besonders reiche Himmelsgegend. Bei näherem Betrachten offenbaren sich faszinierende Einzelheiten wie Sternenhaufen, Staubnebel, die sich als dunkle Silhouetten vor der hellen Milchstraße abzeichnen, und rötlich leuchtende Gaswolken.

Gaswolken im Band der Milchstraße
Das dritte Bild zeigt eine dieser Gaswolken, den sogenannten "Lagunen-Nebel", als Panorama-Vergrößerung. Diese rot leuchtende Wasserstoff-Wolke liegt fast 5.000 Lichtjahre entfernt in Rich-tung des Sternbilds Schütze, mitten im Band der Milchstraße. Angefertigt wurde das Bild durch eines der großen Forschungsteleskope der ESO, das "MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop" am Observatorium La Silla in Chile. Es ist mit einer 67-Megapixel-Kamera ausgerüstet, eine der besten Kameras dieser Art in der Welt. Mehrere Aufnahmen mit dieser Kamera waren nötig, um die Ne-belwolke als riesiges Mosaik abzubilden.

Europäischen Südsternwarte
Die ESO ist ein Zusammenschluss 14 europäischer Länder zur astronomischen Forschung. Sie betreibt in Chile zwei der größten Observatorien der Erde: Das berühmte "Very Large Telescope" und die ältere Sternwarte "La Silla".

Zur Zeit plant die ESO ein neues Projekt: 2018 will sie das größte Teleskop der Welt in Dienst stellen, das mit einem Spiegeldurchmesser von 42 Metern alles bisher vorstellbare in den Schatten stellen soll. Die ESO ist damit weltweit führend in der astronomischen Forschung, und die oft farbenfrohen Bilder ihrer Großteleskope sind ebenso beeindruckend wie die berühmten Fotos des NASA-Weltraumteleskops "Hubble".

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr.
Eintritt: Erwachsene 3,50 €, Kinder 2,00 €, Familien 8,00 €.
Weitere Informationen unter Telefon 0251 591- 05 oder http://www.lwl-planetatium-muenster.de .



Pressekontakt:
Bianca Fialla, LWL-Naturkundemuseum, Telefon: 0251 591-6066 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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